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Als Spieler und Teilzeittrainer darf sich Alexander Flock (rechts) auf einen starken Kader freuen. Unter anderem ist Marko Lenz beim TC Wolfsberg einmal mehr eine feste Größe.  Foto: Ripberger 

TC Wolfsberg: Der Kader ist komplett, ansonsten aber vieles offen

Pforzheim. Quasi mit Beginn der Restriktionen in der Corona-Krise ist die Meldefrist für die Tennis-Zweitligisten zu Ende gegangen. Thomas Hell als Sportlicher Leiter des TC Wolfsberg hat noch zwei Spieler verpflichtet und die weiteren zwei freien Plätze an Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen vergeben.

Klar war bereits, dass der vor einem Jahr zum TCW gewechselte Johann Willems den festen Stamm an deutschen Spielern anführt, und dass mit dem Österreicher Sebastian Ofner (bisher TSV 1860 Rosenheim) ein Hochkaräter bei den Pforzheimern ganz oben auf der Liste steht (PZ berichtete). Der in der Weltrangliste auf Platz 163 geführte Ofner, Freund und Trainingspartner von Australian-Open-Finalist Dominic Thiem, dürfte bei maximal zwei der acht Partien dabei sein.

Die Neuen spielen nur im Notfall

Bei den beiden kurzfristig verpflichteten Akteuren handelt es sich um den Italiener Edoardo Eremin sowie um Sebastian Baez aus Argentinien, den Sieger der Olympischen Jugendspiele. Als Nummer 355 der Weltrangliste ist der 19-Jährige Baez (1,70 Meter/70 Kilogramm) bei den Pforzheimern auf dem Papier die Nummer vier. An Position sieben wird der 25-Jährige Eremin (1,85 Meter/88 kg) geführt. Mit ihrem Erscheinen ist allerdings eher nicht zu rechnen. „Das sind Stand-by-Spieler, die kommen, wenn Not am Mann ist. Aber es gibt keine Verpflichtung von Spielerseite und keine von Seiten des Vereins“, sagt Hell. Fest steht, dass er einen starken, verjüngten Kader zusammenbekommen hat, und das Alexander Flock erneut eine Art Doppelrolle zukommt: Dieser langjährige TCW-Spieler übernimmt wie bereits 2019 teilweise auch die Betreuung des Teams.

Einmal mehr ist aber auch die Konkurrenz gut aufgestellt. Die Saison soll am Sonntag, 12. Juli, beginnen. Doch angesichts der Corona-Krise muss sich zeigen, ob in dreieinhalb Monaten tatsächlich die Bälle übers Netz fliegen. Derzeit ruht selbst der Trainingsbetrieb. Bei den Frauen ist für die Bundesliga sowie die zweiten Ligen, die im Mai und Juni spielen sollten, bereits eine Absage erfolgt. Zudem haben ATP und WTA bis zum 7. Juni alle großen Turniere abgeblasen. „Im Moment weiß keiner etwas“, sagt Hell. Er geht davon aus, dass eine Entscheidung, die 2. Liga abzusagen, spätestens Anfang Juni getroffen würde.

Als Top-50-Spieler ist der in Stuttgart lebende Australier John Millmann ein Top-Profi. Der 30-Jährige ist die Nummer eins von Bundesliga-Absteiger TC Weinheim. Dieser Club bietet mit Yannick Hanfmann (28) auch den Goldstadtpokal-Sieger von 2010 auf. Ansonsten setzt Weinheim ähnlich wie der von Hell besonders stark eingeschätzte BASF Tennisclub Ludwigshafen auf ausländische Spieler. An Position 11 haben die Ludwigshafener allerdings auch den 38-jährigen Denis Gremelmayr gemeldet, der lange zum TCW-Team gehörte. Ein in Tenniskreisen bekannter deutscher Spieler führt das Aufgebot des TEC Waldau an: Der 30-jährige Yannick Maden stand immerhin auch schon unter den Top 100 der Welt.

Große Ehre für TCW-Talent Fix

Ein junger Hoffnungsträger des TCW ist David Fix. Den 15-Jährigen haben die Pforzheimer als Nr. 17 gemeldet. Der letzte Kaderplatz ging an Julius Hell, den 18-jährigen Sohn von Team-Manager Thomas Hell. Dank Fix und Hell junior erfüllt der TCW die Auflage, im 18-er Kader vier deutsche Spieler unter 23 Jahren zu haben.

Ralf Kohler

Ralf Kohler

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