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Stuttgarts Trainer Armin Veh mag gar nicht mehr hinsehen. Der VfB ließ gegen Hoffenheim eine 0:2-Heimniederlage zu und rutschte auf den letzten Tabellenplatz.
Stuttgarts Trainer Armin Veh mag gar nicht mehr hinsehen. Der VfB ließ gegen Hoffenheim eine 0:2-Heimniederlage zu und rutschte auf den letzten Tabellenplatz. © dpa
20.09.2014

Schlimm, schlimmer, VfB Stuttgart: 0:2 gegen Hoffenheim

Der VfB Stuttgart schlittert immer tiefer in die Krise. Der Fast-Absteiger der vergangenen Saison kassierte beim 0:2 (0:1) am Samstag gegen die Fußball-Minimalisten von 1899 Hoffenheim seine dritte Niederlage und stürzte auf den letzten Tabellenplatz ab.

Anthony Modeste (15. Minute) und Tarik Elyounoussi (84.) bescherten den Gästen den verdienten Erfolg und vermiesten Armin Veh das 100. Bundesliga-Spiel als Coach der Schwaben.

Vor 44 000 Zuschauern erwiesen sich die Stuttgarter mal wieder als viel zu harmlos in der Offensive. Mit nur einem Punkt aus vier Partien müssen die Schwaben nun die extrem schwierige Dienstreise zu Vize-Meister Dortmund (Mittwoch/20.00 Uhr) antreten.

Dabei gehörte die Anfangsphase den Stuttgartern. Mutig und schnell spielten sie nach vorne, zwingende Torchancen konnten sich die Schwaben trotz mehr Ballbesitzes und Vorteilen bei den Ecken allerdings nicht erarbeiten. Martin Harniks Kopfball (9.) nach einer mustergültigen Flanke von Gotoku Sakai war noch die beste Aktion des VfB. 1899-Torwart Oliver Baumann war jedoch auf dem Posten.

Ohne Verteidiger Georg Niedermeier (Adduktorenprobleme) und Stürmer Vedad Ibisevic (Fieber) musste Veh kurzfristig in dieses so wichtige Duell gehen. Für die kalte Dusche sorgte nach einer Viertelstunde Modeste. Nach einem Freistoß von Jung-Nationalspieler Sebastian Rudy, den Coach Markus Gisdol nach zahlreichen Ausfällen als rechten Außenverteidiger aufbot, verschätzte sich Daniel Schwaab - der Franzose ließ VfB-Keeper Sven Ulreich keine Chance.

Die Fans aus der sogenannten Cannstatter Kurve feuerten ihre Truppe um den lauffreudigen Harnik immer wieder an. Ihren Unmut hatten sie zum Anpfiff schon geäußert, als sie Sportvorstand Fredi Bobic und Präsident Bernd Wahler mangelhaftes Krisenmanagement vorwarfen. «Bei allen Fans wirkt die abgelaufene Saison noch nach, daher verstehe ich die Sorgen und Ängste der Fans», sagte der VfB-Boss beim TV-Sender Sky und stärkte dem früheren Nationalspieler den Rücken. «Wenn es sportlich nicht läuft, dann ist Fredi Bobic als Verantwortlicher natürlich der Kritik ausgesetzt. Er ist aber absolut der Mann unseres Vertrauens.»

Der VfB offenbarte das immer wieder von Veh kritisierte Manko: Die entscheidenden Pässe in die Tiefe kamen nicht an. Die Hoffenheimer agierten in der Defensive solide, waren im Vorwärtsgang insgesamt aber harmlos. Mehr als einen Kopfball von Moritz Leitner (37.) hatten die bemühten Hausherren nicht entgegenzusetzen. Auch Spielmacher Daniel Didavi blieb die dringend nötigen Impulse schuldig.

Schwäbischer Powerfußball nach dem Wechsel? Fehlanzeige! Zwar versuchte es zum Beispiel Timo Werner immer wieder mal mit einer Einzelaktion, durch die dichte 1899-Deckung schaffte es der Youngster aber auch nicht. Stattdessen schoss der eingewechselte Kevin Volland (80.) im VfB-Strafraum Modeste an und verpasste die Entscheidung. Abgebrüht vollendete dann hingegen Elyounoussi einen Konter. Die VfB-Fans reagierten mit einem heftigen Pfeifkonzert.