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Nationalspielerin Stephanie Wagner warf bisher 49 Punkte für die Sterne in dieser Bundesliga-Saison. .  Hennrich
Nationalspielerin Stephanie Wagner warf bisher 49 Punkte für die Sterne in dieser Bundesliga-Saison. . Hennrich
07.12.2016

Sterne-Basketballerin Stephanie Wager: „Eigentlich dürfte nichts anbrennen“

Die Vorbereitung auf das EuroCup-Heimspiel gegen Clube Uniao Sportiva am Donnerstag (19.00 Uhr) war für die Basketballerinnen der Rutronik Stars Keltern harte Arbeit. Am Mittwoch verlegte die komplette Mannschaft samt Trainer Christian Hergenröther, Manager Dirk Steidl und weiteren Helfern den Parkettboden in der Dietlinger Speiterlinghalle – und zwar fast vier Stunden lang. Währenddessen rief die PZ mal kurz bei der 26-jährigen Flügelspielerin Stephanie Wagner an.

PZ: Wie geht’s ihrem Rücken? Schließlich krebsen Sie seit fast drei Stunden auf dem Boden herum...

Stephanie Wagner: Man merkt schon, dass man körperlich etwas schafft. Ich hoffe, dass der Arbeitseinsatz uns fürs Spiel gegen Sportiva nicht beeinträchtigt.

PZ: Was müssen Sie genau machen?

Stephanie Wagner: Wir verlegen den Parkettboden aus Karlsruhe. Eisenstangen fixieren jede einzelne Palette. Es ist wie in großes Puzzle.

PZ: Sie und Ihre Mitspielerinnen können aber mit den Händen ja gut umgehen...

Stephanie Wagner: Wir sind alle handwerklich begabt (lacht). Das passt schon.

PZ: Wie ist es als Profispielerin aushelfen zu müssen, damit gespielt werden kann?

Stephanie Wagner: Kein Problem. In Wasserburg, meinem Ex-Verein, war das früher auch so. Das gehört eben dazu.

PZ: Inwieweit unterscheiden sich eigentlich die beiden Vereine: Wasserburg und Keltern?

Stephanie Wagner: Wasserburg ist ein etablierter Verein mit internationaler Erfahrung, in Keltern muss einiges noch wachsen, aber da ist man auf einem guten Weg. Das Helferteam um die Mannschaft herum ist noch nicht so groß. Und auch eine Fan-Kultur muss sich hier noch entwickeln.

PZ: Wasserburg steht mit einem Bein im Achtelfinale. Schaffen auch die Sterne den Sprung unter die letzten 16?

Stephanie Wagner: Wir haben eine gute Ausgangslage für die letzten beiden Spiele. Wir müssen gegen Sportiva gewinnen und dann haben wir gegen Castors Braine alles in der eigenen Hand. In der eigenen Halle haben wir jedenfalls noch kein Spiel verloren.

PZ: Alles andere als ein Sieg gegen Überraschung...

Stephanie Wagner: Wir müssten die Partie eigentlich gewinnen. Wenn wir so spielen wie in den letzten Wochen, dürfte eigentlich nichts anbrennen.

PZ: EuroCup, Bundesliga – Sie spielen auch noch in der Nationalmannschaft. Wie kommen Sie mit den Reise-Strapazen zurecht?

Stephanie Wagner: Ich war viel unterwegs, das stimmt. Im ganzen November hatte ich kein einziges Heimspiel. Doch alles okay. Ich fühle mich fit und habe keine Verletzungen, das ist das wichtigste. Und es macht auch Spaß, viel zu spielen.

PZ: Mit dem Nationalteam haben Sie die Qualifikation für die EM-Endrunde 2017 in Tschechien verpasst. Woran lag’s?

Stephanie Wagner: Wir hatten Pech im Losverfahren. Mit Serbien, dem amtierenden Europameister, und der Ukraine, die Serbien zweimal in der Quali geschlagen hat, hatten wir unter anderem zwei schwere Brocken in der Gruppe. Im Spiel gegen die Ukraine gab‘s Probleme mit der Anzeigentafel, wodurch für uns einige Punkte flöten gingen. Also hatten wir auch Pech. Doch das nächste Mal greifen wir wieder an.

PZ: Ihre Teamkollegin Stina Barnert hat sich aus der Nationalmannschaft zurückgezogen, weil Ihr der Aufwand im Vergleich zum Ertrag zu hoch war. Was motiviert Sie für Deutschland zu spielen?

Stephanie Wagner: Für mich ist es eine Ehre für Deutschland auf dem Feld zu stehen. 2006 habe ich in der U 16 angefangen und seitdem immer fürs deutsche Team gespielt. Es macht mir einfach Riesenspaß.

PZ: Dabei haben Sie in Ihrem Blog „Wagners Welt“ mal geschrieben, Frauen-Basketball sei nur eine Randsportart. Wie sehr ärgert Sie das?

Stephanie Wagner: Es wäre schön, wenn unser Sport mehr TV-Präsenz bekommen würde. Aber es ist eben schwer, sich gegen Fußball durchzusetzen.

PZ: In der Bundesliga belegen die Sterne derzeit Platz zwei. Seid Ihr in diesem Jahr reif für die deutsche Meisterschaft?

Stephanie Wagner: Wir haben Wasserburg geschlagen, peilen also das Play-off-Finale an – und dann ist alles möglich.