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Die Siegerehrung nach dem Damenfinale nahm Frank Nauheimer von der Firma Rau-Admedes vor, links Turniersiegerin Steffi Bachofer, rechts Natalia Siedliska.
Die Siegerehrung nach dem Damenfinale nahm Frank Nauheimer von der Firma Rau-Admedes vor, links Turniersiegerin Steffi Bachofer, rechts Natalia Siedliska.
Im Finale der Herren dominierte Dacian Craciun. Foto: Ripberger
Im Finale der Herren dominierte Dacian Craciun. Foto: Ripberger
Nach dem Finalmatch gratulierte Michael Stepper von der Firma Stepper den Finalisten Matteo Fago und Dacian Craciun (von links). Foto: Ripberger
Nach dem Finalmatch gratulierte Michael Stepper von der Firma Stepper den Finalisten Matteo Fago und Dacian Craciun (von links). Foto: Ripberger
09.07.2017

TC Wolfsberg: Favoritensterben bei den Herren, Favoritensieg bei den Damen

Favoritensterben bei den Herren und Favoritensieg bei den Damen - die beiden Tennisturniere des TC Wolfsberg boten ein Kontrastprogramm. Der 37-jährige Rumäne Dacian Craciun gewinnt den Goldstadt-Tennispokal, während sich mit Steffi Bachofer bei den Damen die Nummer eins durchsetzt.

Für den rumänischen Tennisspieler Dacian Craciun gibt es nichts Besseres als Pforzheim. „Vor drei Jahren habe ich mein erstes internationales Turnier gespielt – in Pforzheim und bin damals gleich ins Halbfinale eingezogen. Und jetzt bin ich zum zweiten Mal hier und gewinne.“ Dabei ist der frischgebackene Sieger um den 35. Goldstadtpokal bereits 37 Jahre alt.

Das hielt ihn nicht davon ab, am Samstag in der größten Hitze von deutlich über 30 Grad auf der Anlage des TC Wolfsberg zunächst im Halbfinale den zehn Jahre jüngeren indischen Geheimfavoriten Tejas Chaukulkar auszuschalten, um dann im Finale dem 29-jährigen Italiener Matteo Fago mit 7:5, 6:1 dessen Grenzen aufzuzeigen. Das Damen-Finale im Kampf um die 27. internationalen badischen Meisterschaften sicherte sich dagegen die Nummer eins der Setzliste, die 32-jährige Steffi Bachofer vom TC Radolfzell, mit 6:3, 6:3 gegen die 21-jährige Natalia Siedliska vom TC Ludwigshafen.

Nummern 1 und 2 scheitern

Im Herren-Wettbewerb um den Cup der Firma Stepper scheiterte mit dem Pforzheimer Lokalmatador Holger Fischer der Titelverteidiger am Freitag im Viertelfinale an Craciun. Nachdem gleich in der ersten Runde die Nummer eins der Setzliste, Vincent Jänsch-Müller (Dorstener TC), die Segel streichen musste, erwischte es am Samstag im Halbfinale auch die Nummer zwei, Rene Schulte. Der Italiener Matteo Fago vom TC Weinheim zeigte nur im ersten Satz Schwächen, entschied aber mit 1:6, 6:2, 6:4 nach hartem Kampf das Duell dennoch für sich.

Endspiel-Gewinner Craciun vom TC Heilbronn hatte auch im zweiten Duell seines Lebens gegen Fago das bessere Ende für sich und präsentierte sich fair: „Ich hatte es leichter im Halbfinale, Fago musste dagegen drei Stunden kämpfen.“ Und der Akteur des TC Weinheim fügte hinzu: „Und am Freitagabend war ich bis 21 Uhr gefordert.“ Dennoch zog der Unterlegene im Duell zweier Oberliga-Akteure ein positives Fazit: „Ich bin zum ersten Mal hier und gleich Zweiter. Das ist doch nicht schlecht, oder?“ Auf das Wetter schob er seine Niederlage jedenfalls nicht: „Ich liebe diese Hitze.“

Hitze macht zu schaffen

Dagegen haderten die Damen sichtlich mit den tropischen Temperaturen. Und nicht nur damit. Steffi Bachofer, die Siegerin des Turniers um den G. Rau-Almedes-Cup, klagte: „Alles war nicht so einfach. Wir hatten im Finale Hitze, zwischendurch Wind, dann sah es nach Regen aus. Ich hatte selbst kein so gutes Gefühl.“ Immerhin musste sie trotz des 6:3, 6:3-Triumphs gegen Natalia Siedliska im zweiten Satz einem 0:3-Rückstand hinterherlaufen. Die in Deutschland aufgewachsene Tochter einer Polin verdient als Verliererin besonderen Respekt. „Sehen Sie, wie ich zittere?“, fragte sie hinterher den PZ-Mitarbeiter, wobei sie darauf anspielte, dass sie sich in den vergangenen Tagen mehrfach übergeben hatte und kaum einen Bissen zu sich nahm. „Ich hätte auch aufgeben können, aber meine Eltern schauten zu“, sagte Siedliska. Die beim Württembergischen Tennisbund als Bereichsleiterin für die Jugend angestellte Bachofer befand über ihre Finalgegnerin: „Sie ist eine Mega-Spielerin. Wenn sie fit gewesen wäre, dann wäre das eine harte Auseinandersetzung geworden.“

Die letzte Pforzheimer Hoffnung, Nathalia Rossi, lieferte sich im Halbfinale mit Bachofer ein kurioses Match. Mit 0:6, 6:0, 5:7 drehte die Wolfsbergerin eine nach dem ersten Satz einseitige Partie fast noch. Im zweiten Semifinale erwies sich Siedliska gegen Nora Niedmers im vereinsinternen Ludwigshafener Duell mit 6:4, 7:5 als einen Tick besser.

Turnierdirektor Thomas Hell und Onkel Reiner Hell konnten zufrieden Bilanz ziehen: Zahlreiche Zuschauer, packende Auseinandersetzungen und Fairness kennzeichneten die Turniertage.