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Zuversichtlich blicken das SG-Team und die Sponsoren nach vorne. Vorne von links Alexander Lipps (Trainer), Nick Kusch, Tim Kusch, Julian Broschwitz, Benjamin Löckel, Bastian Rutschmann, Mile Matijevic, Adam Studentkowski, Max Lupus, Paul Lupus, Sören Schmid, Matthias Cullmann (Co-Trainer); mittlere Reihe Aik Wirsbinna (Stadtwerke Pforzheim), Felix Reisinger, Lukas Süsser, Jonathan Buck, Manuel Mönch, Jan Wörner, Tom Schlögl, Vincent Wohlfarth, Marius Seifried, Sebastian Melcher; hintere Reihe Sven Bogner (Calva Nigra), Frank Nauheimer (ADMEDES-G. Rau), Ralf Günther-Schmidt (Volksbank Pforzheim), Felix Walter (Autohaus Walter), Ingo Catak, Michael Hohnerlein, Nik Wittke, Bastian Langenfeld, Leon Gerstner sowie die Vorstandsmitglieder Wolfgang Lipps, Wolfgang Schlögl und Jörg Lupus.  Foto: Moritz 

Starke Neuzugänge: So geht die SG Pforzheim/Eutingen in die neue Oberliga-Saison

Pforzheim. Die Vorfreude ist zu spüren. Und das Selbstvertrauen. Wenn die SG Pforzheim/Eutingen am 7. September in die neue Saison der Handball-Oberliga Baden-Württemberg startet, dann wird das Team seine Aufgaben ambitioniert angehen.

„Wir werden alles dafür tun, ganz vorne zu sein“, sagt Trainer Alexander Lipps. Sein Team war vergangene Saison stark von Verletzungen gebeutelt worden und am Ende auf Rang fünf gelandet. Bevor in gut zwei Wochen das erste Spiel ansteht, beantwortet die PZ alle Fragen rund ums Team.

Ist die Mannschaft stärker als vergangene Saison?

Davon ist auszugehen, zumindest, wenn das Verletzungspech nicht wieder zuschlägt. Torhüter Bastian Rutschmann ist nach 16 Jahren Profi-Handball für die Oberliga ein Ausnahmespieler, mit Jan Wörner (Rückraum rechts) vom Zweitligisten Ferndorf und Jonathan Buck (Rückraum links, Rückraum Mitte) vom Ligakonkurrenten TV Bittenfeld II gibt es Verstärkung für Positionen, die zuletzt eher dünn besetzt waren. Beide sollen dem Team auch defensiv weiterhelfen. Hinzu kommen sechs Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Dadurch wird der Kader gut ausgepolstert. Nicht zu vergessen: Mit Ingo Catak kehrt der Abwehrchef zurück, der die vergangene Saison wegen Rückenproblemen fast komplett gefehlt hat.

Wer fehlt?

Nicolai Gerstner, der zum Lokalrivalen TGS Pforzheim ging, und Felix Lobedank, der seine Karriere beendete, würden der Mannschaft sicherlich immer noch gut zu Gesicht stehen. Aber beide hatten einen Großteil der vergangenen Saison verletzt verpasst. Gleiches gilt für Spielmacher Julian Broschwitz und Rückraumspieler Tom Schlögl, die beide noch mit Kreuzbandrissen ausfallen. Schlögl trainert schon wieder und hofft, im Oktober zurückzukommen. Bei Broschwitz dauert es noch bis zum Jahreswechsel. Alexander Lipps ist aber überzeugt, dass beide nach ihrer Rückkehr „zu Eckpfeilern der neuen Truppe werden“.

Drei Neuzugänge von außerhalb – weicht die SG von ihrer Nachwuchsphilosophie ab?

Nein. „Ein Großteil der Mannschaft stammt immer noch aus der eigenen Jugend“, sagt der Sportliche Leiter Wolfgang Lipps. Tatsächlich haben aus dem aktuellen 25-Mann-Kader schon 19 Spieler in ihrer Jugend das SG-Trikot getragen.

Wird Bastian Rutschmann die neue Nummer eins im Tor?

Der SG-Vorsitzende Jörg Lupus ist überzeugt, dass der Rückkehrer die Nase vorne hat, „wenn Bastian seine Leistung bringt“. Und davon gehen sie bei der SG alle aus. Aus dem Training gibt es Berichte, wie beeindruckt Rutschmanns Mitspieler sind, weil es so schwer ist, den Ball am 1,95 Meter großen Torsteher vorbeizubringen. Mile Matijevic, bisher die Nummer eins des Teams, muss sich dann wohl erst einmal hinten anstellen. Rutschmann selbst formuliert es sehr diplomatisch: „Für den Trainer ist immer wichtig, dass er ein gutes Gespann hat.“ Auch er weiß, dass selbst gute Handball-Torhüter an einem schlechten Tag ihrem Team das Spiel versauen können.

Was ist vom neuen Team offensiv zu erwarten?

Mit Wörner und Buck hat Trainer Alexander Lipps nun deutlich mehr Optionen im Rückraum. Spannend wird sein, wie die Spielmacherposition besetzt ist, solange Julian Broschwitz ausfällt. Paul Lupus und Jonathan Buck sollen zunächst Regie führen, weil mit Leon Gerstner ein weiterer Anwärter für die Position derzeit verletzt ausfällt.

Und was ändert sich in der Defensive?

Zurecht sind sie in Pforzheim stolz darauf, dass sie normalerweise die wenigsten Gegentore in der Oberliga kassieren. Das soll so bleiben, zumal Alexander Lipps hier mit Rutschmann im Tor, Wörner und Buck sowie Rückkehrer Ingo Catak plötzlich ganz neue Optionen hat. „Da wird eine 6-0-Formation mehr als eine Alternative“, sagt der Trainer. Bislang agierte Lipps vorzugsweise mit offensiven Abwehrformationen, weil die meisten Gegner Größenvorteile hatten.

Wer sind die Konkurrenten im Kampf um die Spitzenplätze?

Da werden bei der SG allen voran die Absteiger TSV Neuhausen/Filder und TVS Baden-Baden genannt. Die HSG Konstanz II und die SG Köndringen/Teningen, die vergangene Saison vor Pforzheim landeten, werden ebenfalls wieder oben erwartet. Auch Herrenberg und Weinsberg traut man bei der SG einiges zu.

Warum hat die SG die Anwurfzeit in der Bertha-Benz-Halle von 20.00 Uhr auf 18.00 Uhr vorverlegt?

Dabei geht es vor allem um die jungen Spieler, die auch in der zweiten Mannschaft (Badenliga) eingesetzt werden. Bislang spielte die „Zweite“ vor dem Oberliga-Team und verzichtete bisweilen auf gute Spieler, weil man nicht wusste, ob sie vielleicht in der „Ersten“ gebraucht werden. Im schlechtesten Fall spielte das Talent am Wochenende dann in keiner Mannschaft oder nur wenige Minuten. Jetzt ist nach Abschluss der Oberliga-Partie klar, wer bedenkenlos in der Badenliga-Mannschaft eingesetzt werden kann.

Wie ist das Auftaktprogramm?

„Das hat es in sich“, sagt Alexander Lipps. Die Pforzheimer müssen erst zu Aufsteiger Schutterwald, danach geht es gegen die Mitfavoriten Köndringen/Teningen (daheim) und Neuhausen (auswärts). Auch das vierte Spiel gegen den Vorjahressiebten Söflingen ist alles andere als einfach. Auch deshalb ist Alexander Lipps mit Prognosen zurückhaltend und sagt: „Fragen Sie mich nach vier Spieltagen noch einmal.“