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Zu viele Gegentore kassiert der VfB Stuttgart: Hier darf Leverkusens Chicharito (rechts) unbedrängt köpfen, links VfB-Abwehrspieler Georg Niedermeier. Foto: dpa
Zu viele Gegentore kassiert der VfB Stuttgart: Hier darf Leverkusens Chicharito (rechts) unbedrängt köpfen, links VfB-Abwehrspieler Georg Niedermeier. Foto: dpa
21.03.2016

Spieler des VfB Stuttgart haben den Kopf nicht frei

Es ist die alte Leier: Die Abwehr des VfB Stuttgart bringt den Fußball-Bundesligisten im Kampf um den Klassenerhalt oft um Kopf und Kragen. Das war auch bei der 0:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen nicht anders. 54 Gegentreffer kassierten außer den Schwaben nur die Bremer.

An der Tatsache, dass „die Abstände zum Gegner oft zu groß sind“ (Sportvorstand Robin Dutt) ändert auch die Tatsache wenig, dass Abwehrrecke Georg Niedermeier zumeist keinen schlechten Job macht. Auch Florian Klein ist für den verletzt bis zum Saisonende ausfallenden Weltmeister Kevin Großkreutz ein vertretbarer Ersatz, der sich immerhin gegen die Werkself bei Kontern fleißig mit einbrachte. Da kommt es dem 29-jährigen Österreicher ganz gelegen, dass er in der Länderspielpause möglicherweise mit seiner Nationalmannschaft gegen die Türkei am Samstag und gegen Albanien am nächsten Dienstag zum Einsatz kommt. „Jedes Spiel in dieser Situation hilft mir. Ich muss Spielpraxis sammeln“, macht er deutlich.

Mit nach Graz und von dort weiter nach Wien flog am Montag auch sein VfB-Mannschaftskamerad Martin Harnik, der zuletzt immer wieder verletzungsbedingt fehlte. Auch seine Erfahrung und Durchschlagskraft in entscheidenden Situationen fehlen dem VfB.

Vielleicht haben manche Stuttgarter Akteure ihren Kopf nicht wirklich frei angesichts von Vertragsverhandlungen. Niedermeier, der diesmal wenig überzeugende Mittelfeldstratege Daniel Didavi und Jungstar Timo Werner könnten zum Saisonende ihre Trikots mit dem roten Brustring für immer aussortieren. Werner, der sich in 68 Minuten bis zu seiner Auswechslung nur zweimal mit Torschüssen in Szene setzte, weicht entsprechenden Fragen geschickt aus: „Für mich zählt momentan nur der VfB.“

Das sollte auch so sein. Schließlich wartet am Samstag, 2. April, in Darmstadt ein Mitkonkurrent um den Klassenerhalt auf die Stuttgarter, „bei dem man nicht so einfach gewinnt“, wie es Robin Dutt ausdrückt. „Danach haben wir noch weitere schwere Spiele vor der Brust.“ Denn dass im folgenden Süd-Duell zu Hause gegen Meister Bayern München kaum etwas zu holen sein wird, dürfte jedem klar sein. Somit könnte sich der VfB Mitte April schon wieder mitten unter den Kellerkindern der Bundesliga befinden. Für Trainer Jürgen Kramny hat sich daran ohnehin seit seiner Amtsübernahme nichts geändert: „Wir sind mittendrin im Abstiegskampf.“