760_0900_16523_.jpg TGS-Handballer siegen im Endspurt noch 35:34 über die SG Lauterstein
Clever am Kreis: Andrej Klimovets (links) holte in der Schlussminute den Siebenmeter für die TGS Pforzheim heraus, den Florian Taafel zum Siegtreffer gegen die SG Lauterstein verwandelte.  Foto: Ripberger 

TGS-Handballer siegen im Endspurt noch 35:34 über SG Lauterstein

Pforzheim. Das war ganz großes Kino für die Zuschauer in der Benckiser-Halle. Allerdings mussten die Handballer der TGS Pforzheim auch bis zur letzten Spielsekunde schwitzen und zittern. Denn lange Zeit sah es beim Duell mit der SG Lauterstein danach aus, als könnte der Aufsteiger dem Oberliga-Tabellenführer die erste Saison-Niederlage beibringen.

Doch eine Auszeit von TGS-Trainer Damir Lebovic vier Minuten vor Schluss wirkte Wunder und ebnete den Weg zum knappen 35:34-Heimsieg. „Die Spieler sind müde – körperlich und in den Köpfen. Das hat man in der zweiten Halbzeit gemerkt“, betonte Lebovic, der nach dem fulminanten Endspurt seiner Truppe, ähnlich wie eine Woche zuvor in Nußloch, kräftig durchatmen musste.

Frühe Rote Karte

Für die Gäste hatte die Partie mit einem Schock begonnen: Nach neun Minuten sah Christian Grupp die Rote Karte, weil er sich mit einer Ringer-Einlage gegen Marco Kikillus versucht hatte. Diese Überzahl-Situation nutzten die Pforzheimer Turngesellen, um durch Torjäger Florian Taafel, Nils Brandt und Kikillus auf 10:5 davonzuziehen. Durch variables Spiel über den Kreis, den Rückraum und die Außenpositionen wurde der Vorsprung sogar auf 18:11 ausgebaut.

Doch schon bis zur Pause (18:16) schmolz das Polster bedrohlich. „Das Spiel hätten wir eigentlich locker nach Hause fahren müssen“, ärgerte sich Andrej Klimovets, der ebenso wie Florian Taafel (Erkältung) angeschlagen in die Partie gegangen war. Da die Gastgeber das hohe Tempo in der zweiten Halbzeit nicht halten konnten und sich auch immer mehr Nachlässigkeiten in der Abwehr einschlichen, witterte Lauterstein Morgenluft. Nach sträflich vergebenen Pforzheimer Möglichkeiten erzielten Kreisläufer Florian Beutel und Christian Stuber per Tempogegenstoß das 22:21 für die Gäste. Fortan lief die TGS ständig einem Rückstand hinterher. Erschwerend kam hinzu, dass sich der Gegner in dieser Phase kaum Fehler erlaubte. „Wir haben keinen guten Tag erwischt und sind dann auch noch nervös geworden“, analysierte Florian Taafel. „Der unbedingte Wille, die Partie wieder zu drehen, hat uns aber gerettet.“

Dabei spielten neben der Trainer-Auszeit (32:33) auch zwei Paraden von Torhüter Jonathan Binder eine Rolle. Außerdem behielt Linksaußen David Hoffmann die Nerven und brachte die TGS mit 34:33 wieder in Führung. In der Schlussminute warf Andrej Klimovets seine ganze Cleverness am Kreis in die Waagschale. Nach einer geschickten Drehung traf der Handball-Weltmeister von 2007 zwar nur die Torlatte, bekam dafür aber einen Siebenmeter zugesprochen, den Kollege Taafel zum 35:34-Endstand verwandelte. „Für mich war das nie und nimmer ein Strafwurf“, haderte SG-Trainer Stefan Klaus mit dem Schicksal und nahm daher nur zähneknirschend die Glückwünsche zur starken Vorstellung seiner Mannschaft entgegen.

TGS Pforzheim: Binder, Hämmerling – Heintz, Taafel 10/6, Pietrucha, Kikillus 5, Hoffmann 3, Kaiser 2, Klimovets 3, Zergon 1, Ast, Brandt 7, Zluhan 4.