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Schwungvoller Einstand: Oleg Stepko (großes Bild) überzeugte mit einem Sechskampf und der Tageshöchstwertung am Barren.
28.04.2013

Stepko begeistert KTV-Fans gegen Chemnitz/Halle

Die Fußstapfen, die Turner wie Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen bei ihrem Abgang von der KTV Straubenhardt hinterlassen haben, sind groß. Doch ein 19-jähriger Ukrainer scheint die Klasse zu haben, diese Fußstapfen beim Turn-Bundesligisten auszufüllen. Was Oleg Stepko bei seinem ersten Wettkampf in der Schwarzwaldgemeinde beim ungefährdeten 71:5-Erfolg gegen das Mitteldeutsche Turnteam (MTT) Chemnitz/Halle zeigte, war jedenfalls beeindruckend.

Die artistischen Salti und Schrauben des Neuzugangs zum Auftakt am Boden sorgten für das erste Raunen in der Straubenhardthalle, seine ausgefallenen Drehungen am Reck sorgten dann für lautstarke Begeisterung – Oleg Stepko hat die Herzen der KTV-Fans im Sturm erobert. „Dabei kapiert er noch gar nicht so richtig, was er gerade erreicht hat“, strahlte sein Trainer Alexei Grigoriev mit Verweis auf die jüngsten Erfolge des Ukrainers bei der Europameisterschaft (Titelgewinn am Barren, Platz vier im Mehrkampf). Und dann fügt der Straubenhardter Trainer mit fast väterlichem Stolz hinzu: „Er ist doch noch gar nicht richtig erwachsen. Aber er ist ein Rohdiamant.“

Bildergalerie: Stepko überzeugt beim Saisonauftakt der KTV Straubenhardt

Dabei musste auch Stepko den Strapazen der erst kürzlich absolvierten EM Tribut zollen. Bis auf seine sehenswerte Barrenkür turnte er beim ersten Heimauftritt in der Bundesliga ein deutlich abgespecktes Programm – und wurde mit 18 Punkten dennoch Top-Scorer vor seinen Teamkollegen Thomas Taranu und Anton Wirt (je14). „Es ist für mich eine Ehre, für diesen Verein zu turnen. Ich war fast nervöser als vor der EM“, kommentierte er mit einem verschmitzten Lächeln seinen ersten Heimwettkampf für die KTV.

Gegen die überforderten Gäste aus dem Osten, die ohne ihre Spitzenkräfte Matthias Fahrig und Ivan Rittschik angetreten waren, mussten die Straubenhardter vor 700Zuschauern längst nicht alle Karten auf den Tisch legen und konnten sich einige Wackler erlauben. Ideal war der Heimauftritt aber dafür, angeschlagenen Akteuren wie Thomas Taranu und Andreas Bretschneider Wettkampfpraxis zu verschaffen.

Thomas Taranu konnte nach seiner Schulter-Operation im Winter bereits wieder an vier Geräten ran – und war hinterher zufrieden. „Alles ist verheilt, die Schmerzen sind weg. Aber ich trainiere erst seit drei Wochen wieder richtig. Da bin ich natürlich noch nicht so fit.“

Von Wadenbeinbruch gebremst

Langsam machen muss auch noch der zweite KTV-Neuzugang Andreas Bretschneider. Vor zwei Wochen erst hatte sich der deutsche Nationalturner bei der EM-Vorbereitung das Wadenbein gebrochen. Am Sprung und Boden geht da momentan natürlich noch nichts, doch am Barren und Reck zeigte der ehemalige Cottbuser schon mal, was er drauf hat. „Ich bin hier sehr freundlich aufgenommen worden, die Atmosphäre ist wirklich gut“, lobte er seinen neuen Verein.

Nur gut, dass die KTV mit Anton Wirt, Robert Weber, Daniel Weinert und André Schaich weitere Punktegaranten im Team hat. Denn Taranu und Bretschneider werden auch beim nächsten Wettkampf beim Hambüchen-Club Obere Lahn noch kürzertreten müssen. Der hessische Club, der deutlich bei TSV Buttwiesen siegte, wird eine größere Herausforderung als Chemnitz/Halle.

Zum zweiten Teil der Saison im Herbst wollen alle KTVler top-fit sein. Die Konkurrenz darf das gerne als Warnung verstehen. „Wir haben wieder eine gute Truppe. Wenn wir unsere Leistung bringen, können wir oben mitmischen. Dann ist sogar der Titel drin“, sagt Thomas Taranu.