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Silke Lippok von der SSG Pforzheim holt bei den 122. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen im Europasportpark in Berlin den Titel über 200 Meter Freistil.
Silke Lippok von der SSG Pforzheim holt bei den 122. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen im Europasportpark in Berlin den Titel über 200 Meter Freistil.
02.07.2010

Silke Lippok holt DM-Titel vor den Augen der Eltern

Eigentlich kann Christine Lippok vor Aufregung gar nicht hinschauen, wenn ihre Tochter ins Wasser springt. Vielleicht lag es also auch ein bisschen an ihr, dass Silke Lippok gestern bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin zu Gold kraulte. Denn diesmal stand Christine Lippok zusammen mit Mann Andreas am Beckenrand, als die 16-Jährige souverän ihren Titel über 200 Meter Freistil verteidigte – und sich zudem ihr erstes Ticket für die Europameisterschaften im August in Budapest sicherte.

Genau eine Bahn lang ließ Silke Lippok Konkurrentin Daniela Schreiber noch in dem Glauben, sie könnte das Rennen gewinnen. Doch schon nach der ersten Wende zog die Pforzheimerin an der Vorjahreszweiten vorbei – und ließ sich danach den Titel nach 1:57,51 Minute nicht mehr nehmen.

Bereist im Vorlauf hatte die siebenfache deutsche Jahrgangsmeisterin der Konkurrenz gezeigt, dass ein Sieg auf dieser Strecke nur über sie gehen würde. Und sie tat gut daran, vorne weg zu schwimmen, hatten sich doch einige Spezialistinnen mit halber Kraft aus dem Finale gepokert. Selbst die Zweitplatzierte Daniela Schreiber profitierte als Vorlaufzehnte einzig davon, dass die Finals in Berlin auf zehn Bahnen geschwommen werden. „Pokern ist über die 200 Meter sicher keine so gute Idee. Mir war schon klar, dass ich den Vorlauf nicht locker angehen kann“, sagte Silke Lippok in Richtung Konkurrenz.

Die Meisterfeier musste gestern allerdings noch warten, denn nicht einmal mal 15 Minuten nach ihrer Titelverteidigung ging Silke Lippok noch über 50 Meter Rücken an den Start. „Ausschwimmen“, nannte es ein stolzer Trainer Rudi Schulz mit einem Augenzwinkern. Aber natürlich hat sein Schützling auch für dieses Rennen noch einmal alle Kräfte mobilisiert. „Ich bin die 50 Rücken auf jeden Fall voll gegangen. Ausschwimmen heißt für mich in dem Fall nur, dass ich mir in dem Rennen nichts erhofft habe.“ Was in ihrem Fall beim Sieg von Europarekordlerin Daniela Samulski (28,16) mit einer Zeit von 29,63 immerhin noch Platz fünf bedeutete. Am Wochenende stehen nun noch drei weitere Finals an. Heute tritt die Athletin der SSG Pforzheim auf den 100 Meter Freistil an. Am Sonntag folgen die 50 Meter Freistil sowie die 100 Meter Rücken.

Auf den 100 Meter Freistil hat Silke Lippok als drittbeste schon im Vorlauf ein erstes Ausrufezeichen gesetzt: Mit 54,74 Sekunden knackte sie den 16 Jahre alten Altersklassenrekord von Franziska van Almsick (54,79).

Fürs Finale hofft sie allerdings eher Vierte oder Fünfte zu werden, um sich für die 4x100-Freistil-Staffel für die EM zu empfehlen. „Den Titel werden wohl Daniela Schreiber und Daniela Samulski untereinander ausmachen“, glaubt sie. Aber wer weiß? Wenn Mutter Christine wieder am Beckenrand steht, ist sicher alles möglich.

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