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In der Bundesliga turnt David Belyavskiy für Straubenhardt – bei der WM in Stuttgart für Russland.  Foto: PZ-Archiv 

Straubenhardter schnuppern WM-Luft in Stuttgart

Stuttgart/Straubenhardt. Bei den Weltmeisterschaften im Turnen liegt nach der Hälfte der Qualifikation das russische Team um David Belyavskiy von der KTV Straubenhardt in Führung. Russland kam am Sonntagnachmittag auf 259,928 Punkte. Auf Olympia-Kurs ist das deutsche Team mit KTV-Turner Nick Klessing. Für die Qualifikation ist unter 24 Teams Platz zwölf nötig. Derzeit belegen die Deutschen (246,508) Rang fünf.

Für Belyavskiy besteht nach dem Pflichtprogramm am Sonntag kein Zweifel am Einzug ins Finale der besten acht Nationen, das am Mittwoch in der Schleyer-Halle ausgetragen wird. Daran ändert wenig, dass unter anderem China, Japan und die USA erst am Montag turnen.

An den drei der sechs Geräte, an denen er an den Start durfte, präsentierte sich der 27-jährige Belyavskiy zunächst routiniert und nervenstark. Der Vize-Weltmeister mit der russischen Riege, die auch Silber bei den Olympischen Spielen in Rio gewann, imponierte mit einer fehlerlosen Übung am Pauschenpferd und erwies sich dort mit 14,633 Punkten als bester Russe. Platz fünf in der Zwischenwertung ließen ihm ein wenig Hoffnung, an diesem Gerät ins Finale der besten Acht am kommenden Wochenende einzuziehen.

Der aus Jekaterinburg stammende Straubenhardter Turner patzte ausgerechnet an seinem Paradegerät Barren. Ein Durchhänger an den Holmen bescherten dem Barren-Bronze-Gewinner von Rio magere 13,533 Punkte — die Medaillenträume in dieser Disziplin sind damit ausgeträumt.

Am Reck zeigte sich Belyavskiy von seinem Patzer am Barren gut erholt und beeindruckte mit 14,066 Punkten. Doch Platz sechs im Zwischenklassement dürfte nicht für das Gerätefinale reichen. „Mit meiner Barren-Leistung kann ich aufgrund meiner Fehler natürlich nicht zufrieden sein“, sagte der enttäuschte Belyavskiy im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“. Er hielt aber auch fest: „Dagegen waren meine Übungen an den beiden anderen Geräten ordentlich.“ Der vierfache Europameister tröstete sich: „Für mein russisches Team läuft es dagegen gut.“ Zweimal gewann Belyavskiy bei einer EM mit seinem Land, je einmal außerdem im Mehrkampf und am Barren,

Frenetisch angefeuert von 7500 Fans waren die Deutschen erst kurz vor Redaktionsschluss mit ihren Übungen durch. Andreas Toba steht dank 82,781 Zählern als bisheriger Fünfter fast schon sicher im Mehrkampf-Finale.