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Florian Klein (Mitte) feiert mit Alexandru Maxim (links), Benjamin Pavard und einem Betreuer sein Tor. Foto: Karmann
Florian Klein (Mitte) feiert mit Alexandru Maxim (links), Benjamin Pavard und einem Betreuer sein Tor. Foto: Karmann
01.05.2017

Stuttgarts Kraftakt vor 15000 feiernden Fans

Nürnberg. Nürnberg, die 90. Spielminute: Emiliano Insua kommt über die linke Seite in Flankenposition, fankt auch – etwas zu weit. Daniel Ginczek macht den Ball aber nochmals heiß und Simon Terodde spielt diesen scharf in die Mitte. Nun hämmert Florian Klein das Spielgerät aus sieben Metern mit dem Vollspann ins lange Eck – Tooooooooooor. Tor für den VfB Stuttgart. Das war die 3:2-Führung des Zweitliga-Spitzenreiters beim 1. FC Nürnberg – und der Endstand.

Es war zudem der vierte Sieg in Folge. Damit haben die Fußballer von Trainer Hannes Wolf auf dem Weg zurück in die Bundesliga wieder einmal ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt. Nach einer tölpelhaften ersten Halbzeit mit Gegentreffern durch die Nürnberger Hanno Behrens (25.) und Cedric Teuchert (33.) musste der Stuttgarter Coach seinen Spielern in der Pause einen verbalen Einlauf verpassen, ehe die beiden Sturm-„Ochsen“ Terodde (47./Foulelfmeter) und Ginczek (50.) sowie Klein das Blatt doch noch wendeten.

„Wir haben nicht gut gespielt, zu viel zugelassen, Bälle leicht verloren, nach vorne wenig entwickelt, haben – wenn wir den Ball verloren haben – keinen Zugriff mehr bekommen und sind dann auch in fiese Konter gelaufen.“ Wolfs Mängelbericht für die ersten 45 Minuten war lang.

„In der Halbzeit haben wir uns eingeschworen. Wir wollten die Menschen so nicht nach Hause schicken und das auch für uns so nicht stehen lassen“, erklärte der 36-Jährige die Leistungssteigerung danach. Und der zur Pause für Takuma Asano gekommene Ginczek, der sich und Sturmpartner Terodde zuletzt als „Ochsen, die auch Fußball spielen können“ tituliert hatte, entgegnete vehement der Mutmaßung, dass sich der VfB angesichts von nun schon fast einem Dutzend Last-Minute-Punktgewinnen zum Titel dusele: „Es ist auch eine Leistung, zum Ende hin noch so eine Leistung auf den Platz zu bringen mit den Leuten, die dann reinkommen.“

Rund 15 000 VfB-Fans hatten sich auf den Weg gemacht, feierten sich sowie die Mannschaft im mit 44 098 Zuschauern ausverkauften Nürnberger Stadion die gesamten 90 Spielminuten frenetisch. „Der Support ist außergewöhnlich. Und wir tun alles, dem gerecht zu werden. Das klappt nicht immer so – aber hinten raus halt doch oft“, meinte Wolf zum großen Rückhalt der Anhänger.