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Dicke Chance für den CfR, doch Dominik Salz (links) und Ruben Reisig (daneben) können den KSC-Torhüter Oliver Semmle (rechts sitzend) nicht überwinden. Foto: Becker
Dicke Chance für den CfR, doch Dominik Salz (links) und Ruben Reisig (daneben) können den KSC-Torhüter Oliver Semmle (rechts sitzend) nicht überwinden. Foto: Becker
30.10.2016

Spätes 2:2 - das Glück verlässt den 1. CfR Pforzheim

Manchmal ist es wie verhext: Da bestimmt eine Fußballmannschaft über weite Strecken das Spiel und lässt sich am Ende doch noch die Butter vom Brot stehlen. Der 1. CfR Pforzheim kennt dieses Gefühl in der Oberliga schon seit geraumer Zeit. Auch gegen die zweite Mannschaft des Karlsruher SC beherrschten Kapitän Sebastian Rutz & Co. zumindest eine Hälfte lang die Gäste aus der großen badischen Nachbarstadt. Am Ende reichte es dann wieder nur zu einem Punkt beim 2:2. Zum vierten Mal hintereinander!

Weder mit dem Glück noch mit dem Rottenburger Schiedsrichter Manuel Digeser war der CfR im Bunde, als er in der 84. Minute seinen zweiten Foulelfmeter kassierte. Hinzu kam allerdings auch ein gehöriges Maß an Unkonzentriertheit. Der erst in der 82. Minute eingewechselte Michael Reith verwandelte zwei Minuten später den Strafstoß zum Punktgewinn für die U-23-Truppe des KSC. Für ihn hatte der in der 53. Minute mit einem Strafstoß noch am glänzenden Pforzheimer Torwart Manuel Salz gescheiterte Kai Kleinert (21 Jahre) weichen müssen.

CfR-Trainer Teo Rus empörte sich über die Elfmeterpfiffe des Referees: „Du kannst nicht zwei Elfer geben, wenn dies keine klaren Angelegenheiten sind. Beim ersten Elfer war Schwaiger nur mit dem Körper dazwischen (Kleinert ging zu Boden) und im zweiten Fall war das auch nicht anders, als Gudzevic (gegen Krätschmer) Körpereinsatz zeigte.“ Auf der Gegenseite haderte auch der frühere Pforzheimer und jetzige Karlsruher Coach Stefan Sartori: „Ob der zum 1:0 führende Freistoß berechtigt war, bleibt dahingestellt.“

Jedenfalls hatte der älteste Akteur auf dem Feld, der 35-jährige Fatih Ceylan, in der 17. Minute den Ball bei diesem Freistoß mit Vehemenz an den Pfosten gedonnert, von wo er ins Tor spritzte. Schon vor seinem ersten Saisontreffer zum 1:0 trat er in der 10. Minute so kräftig beim Freistoß gegen die Kugel, dass gleich zwei KSC-Akteure auf der Linie in höchster Not eingreifen mussten. Überhaupt entwickelte der Tabellendritte gegen den Abstiegskandidaten die größte Gefahr aus Standardsituationen heraus. Alles sah so aus, als könnten die bisher zu Hause ungeschlagenen Gastgeber das Heft in die Hand nehmen, als schon in der 19. Minute der erste Nackenschlag folgte. Ausgerechnet der einstige Pforzheimer Kickers-Spieler Kai Luibrand (22) bestrafte eine Unachtsamkeit in der CfR-Abwehr, indem er das Leder nach einem Querpass des Ex-Darmstädters Tim Fahrenholz (22) aus zwei Metern nur noch einzuschieben brauchte.

Dirk Prediger lässt hoffen

Glänzend inszenierte der Pforzheimer Fusionsclub die 2:1-Führung. Aus der Abwehr heraus umkurvte kurz vor der Pause Ruben Reisig Freund und Feind, passte zu Schwaiger, der wiederum Dominik Salz bediente, der mit seinem neunten Tor Platz zwei der Oberliga-Torjägerliste erklomm.

Trotz des späten Punktverlusts bilanzierte Rus: „Ich bin mit allen Spielern zufrieden.“ Ein weiterer Lichtblick: Torjäger Dirk Prediger meinte nach seinem Kurzeinsatz nach sechs Wochen Pause: „Ich bin noch nicht ganz fit, aber wohl in zwei bis drei Wochen.“