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Starker Zusammenhalt, auf und außerhalb des Feldes. Fotos: Ripberger (2), Gössele (2)
Starker Zusammenhalt, auf und außerhalb des Feldes. Fotos: Ripberger (2), Gössele (2)
Augen zu und durch: Ashlee Guay (links) setzt zum Korbleger an. Mara Hjelle (rechts) hat den Weg freigeblockt. Fotos: Ripberger (2), Gössele (2)
Augen zu und durch: Ashlee Guay (links) setzt zum Korbleger an. Mara Hjelle (rechts) hat den Weg freigeblockt. Fotos: Ripberger (2), Gössele (2)
Setzt sich durch: Sterne-Neuzugang Magali Mendy hat voll eingeschlagen. Fotos: Ripberger (2), Gössele (2)
Setzt sich durch: Sterne-Neuzugang Magali Mendy hat voll eingeschlagen. Fotos: Ripberger (2), Gössele (2)
11.12.2015

Super Saison des Aufsteigers Rutronik Stars Keltern im Frauen-Basketball

Keltern -Dietlingen. Die Rutronik Stars Keltern spielen als Aufsteiger eine sensationelle Saison. PZ-news zieht vor dem Pokalspiel der Dritten Runde am Sonntag ein Halbzeit-Fazit der bisher erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte.

Pokal-Derby am Sonntag mit PZ-Aktion

Die Rutronik Stars Keltern wollen das überragende Jahr 2015 am Sonntag noch mit dem Einzug ins Viertelfinale des DBBL-Pokals krönen. Ab 16.30 werden die Basketball-Bundesliga-Frauen deshalb nochmal alles raushauen, wenn es gegen die Eisvögel Freiburg geht, die man in der Liga schon mit 83:58 bezwingen konnte. Doch Sterne-Coach Christian Hergenröther warnt – nach zuletzt zwei Niederlagen: „Wir müssen voll konzentriert sein. Es ist ein Spiel, es ist ein Derby, das wird ein knallharter Fight.“
Zumal sich die Freiburger zwischenzeitlich mit amerikanischen Spielerinnen verstärkt haben und auch läuferisch zugelegt haben. Dennoch: „Wir wollen in die nächste Runde und werden alles dafür geben“, so Hergenröther.
In der Halbzeit-Pause wird es beim „Christmas Game“ wieder einen Freiwurf-Wettbewerb mit Promis geben. Für jeden verwandelten Freiwurf wandern 50 Euro in die Spendenkasse der PZ-Aktion „Menschen in Not“. dom

Als Aufsteiger spielen die Rutronik Stars eine sensationelle Saison. Die Mannschaft von Christian Hergenröther legte einen 9-Siege-in-9-Spielen-Lauf hin und musste erst in den letzten beiden Partien der Vorrunde sich gegen Wasserburg und Marburg geschlagen geben. Am Sonntag (16.30 Uhr) steht noch das Pokalspiel in der Dritten Runde des DBBL-Pokals in Dietlingen gegen die Eisvögel aus Freiburg an. Doch schon vorab ziehen wir ein Halbzeit-Fazit der bisher erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte. Außerdem blicken wir voraus – was sind die Ziele in der Premieren-Saison in der 1. Basketball-Bundesliga der Frauen...

Die Sterne stehen nach der Hälfte der Saison auf dem zweiten Tabellenplatz – vier Punkte hinter Spitzenreiter Wasserburg. Kommt das überraschend?

Absolut. Die Mannschaft wurde vor der Saison neu zusammengestellt. „Wir wussten nicht, was uns erwartet“, sagt Coach Hergenröther, der bei den Neuverpflichtungen allerdings ein glückliches Händchen bewies und vor allem mit Ashlee Guay und Magali Mendy zwei Spielerinnen an Land ziehen konnte, die in Keltern voll eingeschlagen haben.

Einer der Erfolgsgründe, so heißt es, sei die „homogene Mannschaft“. Was genau ist damit gemeint?

Vor allem menschlich passen die Spielerinnen hervorragend zusammen. „Sie verstehen sich super“, sagt Hergenröther und berichtet von vielen Aktivitäten auch außerhalb des Spielfeldes. Die Mädels haben Spaß bei gemeinsamen Ausflügen in andere Städte, treffen sich immer wieder zu gemeinsamen Essen, sowie kürzlich als die Amerikanerinnen zum Thanksgiving einluden.

Doch mit homogen ist auch das Zusammenspiel auf dem Platz gekeint. „Die Stärken der Spieler ergänzen sich prima. Wenn die eine eine Aktion startet, weiß die andere, was sie zu tun hat“, erklärt der Coach.

Welchen Anteil hat Trainer Hergenröther am Erfolg?

Großen. Der 29-Jährige aus Ludwigsburg ist ein Basketballverrückter. Wenn der Profi-Trainer nicht auf dem Feld steht, zieht er sich in sein Kämmerlein zurück und studiert stundenlang Videoaufnahmen – von seinem Team und den Gegner. „Ich bin ein Perfektionist“, sagt er. Und: „Basketball ist teilweise wie Schachspielen.“ Was Hergenröther auch auszeichnet: er trifft bei seinen Mädels immer den richtigen Ton – was seinem Vorgänger Peter Kortmann angeblich nicht immer gelang.

Wer sind die erfolgreichsten Werferinnen der Sterne?

Magali Mendy, Ashlee Guay und Mara Hjelle. Mendy hat bisher insgesamt 158 Punkte geworfen, Guay 145, Hjelle 128. Danach folgt Ana-Maria Kammer mit 108 Punkten. Von der Drei-Punkte-Linie glänzte bisher Ashlee Guay. Die US-Amerikanerin kommt auf eine Wurfquote von 41 Prozent. Reboundkönigin ist Mara Hjelle mit 99 „Total Rebounds“.

Was ist besonders am Spiel der Sterne? Warum sind sie so schwer auszurechnen?

Es ist vor allem das schnelle Kombinationsspiel: „Wir versuchen immer noch einen Extra-Pass zu spielen, um dann freistehend zum Schuss zu kommen“, verrät Hergenröther. „Dafür muss man natürlich sehr geduldig sein – und das sind meine Spielerinnen.“

Der Klassenerhalt wurde schon eingetütet, wie lautet das neue Saisonziel?

In die Play-offs kommen. Die Qualifikation dafür ist eigentlich so gut wie sicher. Die Frage ist bloß, als Wievielter gehen die Sterne in die Endrunde. Derzeit belegt das Team mit 18 Punkten Platz zwei. Dritter ist Saarlouis (ebenfalls 18 Punkte). Der Vorsprung auf Platz acht (letzter Platz, der für die Play-offs berechtigt) beträgt schon zehn Punkte. „Mit einem Bein stehen wir schon in den Play-offs, wir müssen nur noch vier, fünf Spiele gewinnen, dann haben wir das nächste Ziel erreicht“, sagt der Sterne-Trainer und verspürt „überhaupt keinen Druck. Wenn wir in der Rückrunde genauso spielen wie bisher, wäre das schon sensationell.“

Kann Keltern sogar als Spitzenreiter in die Play-offs starten? Oder ist Rang eins für den TSV Wasserburg reserviert?

Kein Team der Liga kann Wasserburg das Wasser reichen. Der TSV dominiert ohne Ende. Elf Siege in Folge, 1002:639 Körbe – das sind Topwerte über die die Konkurrenz nur staunen kann. Der Platz im Play-off-Finale ist für Wasserburg quasi reserviert. Aber wer weiß, vielleicht schaffen die Sterne ja den sensationellen Einzug ins Finale. Und in den Play-offs ist ja bekanntlich dann alles möglich.

Wer kommt in die Play-offs?

Laut Hergenröther: Titelverteidiger Wasserburg, Saarlouis, Herne, Marburg, Halle, die Hurricans, vielleicht die Wohnbau Angels und natürlich die Sterne.

Was muss passieren, dass die Sterne auf Anhieb deutscher Meister werden?

„Ein Wunder“, so Hergenröther. „Dafür müssen alle Spielerinnen über sich hinauswachsen und vor allem in den Play-offs sehr konstant spielen.“