nach oben
Mit Mannschaften wie Champions-League-Starter Borussia Mönchengladbach (in Weiß Nico Elvedi) kann sich das VfB-Team um Kapitän Christian Gentner (links) und Emiliano Insua (rechts) nach dem Abstieg nur im DFB-Pokal messen.  Baumann
Mit Mannschaften wie Champions-League-Starter Borussia Mönchengladbach (in Weiß Nico Elvedi) kann sich das VfB-Team um Kapitän Christian Gentner (links) und Emiliano Insua (rechts) nach dem Abstieg nur im DFB-Pokal messen. Baumann
24.10.2016

Stuttgarter reisen zum Pokalspiel in Gladbach kurzfristig an

Hannes Wolf hat sich bestens eingefunden beim VfB Stuttgart. Im Gespräch gerät der neue Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten durchaus ins flapsige Plaudern. Ob es ihm keine Kopfschmerzen bereite, dass sich seine Mannschaft erst nach dem Abschlusstraining am Dienstag in den Zug setzt, um am Abend (20.45 Uhr/Sky) beim Erstligisten Borussia Mönchengladbach in der zweiten Runde des DFB-Pokals anzutreten, wurde er gefragt.

Das setzte ja schon ein großes Vertrauen in die Deutsche Bahn voraus. „Wir brauchen Mut“, sagte der 35-Jährige mit einem Augenzwinkern und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Ich vertraue der Bahn zu 100 Prozent.“

Trainer fordert mutigen Auftritt

Mutig will er beim haushoch favorisierten Champions-League-Teilnehmer spielen lassen. „Wir werden alles raushauen, was geht“, erklärte der VfB-Coach. Mit „großer Ernsthaftigkeit“ sollen seine Mannen die Partie angehen. Angsthasen-Fußball mit einer Sechser-Abwehrreihe wollen die Stuttgarter auf alle Fälle nicht bieten. Es gelte, der Schnelligkeit der Gladbacher zu begegnen und auf jeden Fall dagegenzuhalten.

In welchen Räumen er den Gegner attackieren lassen werde, wollte Trainertalent Wolf nicht preisgeben. Der Pokal wird aber definitiv zur Herausforderung. „Es ist für mich undenkbar zu sagen, dieser Wettbewerb ist nicht so wichtig für uns“, erklärte Wolf, dessen Auftrag der direkte Wiederaufstieg ist.

Ein Sturmduo Simon Terodde/Daniel Ginczek werden die VfB-Fans in Gladbach definitiv nicht sehen. Torjäger Ginczek, der am Freitagabend im Punktspiel gegen den TSV 1860 München (2:1) nach über einem Jahr verletzungsbedingter Pause zu einem Kurzeinsatz kam, reist nicht mit. Der 25-Jährige nutzt die Zeit, um in Stuttgart an seiner Fitness zu arbeiten. Der Coach will Ginczek sowieso „bis Weihnachten eher einwechseln“. Prinzipiell ist für Wolf aber eine Formation mit zwei Stürmern denkbar.

Da der VfB-Trainer ein positiv denkender Mensch und Trainer ist, lag ihm Kritik an der mangelnden Chancenverwertung gegen den TSV 1860 fern. „Ich habe mich sehr über die vielen herausgespielten Chancen gefreut. Man braucht dann halt auch das Quäntchen Glück, um die Chancen rein zu machen.“ Da war es wieder, dieses schelmische Lächeln, das den Profitrainer-Novizen so sympathisch macht.

Als größte Herausforderung seiner bisherigen Karriere wollte Wolf das Duell mit den Borussen aus Gladbach übrigens nicht bezeichnen. Die beiden erfolgreich bestrittenen Finals mit den A-Junioren von Borussia Dortmund, seien von seinem Gefühl her, „auch große Spiele gewesen.“

Nachdem er seine Startformation erst nach der 0:5-Klatsche bei Dynamo Dresden kräftig umgebaut hatte, stellte Wolf nun unumwunden klar: „Es gibt keine erste Elf, die in Stein gemeißelt ist.“

Offen ist, ob in der Innenverteidigung Toni Sunjic oder Benjamin Pavard neben Timo Baumgartl spielt, aber auch ob Kevin Großkreutz die rechte Abwehrseite übernimmt oder aber Florian Klein. Neben Ginczek reisen die verletzten Hajime Hosogai (Zehenbruch) und Tobias Werner (Adduktorenprobleme) nicht mit.