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Haben den KSC wieder erfolgreich gemacht: Trainer Alois Schwartz (rechts) und Sportdirektor Oliver Kreuzer. Jetzt müssen sie nur noch eine Lösung für die mangelhafte Torausbeute finden. Foto: dpa
Haben den KSC wieder erfolgreich gemacht: Trainer Alois Schwartz (rechts) und Sportdirektor Oliver Kreuzer. Jetzt müssen sie nur noch eine Lösung für die mangelhafte Torausbeute finden. Foto: dpa
18.12.2017

Starke Abwehr, wenig Tore: Aufholjagd des Karlsruher SC in vollem Gange

Karlsruhe. „Es hätten natürlich ein paar Zähler mehr sein können“, sagt Oliver Kreuzer, der Sportdirektor des Fußball-Drittligisten Karlsruher SC. Unter Trainer Marc-Patrick Meister, von dem sich der KSC nach fünf Spieltagen angesichts von nur vier Punkten sowie Platz 15 trennte, handelten sich die Wildparkprofis im Kampf um den Aufstieg einen Punkterückstand ein, an dem sie immer noch zu knabbern haben. Auf Platz acht zu überwintern, sei, „für eine Mannschaft, die in die Zweite Liga zurück möchte“, vielleicht auch etwas zu wenig, räumt Kreuzer im Rahmen seiner Halbjahresbilanz ein.

Trotzdem: 30 Punkte nach 19 Spielen seien „unter dem Strich in Ordnung“, so Kreuzer. Der neu zusammengestellte Kader – im Sommer hatten 29 Spieler den Wildpark verlassen, neben fünf Neuen aus dem eigenen Nachwuchs kamen gleich 18 externe Neuzugänge – habe sich „nach anfänglichen Schwierigkeiten“ gefunden und gefangen, sagt Kreuzer. Das Potenzial sieht er aber noch nicht zu hundert Prozent ausgeschöpft. „Wir schießen zu wenig Tore“, stellte der Sportdirektor schon vor einigen Wochen fest. Seltener getroffen als der KSC (20 Mal) haben bisher nur das Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt (zehn Mal) sowie als weitere Abstiegskandidaten Preußen Münster und Werder Bremen II (beide 18 Mal).

Defensiv hingegen hat Meisters Nachfolger Alois Schwartz aus der „Schießbude“ der ersten fünf Spieltage (zwölf Gegentreffer) das „Fort Knox“ der Liga gemacht. Unter seiner Regie musste Torhüter Benjamin Uphoff nur viermal hinter sich greifen. Zehnmal spielten die Wildparkprofis zu Null, und nur zwei von 13 Spielen gingen verloren. „Die Mannschaft hat einen richtig guten Job gemacht“, sagte der Karlsruher Cheftrainer.

Unter seiner Regie hat der KSC seine Punktausbeute pro Spiel (1,9) gegenüber dem Saisonbeginn unter Meister (0,8) mehr als verdoppelt. Aber auch Schwartz ist klar: „13 Tore in 13 Spielen“, seit er die sportliche Verantwortung trägt, „das sind ein paar zu wenig. Daran müssen wir arbeiten.“

Das werden die Karlsruher eventuell auch mit neuem Personal tun. „Es wird die ein oder andere Veränderung geben“, kündigte Sportdirektor Kreuzer für die Transferperiode II (bis 31. Januar) an, „keinen großen Umbruch. Wir wollen uns offensiv variabler aufstellen.“ Das gehe aber nur „kostenneutral“. Er gehe jedoch davon aus, „dass der ein oder andere Spieler weg will.“ Spieler, die sich mehr Einsatzzeiten erhofft hatten, könnten Alexander Siebeck oder Oskar Zawada sein.

Auf Spitzenreiter 1. FC Magdeburg (46 Punkte) und den SC Paderborn (44) ist der Rückstand zu groß. Doch mit Relegationsplatz drei, den derzeit der SV Wehen Wiesbaden (36) belegt, können die KSCler noch liebäugeln. Der KSC gehe die zweite Saisonhälfte „zuversichtlich“ an: „Wir wollen wieder mindestens 30 Punkte holen, nach Möglichkeit natürlich ein paar mehr. Dann schauen wir, was dabei herauskommt“, so Kreuzer.