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17.07.2016

Stürmer Nick DePuy darf im KSC-Trainingslager weiter vorspielen.

Eigentlich wollte der KSC sein Trainingslager am Samstag in Schladming aufschlagen, dem Ski-WM-Ort von 2013. Im Ennstal aber hatte es in den Tagen zuvor so viel und stark geregnet, dass der Trainingsplatz unbespielbar geworden war. „Wir hatten dann mehrere Alternativen“, erklärte Sportdirektor Jens Todt im Rückblick auf die am Freitagabend einsetzende Hektik bei der Umorganisation. „Es zeichnete sich aber schnell ab, dass wir ins nur etwa 30 Kilometer entfernte Flachau umziehen“, in die Heimat von Österreichs Skihelden und „Herminator“ Hermann Maier (43).

Und eigentlich wollte Tomas Oral mindestens 24 Feldspieler mit nach Österreich nehmen. „Erfahrungsgemäß können ja nicht immer alle am Mannschaftstraining teilnehmen“, hatte der Karlsruher Cheftrainer im Vorfeld des zehntägigen Aufenthalts in der Alpenrepublik erklärt. „Aber zehn gegen zehn sollten man schon immer spielen können.“ Letztendlich aber waren nur 21 Feldspieler an Bord des Mannschaftsbus der Abreise.

Nicht zweitligatauglich

Pierre Fassnacht, Tim Grupp und Vadim Manzon sind in den Augen von Kauczinskis Nachfolger offensichtlich nicht zweitligatauglich und mussten zuhause bleiben. Außerdem wurde sich der KSC gegen Ende der vergangenen Woche mit dem FC Schalke 04 über einen Wechsel von U17-Nationalspieler Jannis Kübler (17) zu den „Königsblauen“ einig. Und der ebenfalls noch 17-jährige Valentino Vujinovic musste das Trainingslager wegen muskulärer Probleme sausen lassen.

Sportdirektor Jens Todt ist immer noch auf der Suche nach einem erfahrenen Innenverteidiger. Nach dem Polen Marcin Kaminski (24/zum VfB Stuttgart) und dem Schweden Rasmus Bengtsson (30/bleibt bei Malmö FF) ist dem KSC auch Sören Gonther (29/bleibt beim FC St. Pauli) durch die Lappen gegangen. „Wir schauen uns nach Alternativen um und diskutieren weitere Namen“, sagt Jens Todt, der erst am gestrigen Nachmittag in Flachau eintraf.

Schlaksiger Stürmer

Gespannt darf man darauf sein, ob der US-Amerikaner Nick DePuy seine Chance, Fußballprofi zu werden, in Österreich nutzen kann. Der 21-jährige Student der Universität Santa Barbara in Kalifornien empfahl sich in der vergangenen Woche für eine Verlängerung seines ursprünglich nur viertägigen Probetrainings. Der schlaksige Stürmer wäre nach David Kinsombi, Moritz Stoppelkamp und Franck Kom der vierte, externe Neuzugang der Blau-Weißen. Denn die Ausleihe von Yann Rolim vom Barra Futebol Clube ist, obwohl der Brasilianer schon seit drei Wochen mittrainiert, formell immer noch nicht abgeschlossen.

Meinung geändert

Entgegen seiner ursprünglichen Haltung, Grischa Prömel nicht für die deutsche Olympiamannschaft abzustellen („Er ist fester Bestandteil unserer Mannschaft und ein wichtiger Spieler für uns“), hat sich KSC-Trainer Tomas Oral diesbezüglich nun doch, unter anderem von DFB-Sportdirektor Hansi Flick und Trainer Horst Hrubesch, umstimmen lassen, und seinem Mittelfeldspieler die einmalige Chance für eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ermöglicht. Der KSC muss also zumindest in den ersten beiden Punktspielen, in Bielefeld und zuhause gegen Bochum, vielleicht auch noch, sollte die DFB-Auswahl ins olympische Endspiel (20. August) kommen, im Pokalspiel beim TSV 1860 München auf Prömel verzichten.