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90 Minuten lang obenauf war Marcel Rapp (15) mit dem FC Nöttingen.Becker
90 Minuten lang obenauf war Marcel Rapp (15) mit dem FC Nöttingen.Becker
20.04.2012

Spieler geschont und doch gesiegt: FC Nöttingen mit souveränem Sieg

Ob Aufstellung, Auswechslungen oder die angezogene Handbremse in Zweikämpfen: Das Duell des Fußball-Oberligisten FC Nöttingen gegen den FSV Hollenbach stand ganz im Zeichen des BFV-Pokal-Halbfinals am Mittwoch. Und doch: Aller Schonung zum Trotz gaben sich die Lila-Weißen keine Blöße und siegten souverän mit 3:0.

Die Tore in der Begegnung, die mit 40-minütiger Verspätung angepfiffen wurde – der Hollenbacher Bus hatte im Stau gestanden – fielen spiegelverkehrt zum Spielverlauf: Nachdem Nöttingen in der ersten Halbzeit Chance um Chance erspielte und zugleich Chance um Chance liegen ließ, flachte das Niveau in den zweiten 45 Minuten ab – doch just dann erzielten Leutrim Neziraj (71.) und Timo Brenner (82./86.) die Tore für den FCN.

Wo derzeit die Priorität beim FCN liegt, wurde beim Blick auf den Spielberichtsbogen deutlich: Timo Brenner, Mario Bilger und Riccardo Di Piazza nahmen auf der Bank Platz, mit seiner Auswechslung nach 45 Minuten bekam zudem Metin Telle seine Pause. „Wir haben ein wichtiges Spiel vor der Brust, da denkt man natürlich dran“, gab FCN-Trainer Michael Wittwer nach Spielende zu.

Seiner Mannschaft war das Fehlen mehrerer Stammkräfte zuBeginn kaum anzumerken: Angetrieben von den starken Giuseppe Ricciardi und Felix Zachmann im defensiven Mittelfeld kombinierten sich die Remchinger immer wieder vor das Hollenbacher Tor. Indes: Reinhard Schenker zielte aus drei Metern genauso über das Gehäuse (13.Minute) wie Dubravko Kolinger (15.). Und Andreas Trick scheiterte zunächst mit einem Schuss nach einem 30-Meter-Solo (14.) und anschließend frei im Fünf-Meter-Raum an Gäste-Torwart Manuel Schoppel (22.).

Erst nach Nöttingens Feuerwerk der vergebenen Gelegenheiten bekamen die Gäste die Wittwer-Elf besser in den Griff: Die 507Zuschauer sahen in der zweiten Halbzeit zwei Teams, die sich lange neutralisierten: Zum einen der lila-weiße Favorit, dem trotz Ballstafetten oft die letzte Idee – und mitunter der letzte Wille – fehlte. Zum anderen der FSV, der kein Interesse daran zeigte, das Geschehen aktiv zu beeinflussen.

Bestraft wurde die Passivität der Gäste nach 71 Minuten: Ein weiter Pass von Giuseppe Ricciardi fand den an der Mittellinie lauernden Neziraj. Den knappen Vorsprung vor den Verteidigern rettete dieser bis vor das Gästetor – wo er Keeper Schoppel mit einem Schuss ins rechte Eck keine Chance ließ. Von da an war der Bann gebrochen: Die Gegenwehr ließ nach, die unterschiedlichen Kräfteverhältnisse wurden offensichtlich. Dies wusste sich der in der 72. Minute eingewechselte Timo Brenner zunutze zu machen: Erst setze er einen Freistoß von Ricciardi auf fünf Metern per Kopf ins Netz (82.), ehe er nach erneuter Ricciardi-Vorlage im Strafraum auch mit dem Fuß seine Torjäger-Qualitäten bewies (86.).