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Ganz schnell raus aus der unteren Tabellenregion will Gökhan Gökce mit dem 1. CfR Pforzheim.  PZ-Archiv, Hennrich
Ganz schnell raus aus der unteren Tabellenregion will Gökhan Gökce mit dem 1. CfR Pforzheim. PZ-Archiv, Hennrich
Muss sich was einfallen lassen, um die Auswärtsschwäche seines Teams zu beheben: Nöttingens Trainer Dubravko Kolinger.  PZ-Archiv, Hennrich
Muss sich was einfallen lassen, um die Auswärtsschwäche seines Teams zu beheben: Nöttingens Trainer Dubravko Kolinger. PZ-Archiv, Hennrich
14.02.2018

Sind der CfR und FCN fit für den Start der Oberliga-Rückrunde?

Wenn das Wetter mitspielt, geht es für den 1. CfR Pforzheim am kommenden Wochenende wieder rund. Der Fußball-Oberligist steigt mit einem Nachholspiel beim SV Oberachern ins Jahr 2018 ein.

Ligakonkurrent FC Nöttingen kann sich dagegen noch eine Woche länger auf den Rest der Rückrunde vorbereiten. Die PZ macht trotzdem schon mal den Vorbereitungs-Check der beiden Oberliga-Schwergewichte aus der Region.

1. CfR Pforzheim

Beim 1. CfR Pforzheim hat sich in der Winterpause einiges getan. Die Bagger sind im Brötzinger Tal angerollt und reißen peu á peu die alte Tribüne ab. Die Spieler müssen sich deshalb in Baucontainern umziehen und duschen, doch das macht den Kickern um Winterneuzugang Kreshnik Lushtaku nichts aus. „In den Containern haben wir bessere Bedingungen als in der alten Tribüne“, sagt CfR-Trainer Gökhan Gökce und blickt gleichzeitig auf eine „sehr gute Vorbereitung“ zurück.

Von sieben Testspielen gewannen seine Jungs fünf, nur gegen die Regionallibgisten Saarbrücken (0:4) und Elversberg (0:6) musste man sich geschlagen geben. Dafür präsentierten sich Dominik Salz und Co. gegen Friedrichstal (7:0), Birkenfeld (7:1), Bilfingen (5:1), Mutschelbach (9:3) und auch zuletzt gegen Bruchsal (3:1) in Torlaune. Das macht Mut für die Ligaspiele.

„Wir haben intensiv gearbeitet und nochmal einen Schritt nach vorne gemacht“, meint CfR-Coach Gökce. Begeistert ist er vor allem vom einzigen Winterneuzugang Kreshnik Lushtaku. Der 23-jährige Bruder von Kushtrim Lushtaku (28) hat beim CfR voll eingeschlagen. „Er ist ein super Fußballer, schnell, dribbelstark, torgefährlich, unberechenbar und zudem ein guter Vorbereiter“, lobt ihn Gökce, aber vor allem sei er ein „super Teamplayer und passt menschlich bestens zu uns“.

Man darf sich also auf die Auftritte des offensivstarken Mittelfeldspielers freuen, der flexibel einsetzbar ist.

Gespannt sein darf man hingegen, wie der CfR die drei Abgänge (Cemal Durmus nach Oberachern, Sven Bode beruflich nach Kreuzlingen/Schweiz und Nico Charrier nach Spielberg) verkraftet. „Vor allem der Weggang von Sven Bode als Backup für Dominik Salz im Sturm wiegt schwer“, meint CfR-Sportvorstand Torsten Heinemann.

Für die Partie gegen Oberachern am Samstag (15 Uhr) werden mit höchster Wahrscheinlichkeit auch noch die verletzten Toni Suddoth (Schulter), Kushtrim Lushtaku (Knie) und Eldin Hadzic (Oberschenkel) ausfallen.

„Mal sehen, wie wir das kompensieren können“, sagt Gökce.

Sein Ziel für die Rückrunde lautet: „So schnell wie möglich 40 Punkte für den Klassenerhalt holen und natürlich ins BFV-Pokalfinale einziehen.“ 19 Punkte hat der CfR derzeit auf dem Konto und belegt Platz 14. Der könnte am Ende für den Klassenerhalt reichen, da vermutlich Platz 16 (von 18 Teams) der Relegationsplatz sein wird. Auf den hat der CfR derzeit drei Punkte Vorsprung.

Mit dem Klassenerhalt hätte Gökce dann auch gute Argumente für eine weitere Beschäftigung als Trainer beim Fusionsverein. Doch „darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken“, sagt Gökce. Und Torsten Heinemann ist völlig entspannt: „Wir sind sehr zufrieden mit ihm. Wenn es gut läuft, bleibt er unser Trainer.“

FC Nöttingen

Eine Trainerdiskussion gibt es auch beim FC Nöttingen nicht. Die Lilahemden sind mit 29 Punkten derzeit Tabellenachter – also jenseits von Gut und Böse. Trainer Dubravko Kolinger leistet solide Arbeit. „Im März oder April wird es mit dem Trainer Gespräche geben“, sagt FCN-Manager Dirk Steidl im Hinblick auf eine mögliche Vertragsverlängerung mit dem Coach.

Dieser blickt – trotz drei Siegen in vier Testspielen – auf eine „schwierige Vorbereitung“ zurück. „Unser Pensum haben wir durchgekriegt, aber zuerst hat uns eine Grippewelle zugesetzt, danach eine Verletztenwelle“, bedauert Kolinger. Zuletzt hatte er gerade einmal sechs Spieler im Training. Doch die hatten trotzdem Spaß. „Es gibt viele Möglichkeiten, auch eine kleine Gruppe mit einem Gaudi-Training bei Laune zu halten“, so Kolinger.

Den Schwerpunkt in der Vorbereitung legte der Ex-Profi allerdings aufs Defensivverhalten, zumal der FCN in der Vorrunde zu viele „unnötige Gegentore“ kassiert hat. Wenn man es könnte, würde Kolinger wohl den Fokus der Vorbereitung voll und ganz auf das Beheben der Auswärtsschwäche gelegt. In der Ferne ließen die Nöttinger nämlich zu viele Punkte liegen. Mit drei Siegen, einem Remis und fünf Pleiten belegen sie in der Auswärtstabelle nur den zehnten Platz. Wie will man die Auswärtsschwäche nun in den Griff bekommen? „Das ist auch eine psychologische Sache“, sagt Kolinger. „Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen, die Auswärtsbilanz aufzupolieren, doch da gehört auch etwas Glück zu.“

Überhaupt will der FC Nöttingen in den verbleibenden 17 Spielen „stabiler auftreten“, um noch „ein paar Plätze nach oben zu klettern“. Für ganz nach vorne wird es in dieser Saison wohl nicht mehr reichen. Tabellenführer TSG Balingen und Verfolger FC Villingen ziehen mit 39 und 38 Punkten an der Spitze einsam ihre Kreise. Die Neckarsulmer Sport-Union weist als Dritter mit schon einem Spiel mehr auf dem Buckel nur 33 Punkte auf.

Kolinger ist allerdings skeptisch. Er glaubt nicht, dass es nur einen Zweikampf um die Oberliga-Meisterschaft geben wird. „Wir hatten vor ein paar Jahren auch schon einen klaren Vorsprung und sind dann nicht Meister geworden. In der Rückrunde gilt es eben, die Leistungen aus der Vorrunde zu bestätigen. Es wird also noch spannend an der Spitze.“

Kolinger geht mit fast unverändertem Kader in die Restrunde. Neuzugänge gab es in der Winterpause nicht. Dafür lieh man den 22-jährigen Angreifer Jimmy Marton für ein halbes Jahr an den abstiegsgefährdeten Liga-Konkurrenten SV Spielberg (Platz 15) aus.

Der FCN ist zum Auftakt am Samstag, 24. Februar, gleich voll gefordert. Es geht – auswärts! – zum Spitzenreiter TSG Balingen. Für den Kracher können sich die Jungs um Spielführer Timo Brenner am kommenden Samstag noch einmal einspielen. Im letzten Test wartet im Härter-Sportpark der Verbandsligist Kirrlach.