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Gentijan Binishi von der U23-Mannschaft des FC Nöttingen wurde in den Kosovo abgeschoben.  

Schock für den FC Nöttingen: Mittelfeld-Talent Binshi über Nacht abgeschoben

Remchingen-Nöttingen. Aufregung bei der U23-Mannschaft des FC Nöttingen. Mitspieler Gentijan Binishi ist quasi über Nacht verschwunden. Der 20-Jährige wurde in seine Heimat Kosovo abgeschoben. „Eine menschliche Tragödie“, postete der Verein auf Facebook. Der nicht nur in der Mannschaft sehr beliebte 20-Jährige kam 2016 von FC Español Karlsruhe zum FCN.

U 23-Trainer Michael Fuchs wurde wie die Mitspieler von der Entwicklung völlig überrascht: „Genti hat ein sehr sonniges Gemüt. Ich habe große Stücke auf ihn gehalten. Er war bei uns voll integriert und lernte schnell die deutsche Sprache. Es hat gepasst. Wenn er dauerhaft hätte hierbleiben können und sein Kopf frei gewesen wäre, hätte er mit Sicherheit einen großen sportlichen Sprung machen können“, so Fuchs.
Der Coach der zweiten FCN-Mannschaft nahm inzwischen über WhatsApp Kontakt mit Gentijan Binishi auf. Der junge Kosovare hat sich zu den Vorgängen laut Fuchs wie folgt geäußert: „Ich bin jetzt schon im Kosovo. Man hat mich morgens um 2.00 Uhr mitgenommen. Ich konnte niemanden auf Wiedersehen sagen. Auch bei euch nicht. Danke für Deine Hilfe … Hoffentlich kann ich irgendwann zurück … Aber erstmal darf ich nicht nach Deutschland zurückkommen …. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Alles ist weg. Mein Kopf ist leer. All meine Freunde waren in Deutschland … Ich habe nichts mehr. Ich wollte mein ganzes Leben in Deutschland leben. Aber jetzt ist alles weg …“
Der FCN und vor allem seine Trainer und seine Mitspieler aus der U23 wünschen Genti, wie er in Teamkreisen genannt wurde, via Facebook auf seinem weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute. Man würde sich freuen, wenn der 20-Jährige sein künftiges Leben so gestalten könne, wie er es sich erhofft. Vielleicht gebe es irgendwann auch ein Wiedersehen.. „Wir würden uns freuen!“, heißt es weiter.
Der abschließende Kommentar des FC Nöttingen zu dem Vorfall: „Es steht uns nicht an, die juristische Ausgangslage zu bewerten. Aber menschlich … eine Tragödie.“