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Spielerisch und läuferisch waren die Ulmer den Nöttingern (hinten von links Timo Brenner und Thorben Schmidt) überlegen.  Gössele
Spielerisch und läuferisch waren die Ulmer den Nöttingern (hinten von links Timo Brenner und Thorben Schmidt) überlegen. Gössele
18.03.2012

Sturmflaute im Topspiel: FC Nöttingen von Ulm ausgekontert

 FC Nöttingen wird im Oberliga-Schlager von Ulm ausgekontert.Trainer beurteilen die Partie völlig unterschiedlich. 

Das erlebt man auch nicht alle Tage in der Fußball-Oberliga:  Nach dem Spiel FC Nöttingen gegen den SSV Ulm 1846 lagen die Meinungen der beiden Trainer bei der Spielanalyse meilenweit auseinander.  Beim verdienten 3:0 (2:0)-Sieg der Gäste aus der Münsterstadt bescheinigte deren Trainer Paul Sauter den Gastgebern eine sehr starke Leistung: „Nöttingen hat sehr viel Druck gemacht und sein großes Potenzial gezeigt.  Das war ein Spiel auf höchstem Oberliga-Niveau“, meinte der 63-jährige Ulmer Trainerfuchs. Sein Kollege Michael Wittwer sah das völlig anders, zumindest was den Part seiner Elf angeht: „Wir haben alles vermissen lassen und nichts umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Ulm war in allen Belangen überlegen.“

Wie oft liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Der Sieg der Ulmer in diesem Oberliga-Topspiel durch die Tore des überragenden Fabio Kaufmann (22. Minute), Sebastian Griesbeck (33.) und Elyes Seddiki (61.)  war ohne Zweifel verdient. Die Gäste standen in der Deckung sehr kompakt, ließen in der ersten Halbzeit nur eine Chance zu (Neziraj-Schuss in der 40. Minute) und konterten eiskalt.

Das 0:1 war bereits in der 20.Minute fällig, als Kaufmann bei einem der blitzschnell vorgetragenen Gegenangriffe knapp am langen Eck vorbeizielte. Zwei Minuten später macht er es auf Zuspiel von Rodriguez besser und zimmerte den Ball unter die Latte.

Beim 0:2 patzte der ansonsten gute FCN-Keeper Sascha Rausch. Bei einem Freistoß lief er weit aus dem Tor heraus, ohne an den Ball zu kommen. Sebastian Griesbeck köpfte die Kugel über Rausch hinweg ins verlassene Gehäuse. „Geht klar auf meine Kappe. Heute war nicht mein Tag. Auch beim ersten und dritten Tor war ich dran. An einem guten Tag halte ich die Bälle vielleicht“, sage Rausch selbstkritisch.

Nach der Pause machte Nöttingen Druck, hatte wie schon im ersten Durchgang deutlich  mehr Ballbesitz als der Gegner, war aber vor dem Tor weiter harmlos. Nachdem Ricciardi (49.) noch Neziraj (55.) den Anschlusstreffer vergeben hatten, kontere Ulm erneut präzise und erfolgreich. Der gerade eingewechselte Nöttinger Reinhard Schenker verlor den Ball in der gegnerischen Hälfte. Frank stürmte Richtung Tor, bediente Seddiki, und das 0:3 war perfekt.

Es passte ins Bild, dass Metin Telle in der 74. Minute mit einem von Johannes Ludmann an Mario Bilger verursachten Strafstoß am starken Ulmer Torhüter Holger Betz scheiterte. An eine Titelchance seiner Mannschaft glaubt Telle nicht mehr: „Ulm war immer einen Schritt schneller und aggressiver. Wir müssen das Spiel schnell abhaken.“ Auch Michael Wittwer sieht sein Team seit Samstag nicht mehr in einer Verfolgerrolle: „Ulm hat heute gezeigt, wo es hinwill, wir leider nicht.“