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Beim KSC-Team um Torhüter Dirk Orlishausen darf nicht mehr viel schief gehen. Im Heimspiel gegen die Würzburger Kickers sollte Schlusslicht Karlsruhe unbedingt die drei Punkte holen. GES 

Siegen ist Pflicht: KSC-Heimspiel gegen Würzburg könnte Vorentscheidung bringen

Dirk Orlishausen hat zwei Tage gebraucht, um das Nürnberg-Spiel zu verarbeiten. „Das war schon ein ziemlich großes Gefühl der Ohnmacht, denn eigentlich haben wir genau die Reaktion gezeigt, die die Fans von uns erwarten“, sagte der Karlsruher Kapitän gestern: „Wir haben cool und taktisch diszipliniert gespielt. Und dann das ...“

Die aus KSC-Sicht unglücklichen Elfmeterentscheidungen von Referee Martin Petersen gelte es nun allerdings genauso abzuhaken wie die Tatsache, dass das Ergebnis von 1:2 ein weiterer Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt war, meint der Torhüter. Angesichts von derzeit fünf Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz hat Trainer Mirko Slomka in einer Presserunde am Sonntag Relegationsplatz 16 als einzig noch realistisches Ziel ausgegeben. Wohlwissend, dass selbst zum Erreichen der Bonusspiele ein Sieg gegen die Würzburger Kickers am heutigen Dienstag (17.30 Uhr/Sky) fast Pflicht ist.

Das Team von Bernd Hollerbach, das in der Hinrunde für Furore sorgte, ist mittlerweile auf dem Boden der Tatsachen angekommen. In der Rückrunde holte man bisher nur drei Zähler – noch weniger als der KSC unter Slomka.

Die taktische Herangehensweise gegen die Unterfranken dürfte sich nicht wesentlich von der gegen die Franken aus Nürnberg unterscheiden. Dort stand der KSC tiefer als bei den meisten Partien zuvor und setzte im Spiel nach vorne auf die Spielintelligenz von Akteuren wie Hiroki Yamada und Gaétan Krebs. Beide hatten in dieser Saison bis dato keine bedeuende Rolle: Krebs, weil er seit Mitte August verletzt war und Yamada, weil Slomka andere Spieler vorzog. Nach den Eindrücken von Freitag dürfte er seine Meinung über den Japaner revidiert haben.

Lob für Marvin Mehlem

Die Personalsituation hat sich vor dem Spiel deutlich entspannt. Franck Kom, Dimitrios Diamantakos und Moritz Stoppelkamp haben ihre Gelbsperre verbüßt, Dennis Kempe ist wieder ins Training eingestiegen, Matthias Bader und Grischa Prömel werden erst im Laufe der Woche folgen. Gut möglich, dass die Startelf vom Freitag auch die von heute ist, also auch Marvin Mehlem erneut das Vertrauen ausgesprochen bekommt. „Der Junge hat prima auf die öffentliche Kritik an ihm reagiert“, findet Orlishausen, der den Youngster in einer Ansprache nach dem Spiel ebenso lobte „wie die Langzeitverletzten und die, die zuletzt nicht dabei waren.“ Positive Energie, die der Kapitän gerne öfter sähe: „Wir sind lange genug mit hängenden Köpfen herumgelaufen“, findet der Keeper, der seit 2011 im Verein ist und zuletzt mit den Kollegen Bowlen war, „um wieder ein bisschen Spaß reinzubringen.“

Der wiederum könnte rund um den Wildpark schnell vorbei sein, wenn gegen Würzburg nicht gewonnen wird. Medien wie der „kicker“ warfen zuletzt schon die Frage auf, ob sich das KSC-Präsidium im Fall einer Niederlage nicht von Slomka trennen würde. Nach bereits sechs Niederlagen in sieben Spielen hat Slomka zu verstehen gegeben, er wisse, dass „sich das Präsidium und auch Oliver Kreuzer Gedanken machen werden, wenn am Dienstag keine Punkte auf dem Tisch liegen.“

Mögliche KSC-Aufstellung: Orlishausen – Mavrias, Thoelke, Kinsombi, Sallahi – Valentini, Krebs, Meffert, Yamada – Mehlem, Kamberi