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Am Kreis war die TGS brandgefährlich – so wie hier Michal Wysokinski, der sechsmal traf. Hennrich 

So kam es zum tollen 76-Tore-Festival zwischen TGS Pforzheim und TSV Neuhausen/Filder

Pforzheim. Wenn Pforzheim es schafft, seine PS auf den Boden zu bekommen, wird es schwer für uns“, hatte Neuhausens Trainer Eckard Nothdurft vor dem Spiel noch gemutmaßt. Er sollte recht bekommen. Der Handball-Drittligist aus der Goldstadt zündete am Samstagabend in der Bertha-Benz-Sporthalle ein Offensivfeuerwerk ab, wie man es selten sieht. Mit 41:35 (21:17) wurden die Gäste zurück auf die Fildern geschickt.

Nothdurft war trotzdem nicht unzufrieden: „Wie wir heute gespielt haben, hätte es für manchen Gegner in der 3. Liga gereicht – für Pforzheim halt nicht.“

Der Sieg der Truppe von Trainer Andrej Klimovets war hoch verdient. TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel war ob der 35 Gegentreffer dennoch nicht restlos zufrieden. „So viele Gegentore darfst du eigentlich nicht bekommen. Wir hatten ab der 15. Minute Abstimmungsprobleme in der Abwehr. Da müssen wir wacher sein.“

Zum Glück für die TGS war auch Neuhausen in der Defensive nicht besonders konzentriert. Oder man musste dem dynamischen und variantenreichen Spiel der TGS-Angreifer tatenlos zusehen. Vor allem das Spiel über den Kreis funktionierte gegen die recht offensive TSV-Abwehr sehr gut. Zehn Tore gingen auf das Konto von Michal Wysokinski (6) und Davor Sruk (4). „Die waren wirklich schwer zu verteidigen“, räumte Eckard Nothdurft ein.

Die TGS lag kein einziges Mal im Spiel hinten. Der Vorsprung war aber lange kaum höher als drei, vier Tore. Als man in der 43. Minute mit 25:30 hinten lag, schaltete Neuhausen auf doppelte Manndeckung um. Beim 33:35 in der 53. Minute war man wieder dran. Doch die Aufholjagd hatte offenbar zu viele Körner gekostet. Nach der Disqualifikation für Luis Sommer nach der dritten Zeitstrafe ging nicht mehr viel bei den Gästen. Kikillus, Dykta, Kirschner und James schrauben das Resultat auf 39:33 für die TGS. Kapitän Florian Taafel blieb es vorbehalten, das umjubelte 40. Tor zu machen. Standing Ovations waren die Folge für ein schnelles Spiel, das beste Samstagabend-Unterhaltung bot. Roy James brachte es auf einen einfachen Nenner: „Wir haben viele einfache Tore gemacht und viele einfache Tore bekommen. Gewonnen haben wir, weil wir mehr einfache Tore machten, als wir bekommen haben“, schmunzelte der Abwehrspezialist, der an dem torreichen Abend immerhin auch zweimal traf.