nach oben
04.03.2011

Scharinger führt beim KSC den Acht-Stunden-Tag ein

KARLSRUHE. Der neue Trainer Rainer Scharinger hat den Fußball-Profis des Karlsruher SC als eine seiner ersten Amtshandlungen einen Acht-Stunden-Tag verordnet. «Für mich ist das normal, dass es Tage gibt, an denen man frühmorgens kommt und spätabends geht. Das ist ein Arbeitstag. Auch ein Profi hat seinen Arbeitstag», sagte der 44-Jährige am Freitag. Als Disziplinar-Maßnahme will Scharinger sein Vorgehen aber nicht verstanden wissen.

Umfrage

Arbeiten Fußballprofis zu wenig für ihr Geld?

Ja 0%
Nein 0%
Mir egal 0%
Stimmen gesamt 0

«Wir haben so viele Baustellen entdeckt und so viel zu tun, dass wir einfach auch die Zeit brauchen, um diese Dinge im körperlichen und mentalen Bereich abzuarbeiten», erklärte er. Der KSC geht als Tabellen-16. der 2. Bundesliga in Scharingers Debütspiel am Samstag um 13.00 Uhr beim Aufstiegskandidaten VfL Bochum.

Bildergalerie: Der KSCunterliegt Ingolstadt und bleibt im Tabellenkeller

Der langjährige KSC-Spieler hatte den Verein erst am Mittwoch als Nachfolger des beurlaubten Uwe Rapolder und als vierter Trainer der laufenden Saison übernommen. Die Situation sei im Moment für jeden Spieler sehr schwierig, meinte er. «Ich sehe aber auch, wie die Stadt mitfiebert und mitleidet», sagte der gebürtige Karlsruher.

Bildergalerie: Der KSC gewinnt mit einem 2:1 gegen den FSV Frankfurt

Nach drei Tagen im Amt bewertete er den Zustand der Mannschaft kritisch. Man müsse ehrlich sein und erkennen «dass eine Tabelle nach 24 Spieltagen nicht lügt. Und das liegt eben auch nicht nur am Kopf», räumte Scharinger ein. Er habe «nicht die Möglichkeit, alles von links nach rechts umzukrempeln. Deswegen wird es so große Veränderungen in der Mannschaft gar nicht geben».

Bildergalerie: Klatsche für den KSC: Hertha BSC schlägt die Karlsruher mit 6:2

Scharinger möchte in den verbleibenden zehn Spielen «öfter die gleichen Leute auf den Platz kriegen. Ich denke, ein Netzwerk und Automatismen sind in unserer Situation unheimlich wichtig», sagte er. Die Erwartungen an sein erstes Spiel als Zweitliga-Trainer hält er bewusst niedrig. «Die Ausgangssituation sagt klar aus, dass Bochum der große Favorit ist», meinte der ehemalige Coach des VfR Aalen. «Ich würde mir und der Mannschaft wünschen, dass wir gut ins Spiel kommen, dass wir ein Stück mehr Selbstvertrauen bekommen, dass sich die Verkrampftheit löst und wir dort etwas Zählbares mitnehmen.»

Neben seinen zahlreichen Langzeitverletzten muss der KSC am Samstag auch auf Martin Hudec und Serhat Akin verzichten. Hudec zog sich bei der 1:4-Niederlage gegen Ingolstadt eine Oberschenkel-Zerrung zu, Akin sogar eine Schultereckgelenks-Sprengung.