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Topscorer des Tages mit zwölf Punkten war KTV-Ass Ivan Rittschik.  Ripberger
Topscorer des Tages mit zwölf Punkten war KTV-Ass Ivan Rittschik. Ripberger
21.05.2017

Stresstest für den Nachwuchs der KTV Straubenhardt

Dass die KTV Straubenhardt in der neuen Saison verstärkt die Jugend an die Geräte schickt, war bekannt. Beim Bundesliga-Heimwettkampf gegen den deutschen Rekordmeister SC Cottbus trieb der Jugendkult bei den Turnern aus der Schwarzwaldgemeinde nun ganz neue Blüten. Die jungen Turner im KTV-Trikot bestritten den Wettkampf fast im Alleingang.

Die Routiniers wurden weitgehend geschont. Marcel Nguyen ging nur an zwei Geräten an den Start, Anton Fokin kam überhaupt nicht zum Einsatz. Und Andreas Bretschneider pausiert nach den Operationen an beiden Schultern, überzeugte aber als fachkundiger Moderator, der dem Publikum anschaulich viele Finessen eines Bundesliga-Wettkampfes und der neuen Wertungsrichtlinien vermittelte.

Karten nicht völlig aufgedeckt

Dennoch war der Sieg der Straubenhardter nie gefährdet. 63:18 stand es am Ende für die Gastgeber, die lediglich an den Ringen zwei Gerätepunkte abgaben. Mit ihrer Strategie schlugen die Straubenhardter zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen musste der deutsche Meister seine Karten vor dem Duell am kommenden Samstag bei der stark eingeschätzten KTV Obere Lahn nicht zur Gänze aufdecken. Zum anderen konnten viele junge Turner vor der deutschen Meisterschaft, die in 14 Tagen ansteht, einem Stresstest unterzogen werden. Dazu hatten die Gastgeber mit dem Gegner und dem Kampfgericht auch eine Sonderregelung ausgehandelt. An jedem Gerät schickte die KTV einen oder zwei der jungen Turner zusätzlich und außer Konkurrenz an die Geräte, damit die unter Wettkampfbedingungen ihre Übungen absolvieren konnten. Deshalb war aus Berlin auch extra Trainer Robert Hirsch gekommen, Sohn von Bundestrainer Andreas Hirsch. Der wollte seine Jungs vor der DM noch einmal im Wettkampfmodus sehen.

Auch Ivan Rittschik hat schon die DM im Visier. Mit seinen 24 Jahren zählt der Sportsoldat aus Chemnitz zu den Jüngeren im Team, wenn auch nicht mehr zu den ganz Jungen. An fünf Geräten war er am Start und mit 12 Zählern Topscorer des Tages. „Es war noch nicht alles bei 100 Prozent“, spielte er auf seine Probleme am Barren an, „dafür passte es am Reck auf den Punkt.“ Mit Nils Dunkel (7), Tobias Radoi (6), Aaron Wagner (6), Vinzenz Haug (5) und Daniel Wörz (3) trugen weitere junge Turner eifrig zum guten Ergebnis bei.

Nach Herzenslust testen

Straubenhardts Sportlichem Leiter Dirk Walterspacher kam der Testlauf vor dem Spitzenduell bei der KTV Obere Lahn gerade recht. Seine Turner konnten nach Herzenslust Übungsteile und Schwierigkeiten testen. Schon nach Boden (12:0) und Pauschenpferd (10:4) war klar, dass nicht mehr viel anbrennen würde. Sprung (10:5), Barren (11:0) und Reck (13:0) waren ähnlich deutlich, das 7:9 an den Ringen also verschmerzbar. Wenn es dann am Samstag im hessischen Biedenkopf beim Team von Fabian Hambüchen um wichtige Punkte geht, haben die Schwarzwälder noch Reserven. „Wir können auf jeden Fall sicherer turnen“, sagt Wal- terspacher.

Auch für Steve Woitalla ist mit Blick auf das bevorstehende Spitzenduell klar: „Stabilität ist wichtig.“ Der Neuzugang absolvierte am Samstag seinen ersten Auftritt als KTV-Turner in der Straubenhardthalle. „Es ist eine geile Truppe. Ich fühle mich hier wohl“, sagte er. Dass es beim Wettkampf gegen seinen langjährigen Verein aus Cottbus nicht zum direkten Duell mit seinem jüngeren Bruder Devin kam, lag auch daran, dass der Cottbuser wegen einer Schulterverletzung nicht an Steves Spezialgeräten Sprung und Boden eingesetzt werden konnte.