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Schwacher Karlsruher SC spielt 0:0 gegen abstiegsbedrohte Paderborner

Setzen: Sechs! Diese harte Benotung gilt für beide Mannschaften. Denn das, was der Karlsruher SC und der SC Paderborn am Dienstagabend den 11 381 Zuschauern im Wildparkstadion boten, war eine Zumutung. Die quälend schlechte Partie blieb torlos.

„So leid es mir für unsere Zuschauer tut, im Moment müssen wir mit diesem einen Punkt leben“, bat KSC-Trainer Markus Kauczinski um Nachsicht. „Das war sicher kein ansehnliches Spiel. Aber das ist in einer englischen Woche oft so. Meine Mannschaft war bemüht. Aber es fehlt uns derzeit das Durchsetzungsvermögen, um aus einer halben Situation eine ganze zu machen.“

Auch SCP-Coach Stefan Effenberg räumte ein. „Ein schönes Spiel sieht anders aus. Was wir gut gemacht haben ist, verteidigt. Nach vorne muss natürlich mehr kommen. Unterm Strich steht ein Punkt. Das sehe ich positiv, den nehmen wir mit. Abgerechnet wird am Schluss. Die Messe ist noch nicht gelesen.“

Nur dreimal geriet das von Daniel Heuer Fernandes gehütete Gästetor in Gefahr. Zweimal musste Paderborns Keeper unbeabsichtigte Kopfballverlängerungen seiner Vorderleute (12. Michael Heinloth und 71. Tim Sebastian) entschärfen. Und in der 81. Minute stand ihm bei einem Pfostenschuss von Boubacar Barry das Glück des Tüchtigen zur Seite.

Mit einer zumindest kleinen Überraschung wartete KSC-Coach Markus Kauczinski gegen seinen Trainerkollegen Stefan Effenberg auf: Die Gastgeber kamen mit zwei Spitzen auf den Platz und spielten im 4-4-2-System. Die neue Grundordnung wirkte nicht gut eingespielt, offensiv lief bei den Gastgebern wenig zusammen. Die 11 831 Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit viel Leerlauf. Denn die Gäste brachten noch weniger zustande als der stark verunsichert wirkende KSC, der schon nach etwas mehr als einer halben Stunde den verletzten Manuel Torres (Muskelfaserriss im Oberschenkel, vier bis sechs Wochen Pause) durch Boubacar Barry ersetzen musste (31.). Das Trauerspiel fand nach dem Seitenwechsel nahtlos seine Fortsetzung. Höhepunkt der schwachen Partie war ein Pfostenschuss von Boubacar Barry, der die Vorarbeit von Dimitris Diamantakos nicht in einen Heimsieg für seine Mannschaft ummünzen konnte (81.). Paderborn ist nun seit zwölf Spielen ohne Sieg. Der KSC seinerseits sitzt im Niemandsland der Tabelle fest.

„Das war kein Highlight“, fand auch KSC-Sportdirektor Jens Todt. „Das war ein chancenarmes, verkrampftes Spiel. Grauer Zweitliga-Alltag. Solche Tage gibt es.“