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Immer wieder konnte sich Nicolai Gerstner (Mitte) gegen Balingens Reserve durchsetzen. Foto: Becker
Immer wieder konnte sich Nicolai Gerstner (Mitte) gegen Balingens Reserve durchsetzen. Foto: Becker
09.10.2016

Starke Offensive, aber kein Lohn für bärenstarke SG Pforzheim/Eutingen

Das ist bitter: Die bislang beste Saisonleistung der SG Pforzheim/Eutingen in der 3. Handball-Liga ist nicht belohnt worden. Der Aufsteiger verlor am Samstagabend nach leidenschaftlichem Kampf gegen die HBW Balingen-Weilstetten II mit 31:32 (16:16). „Ein Punkt wäre verdient gewesen. Aber wir nehmen das Positive mit“, sagte SG-Coach Alexander Lipps nach der Partie vor 400 Zuschauern in der Bertha-Benz-Sporthalle.

Das Positive: Es war die Offensivleistung der jungen SG-Garde. Erstmals in dieser Saison wurde die 30er-Marke geknackt. „Im Angriff war das wirklich ein Riesenspiel von uns. Man kann der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen“, freute sich auch Sandro Münch, der immer noch verletzte Rückraumspieler, der bald wieder ins Geschehen eingreifen möchte. Die SG hat mit nunmehr 116 Toren aus fünf Spielen nach wie vor die schwächste Offensivabteilung der 3. Liga. Das zeigt, wie dürftig die Torausbeute bisher gewesen ist. Die 121 Gegentreffer sind allerdings auch spitze. Nur Tabellenführer SG Nußloch (120) ist hier besser.

Dass der Angriff variabler und durchschlagskräftiger agierte, lag auch am superstarken Comeback von Nicolai Gerstner. Der 23-jährige Rückraumspieler stand erstmals nach einer langen Verletzungspause wieder im Kader der ersten Mannschaft und glänzte als Spielgestalter und Torschütze mit sieben Treffern. Gerstner, der bereits zwei Kreuzbandrisse verkraften musste, ärgerte sich ebenso wie sein Trainer, der eine Verwarnung erhielt, über die Schiedsrichter-Leistung: „Sie haben im Prinzip jede 50:50-Entscheidung gegen uns gepfiffen.“

Im rechten Rückraum vertraute Alexander Lipps dem 19-jährigen Arne Ruf. Neuzugang Goran Gorenac kam wenig zum Einsatz. Auf Rechtsaußen erhielt Routinier Marius Hufnagel mehr Spielzeit als gewohnt, weil Dominik Seganfreddo wegen einer Fußverletzung nur in den letzten 15 Minuten eingesetzt wurde.

Erstes Tor nach acht Minuten

Die SG startete schwach, vor allem in der Offensive. Das erste Feldtor glückte Manuel Mönch erst in der 8. Minute. Mitte der ersten Hälfte fing sich die Mannschaft und ging durch Arne Ruf in der 25. Minute erstmals in Führung (13:12).

Nach dem Wechsel führten die spielstarken Gäste, die mit Jan Remmlinger und Tim Nothdurft zwei Spieler aus dem Kader der Bundesliga-Mannschaft im Team hatten, stets mit zwei, drei Toren. Doch die SG blieb dran. Vor allem der jetzt überragende Manuel Mönch sorgte mit seinen am Ende neun Toren dafür, dass die Partie spannend blieb – bis zur letzten Sekunde. In dieser versuchte es Nicolai Gerstner noch einmal mit einem Schuss aus der zweiten Reihe – doch er scheiterte an Mario Ruminsky im Balinger Kasten.