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Unverwüstlich: Wolfsberg-Routinier Holger Fischer.  Foto: PZ-Archiv
Unverwüstlich: Wolfsberg-Routinier Holger Fischer. Foto: PZ-Archiv
Feste Größe beim TCW: Der Australier Rameez Junaid. Foto: PZ-Archiv
Feste Größe beim TCW: Der Australier Rameez Junaid. Foto: PZ-Archiv
Mann für die Spitzenposition: Der Italiener Ricardo Belotti. Foto: PZ-Archiv
Mann für die Spitzenposition: Der Italiener Ricardo Belotti. Foto: PZ-Archiv
14.07.2015

TC Wolfsberg in 2. Liga: Die Unabsteigbaren bleiben sich treu

Der TC Wolfsberg will sich auch im 32. Jahr in der 2. Tennis-Bundesliga behaupten. Der Saisonauftakt am Wochenende trifft den TCW jedoch gleich mit einem schweren Doppelspieltag .

Würde ein Wettbüro irgendwann Wetten für die 2. Tennis-Bundesliga Süd anbieten, wäre mit dem Klassenerhalt des TC Wolfsberg Pforzheim wohl kaum ein fetter Gewinn zu erzielen. Jeder vernünftige Manager würde die Quote für den Fall des Klassenerhaltes dieses Teams klein halten. Denn seit die Racketschwinger aus der Pforzheimer Nordstadt 1984 in die zweithöchste Spielklasse (die damals noch Regionalliga hieß) aufgestiegen sind, haben sie es sich dort gemütlich gemacht. Kein Aufstieg, kein Abstieg. Unzählige Liga-Reformen hat der Verein überlebt, selbst als die 2. Liga zwischenzeitlich eingleisig wurde, behaupteten die Wolfsberger stur ihren Platz.

Ihre Ausdauer können die Unabsteigbaren aus Pforzheim jetzt ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Am Wochenende steigt das Team von Sportdirektor Thomas Hell und Trainer Laszlo Laszlo mit Volldampf in die Liga ein. „Wir wollen den Klassenerhalt schaffen. Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen“, sagt Thomas Hell so schlicht, wie er das eigentlich jedes Jahr tut. Auch die Strategie des Vereins bleibt unspektakulär unverändert: Ein Stamm von deutschen Spielern, die man möglichst lange an den Verein bindet, dazu einige Ausländer, von denen an jedem Wochenende zwei oder drei aufgeboten werden.

Gleich gegen zwei Favoriten

Wie stark die Wolfsberger Truppe ist, wird gleich das Auftaktwochenende mit einem Heimspiel gegen den TV Reutlingen am Freitag (13.00 Uhr) sowie dem Auswärtsspiel am Sonntag (11.00 Uhr) beim TC Bruckmühl-Feldkirchen zeigen. Beide Gegner zählen zum Favoritenkreis für den Titel, beide spielten zuletzt gegeneinander, Reutlingen unterlag 2:7.

Das ist keine wirkliche Überraschung. Reutlingen ist nominell gut besetzt, aber das Team aus dem bayerischen Bruckmühl der einzige Süd-Zweitligist, der überhaupt Spieler aus den Top 100 der Weltrangliste aufbieten kann. Der Serbe Viktor Troicki (Nummer 25) kam am Sonntag nicht zum Einsatz, dafür waren der Luxemburger Gilles Muller (48) und der Kroate Damir Dzumhur (88) am Start. Deutsche Spieler suchte man in der Aufstellung der Mannschaft aus Bayern hingegen vergebens.

Das ist ziemlich genau der Gegenentwurf zum Wolfsberger Modell. Thomas Hell will Woche für Woche sechs Deutsche aufbieten, dazu den Australier Rameez Junaid und einen oder zwei EU-Ausländer. Fünf davon hat der TCW auf seiner Meldeliste, mehr als sonst, vermutlich werden aber nur der Spanier Pere Riba-Madrid und die Italiener Stefano Travaglia und Ricardo Belotti gelegentlich für Pforzheim aufschlagen.

Die Hauptlast werden wieder die deutschen Spieler schultern, vor allem Marco Lenz, Denis Gremelmayr, Alexander Flock, der unverwüstliche Holger Fischer, Neuzugang Pascal Meis und Andre Wiesler. Mit den Neuzugängen Igor Kolaric und Andrea Begemann sowie Patrick Sell stehen weitere Talente dahinter bereit. Aber Thomas Hell weiß: „Für junge Spieler ist die 2. Liga ein hartes Brot.“

Suche nach der Balance

Beim TCW wird es nun Spieltag für Spieltag darum gehen, die Balance zu finden. „Zu viele Spieler sind nicht gut, zu wenig auch nicht“, sagt Hell. Hat das Team am Spieltag zu viele Mann an Bord, können nicht alle spielen – das sorgt für Unmut. Sind es zu wenige, kann man in den Doppeln nicht auf Verletzungen oder Formschwächen reagieren.

Auch wenn ein Wettbüro wohl kaum eine attraktive Quote für den Pforzheimer Klassenerhalt anbieten würde, sieht TCW-Präsident Reiner Hell den Ligaverbleib nicht als Selbstverständlichkeit. „Diese Liga ist für den Verein jedes Jahr ein Kraftakt“, sagt er. Aber auf dem Wolfsberg ist man seit 31 Jahren dieser Herausforderung gewachsen.