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Der Stuttgarter Spieler Martin Harnik schlägt nach einer vergebenen Torchance gegen den SC Freiburg die Hände vor sein Gesicht. Die Heimniederlage gegen die Badener bringt die Schwaben im Tabellenkeller noch mehr in Not.
vfb stuttgart © dpa
31.01.2011

Stuttgart gegen Gladbach: Kellerduell weist Richtung

STUTTGART. Showdown im Abstiegskampf: Bei Borussia Mönchengladbach und dem VfB Stuttgart liegen jetzt alle Hoffnungen auf dem direkten Kellerduell am kommenden Samstag. Dann spielt der Tabellenletzte gegen den mittlerweile punktgleichen Vorletzten - wer hier verliert, hat den Anschluss an den rettenden 15. Platz schon fast verloren. «Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel», meint Stuttgarts Martin Harnik. Und auch der Gladbacher Dante sagt: «Egal gegen wen, egal wie: Jetzt müssen wir zu Hause gewinnen.»

Nach den Spielen vom Sonntag gingen beide Clubs allerdings in komplett unterschiedlicher Verfassung in diese entscheidende Woche. Die Gladbacher sehen sich nach dem 1:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt im Aufwind, das späte Siegtor von Igor de Camargo (84.) setzte eine beinahe mit Händen zu greifende Erleichterung frei. «Das war ein ganz wichtiger Schritt für uns, um dranzubleiben», sagte Trainer Michael Frontzeck. «Ich war die ganze Zeit zuversichtlich. Ich sehe die Mannschaft jeden Tag und ich sehe, wie hart sie arbeitet.»

Beim VfB dagegen ist die Aufbruchstimmung nach dem guten Rückrundenstart einer neuen Angst vor dem Absturz gewichen. Das 0:1 gegen den SC Freiburg traf den Verein wie die kräftige Gerade eines Klitschko-Bruders. «Die Stimmung war so schlecht wie lange nicht mehr der Kabine», erzählte ein sichtlich angeknockter Timo Gebhart. Sportdirektor Fredi Bobic forderte: «Wir müssen hartnäckig sein, diesen Rückschlag hinnehmen und wieder aufstehen.»

Schon seit Monaten suchen beide Vereine ganz unterschiedliche Wege aus ihrer Misere. Im Gegensatz zur Borussia hat der VfB zwar schon zweimal den Trainer gewechselt, seiner Mannschaft aber auch nach der großen Enttäuschung gegen Freiburg das Vertrauen ausgesprochen. «Es gibt keine Neuzugänge. Im Kader steckt genug Qualität», sagte Bobic. Einziger Wintereinkauf bleibt damit der japanische Asien-Cup-Sieger Shinji Okazaki, der mit seiner Schnelligkeit und Vielseitigkeit das ideenlose Offensivspiel beleben soll. In Mönchengladbach wird der 24-Jährige allerdings noch nicht dabei sein.

Dort fühlt man sich nach dem zweiten Auswärtssieg der Rückrunde darin bestätigt, statt eines neuen Trainers vier neue Spieler verpflichtet zu haben. «Wir hatten ein paar Umstellungen und frisches Blut. Die Neuen gehen ein Stück weit unbelasteter in die Rückrunde», sagte der Coach am Sonntag. Die Defensivspieler Martin Stranzl und Havard Nordtveit schlossen auch in Frankfurt die bisherige «Schießbude der Liga». Gegen den VfB könnte zudem der von Besiktas Istanbul gekommene Michael Fink seinen Einstand feiern.

Die Gegensätze zwischen beiden Abstiegskandidaten ließen sich weiter beliebig aneinanderreihen. Gladbach möchte am Samstag endlich den ersten Heimsieg holen, Stuttgart den ersten Auswärtsdreier. Dazu ist seit dem Hinspiel noch eine Rechnung offen: Das gewann der VfB mit 7:0. «Wir wollen mit aller Macht ein gutes und erfolgreiches Heimspiel gegen Stuttgart machen», sagte Frontzeck. Auch Bobic betonte: «Wir müssen schauen, dass wir jetzt punkten.» Immerhin darin sind sich die beiden Vereine völlig einig. dpa