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Standhaft – die Mauer mit Spielern des FC Baden Darmsbach. Der B-Ligist mit Trainer Florian Titel (rechts) sehnt sich nach dem Heimvorteil.  Foto: Ripberger 

Sehnsucht nach dem Heimvorteil: Fußball-Teams der Region vermissen Druck der Zuschauer

Pforzheim. Auf das Heimspielrecht verzichten Fußballer nur ungern. Schließlich ist daheim die bessere Stimmung, daheim schauen mehr eigene Fans zu, daheim kennt man Platz und Kabine, daheim werden deshalb auch oft mehr Punkte eingefahren als auswärts. Ein Verein, dem der Heimvorteil völlig abhanden gekommen ist, ist der FC Baden Darmsbach. Der B-Ligist bestreitet in der Vorrunde fast nur Auswärtsspiele. Das liegt daran, dass der Verein keine eigene Spielstätte hat (wir berichteten) und man die Spiele gedreht hat.

Der Vertrag für die bisherige „Unterkunft“ beim 1. FC Dietlingen war nach zwei Jahren ausgelaufen, vor der Runde fand man auf dem „Riebergle“ beim VfB Pforzheim nur kurzzeitig Unterschlupf, „Asyl“ bekam man dann noch kurzfristig beim FC Alemannia Wilferdingen. Dort auf dem Kunstrasen können die Darmsbacher allerdings nur einmal die Woche trainieren. Freitags ab 20 Uhr. Das sind eigentlich keine guten Voraussetzungen, um in der B1 bestehen zu können. Noch geht’s. Derzeit belegt Darmsbach den elften Tabellenplatz – am Wochenende gab’s ein mühevolles 2:1 im Kellerduell gegen Bilfingen II. Es war die sechste Auswärtspartie im siebten Spiel. Wären mit einem Heimvorteil mehr Punkte drin gewesen? Spielertrainer Florian Titel schüttelt den Kopf. „Ich glaube nicht, die Gegner waren zu stark. Aber man spielt natürlich immer lieber daheim.“ Das Hauptproblem, so der 34-Jährige, sei die Vorbereitung gewesen. „Auf dem Platz des VfB Pforzheim haben wir nur viermal trainiert.“

In Wilferdingen muss man sich nun mit der Alemannia absprechen. Das klappt sehr gut. Ist aber auch keine Lösung für die Ewigkeit. Mit Germania Singen – hier fing für Baden Darmsbach nach der Vereinsgründung alles an – sei man in Gesprächen, so Titel, ob man einmal die Woche den kleinen Kunstrasenplatz mitbenutzen darf. Auf lange Sicht hoffen Titel und Co. aber, dass die Gemeinde die Konzepte des FCBD für ein Vereinsgelände hinter dem Wilferdinger Sportplatz bewilligt.

Bis dahin werden sich die Darmsbacher noch in einigen Auswärtspartien mächtig strecken müssen. Hoffentlich lassen sie dabei nicht zu viele Punkte liegen, sonst müssen sie in den zahlreichen Heimspielen in der Rückrunde das Feld von hinten aufrollen. Das Gute ist: Mit dem TSV Wurmberg-Neubärental II, der seine Mannschaft zurückgezogen hat, steht schon der erste Absteiger fest.

Dominique Jahn

Dominique Jahn

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