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Der SV Waldhof Mannheim mit Trainer erd Dais lehnt das Projekt mit Chinas U20-Team vorerst ab.  Charisius
Der SV Waldhof Mannheim mit Trainer erd Dais lehnt das Projekt mit Chinas U20-Team vorerst ab. Charisius
23.06.2017

Skepsis und Spott - Plan mit Chinas U20-Auswahl stößt auf Ablehnung

Frankfurt/Main. Der Plan mit Chinas U20-Auswahl in der Fußball-Regionalliga Südwest sorgt unter den 19 Vereinen für Ablehnung, Skepsis, Spott und Wohlwollen – aber keineswegs für einhellige Zustimmung. „

Der SV Waldhof hat keine Zustimmung erteilt. Aktuell sind die notwendigen Details für uns noch nicht vollumfänglich geklärt“, sagte Geschäftsführer Markus Kompp vom SV Waldhof Mannheim gestern. Damit widersprach er Regionalliga-Geschäftsführer Felix Wiedmann, der behauptet hatte, alle 19 Clubs hätten schon Zustimmung signalisiert.

Umfrage

Die chinesische U-20-Auswahl soll ab der kommenden Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest mitspielen. Geht der DFB langsam zu weit?

Ja, das geht gar nicht 71%
Nein, das wäre eine super Sache 24%
Weiß nicht 5%
Stimmen gesamt 693

Heftige Kritik an den Plänen, dass sich das chinesische Olympia-Team außer Konkurrenz als Fußball-Entwicklungshilfe in Deutschland auf die Sommerspiele 2020 vorbereiten soll, kam auch aus der Oberliga Baden-Württemberg. „Das ist eine schallende Ohrfeige für alle Fußball-Fans. Die Frage ist doch: Geht es dem DFB um eine 20. Mannschaft oder geht es ums Geld?“, erklärte Steffen Vahldiek, Vorstand des FSV Bissingen, der „Heilbronner Stimme“.

Für den 54-Jährigen liegt die Antwort auf der Hand. „Es geht nur ums Geld.“ Vahldiek fordert deshalb: „Der DFB muss alle Geldflüsse mit den Chinesen offenlegen. Was zahlen die an den DFB, wie viel kommt bei den Regionalliga-Clubs an?“ Die Vereine der Südwest-Regionalliga sollen vom DFB mit jeweils 15 000 Euro für den Aufwand entlohnt werden. Bissingen hatte kürzlich in der Relegation den Aufstieg in die Regionalliga knapp verpasst.

Sensibel und ironisch reagierten die Stuttgarter Kickers auf die in einer Boulevardzeitung verbreiteten Zitate eines Clubfunktionärs, das so nicht gefallen sein soll. Man habe nicht gesagt, dass dem chinesischen U20-Team in Degerloch der rote Teppich ausgelegt würde, teilten die Schwaben auf ihrer Homepage mit. „Richtig ist: Die Stuttgarter Kickers sind Teamplayer und stehen natürlich im Austausch mit dem zuständigen Verband.“ Der Verein betonte aber, dass es „Gesprächsbedarf und viele Diskussionen zum Vorschlag des DFB“ gebe.

Empört ist der Präsident des Südwest-Absteigers FK Pirmasens, der als 16. der Regionalliga abgestiegen war. „Je länger ich darüber nachdenke, desto verschaukelter komme ich mir vor“, sagte Karsten Volberg dem Magazin „11Freunde“. „Denn was die Liga jetzt mit der chinesischen Mannschaft plant, ist eigentlich genau das, was wir vor ein paar Wochen beantragt haben: Eine Aufstockung auf 20 Mannschaften.“ Der Antrag habe aber nie eine faire Chance gehabt. Ob die Gäste aus China willkommen sind, soll am 11. Juli entschieden werden.