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Als beste Spielerin des Finales wurde Wasserburgs Aliaksandra Tarasava von DBBL-Geschäftsführer Archim Barbknecht ausgezeichnet. Foto: Ripberger
Als beste Spielerin des Finales wurde Wasserburgs Aliaksandra Tarasava von DBBL-Geschäftsführer Archim Barbknecht ausgezeichnet. Foto: Ripberger
Mit Verzögerung kam die Freude über die Silbermedaille dann doch noch bei Kelterns Basketballerinnen mit Trainer Christian Hergenröther (hinten links) und Co-Trainer Rouven Rössler (hinten rechts) an. Foto: Ripberger
Mit Verzögerung kam die Freude über die Silbermedaille dann doch noch bei Kelterns Basketballerinnen mit Trainer Christian Hergenröther (hinten links) und Co-Trainer Rouven Rössler (hinten rechts) an. Foto: Ripberger
Hängengeblieben sind viele Angriffsversuche von Keltern (rechts die starke Quenice Davis) gegen Wasserburg (links Rebecca Tobin). Foto: Ripberger
Hängengeblieben sind viele Angriffsversuche von Keltern (rechts die starke Quenice Davis) gegen Wasserburg (links Rebecca Tobin). Foto: Ripberger
So ausgelassen freuten sich Kelterns Spielerinnen mit Maja Vucurovic und Kristi Mokube (vorne von links) nach dem Halbfinalerfolg gegen Herne. Foto: Ripberger
So ausgelassen freuten sich Kelterns Spielerinnen mit Maja Vucurovic und Kristi Mokube (vorne von links) nach dem Halbfinalerfolg gegen Herne. Foto: Ripberger
Zum stimmigen Ambiente zählte auch das große Veranstaltungslogo. Foto: Ripberger
Zum stimmigen Ambiente zählte auch das große Veranstaltungslogo. Foto: Ripberger
26.03.2017

Silber für Rutronik Stars Keltern im Basketball-Pokalfinale

Pforzheim. Sonderlich glücklich schauten die Silbermedaillengewinnerinnen bei der Siegerehrung zunächst nicht drein. Während Pokalsieger Wasserburg von seinen Fans mit Konfetti und roten Luftballons gefeiert wurde und Aliaksandra „Sascha“ Tarasava als beste Spielerin des Finales sich mit einer Schere daran machte, das Netz von einem Basketballkorb in der Dietlinger Speiterling-Sporthalle zu schneiden, benötigten die Rutronik Stars Keltern etwas, um sich über ein durchaus erfolgreiches Wochenende zu freuen. Schließlich hatten die verletzungsgeplagten Gastgeberinnen beim Final 4 um den deutschen Pokal in eigener Halle durch ein 82:75 (35:42) am Samstag gegen den Herner TC das Finale erreicht. Dass es dort beim 45:67 (25:38) gegen den großen Favoriten TSV Wasserburg nichts zu erben gab, kam wenig überraschend.

Rutronik Stars Keltern unterliegen im Pokalfinale

„Das Bestmögliche“

Christian Hergenröther hatte die Finalniederlage schnell abgehakt. „Wir haben das Bestmögliche geholt“, erkannte der Trainer der Rutronik Stars an. Viele hätten seiner Mannschaft nach dem kurzfristigen Ausfall von Spielmacherin Jasemine Thomas und der erneuten Verletzung von Stina Barnert das Erreichen des Finales gar nicht zugetraut. Dass das letztlich doch geklappt habe, daran hätte das großartige Publikum einen großen Anteil gehabt.

Im Finale dann aber half auch die Unterstützung von den Rängen nichts mehr. Keltern begann zwar mit einem Dreier von Mailis Pokk vielversprechend und lieferte Wasserburg bis zum 10:11 einen offenen Schlagabtausch, dann aber spielte der Serienmeister und Pokalverteidiger seine Qualitäten aus. Angeführt von Rebecca Tobin (8 Punkte im ersten Viertel) und der quirligen Aliaksandra Tarasava führten die Gäste schon zur Pause 38:25 und bauten den Vorsprung nach dem Wechsel aus.

Keltern leistete sich nun zu viele Fehler und teils abstrus anmutende Ballverluste. Eigentlich lagen beide Teams in vielen Statistiken nahezu gleichauf. Aber 25 Turnover – zehn mehr als der Gegner – das war am Ende die Zahl, die den Unterschied ausmachte. Unterm Strich bedeutete das: 67 Würfe für Wasserburg, nur 46 für Keltern.

Starke Quenice Davis

„Um mit dem Seriensieger auf Augenhöhe spielen zu können, brauchst Du 100 Prozent von allen“, legte Hergenröther später den Finger in die Wunde. 100 Prozent gab es im Finale aber nur von Quenice Davis. Die US-Amerikanerin vertrat die verletzte Thomas (Kreuzbandriss) mit 18 Punkten gegen Wasserburg zwar hervorragend, hatte aber nicht die Unterstützung wie im Halbfinale tags zuvor. Gegen Herne hatten mit Davis (16), Maja Vucurovic (18), Emanuella Mayombo (16), Mailis Pokk (15) und Marina Markovic (11) gleich fünf Sterne-Spielerinnen zweistellig gepunktet. Keltern drehte so einen 21:34-Rückstand aus dem zweiten Viertel, lieferte mit 33:13 ein sensationelles drittes Viertel ab. „Einfach spielen, aggressiv spielen, 100 Prozent geben“, hatte Hergenröther in der Halbzeitpause die richtige Vorgabe gemacht.

Der Kraftakt vom Samstag wirkte am Sonntag nach. „Wir waren einfach platt“, gestand Kelterns Trainer später ein. Und Leonie Elbert, eines der jungen Eigengewächse im Team der Rutronik Stars, beantwortete die Frage nach dem großen Unterschied zwischen den Spielen am Samstag und Sonntag: „Ganz einfach: Der Gegner.“ Die Ballverluste seien auch eine Folge des Kraftverlustes gewesen. „Aber wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können“, so Leonie Elbert.

Diesen Kampfgeist werden die Sterne noch benötigen. Am kommenden Wochenende beginnen bereits die Playoffs um die deutsche Meisterschaft. Keltern trifft in der ersten Runde (Viertelfinale) auf den TK Hannover, der gestern in der Speiterling-Sporthalle das Spiel um Platz drei gegen Herne mit 73:81 verlor. Vielleicht treffen ja in der finalen Runde um den deutschen Meistertitel Wasserburg und Keltern aufeinander. Dann könnten die Sterne für die zweite Niederlage in einem Pokalfinale in Folge Revanche nehmen.