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Treffsicher als Siebenmeterschütze: Tobias Müller. Hennrich 

TGS Pforzheim: 23:17-Erfolg gegen Kornwestheim

Handball bei der TGSPforzheim ist selten leicht, tänzerisch und filigran. Handball bei der TGS ist immer harte Arbeit, kräftiges Zupacken, Wille und Wucht. Wären die Turngesellen aus der Goldstadt ein Fußballverein, man würde sie mental sofort im Ruhrgebiet ansiedeln, wo Sport und Maloche untrennbar verbunden sind.

„Ich bin stolz auf meine Jungs“

Diese Art von Handball ist derzeit Woche von Woche zu bestaunen, so wie beim 23:17 (13:12) am Samstagabend in der Benckiserhalle gegen den abstiegsgefährdeten SVSalamander Kornwestheim. Dabei geht es für die TGS eigentlich um nichts mehr. „Aber wir wollten gewinnen und den Kampf aufnehmen. Ich bin stolz auf meine Jungs, wie souverän sie das gelöst haben“, sagt Trainer Hans Christensen. Kürzlich habe er den Lokalrivalen SG Pforzheim beim Spiel gegen den Tabellenletzten Weinsberg gesehen, „körperlos und ohne Energie“. „Das geht nicht“, sagt Christensen, „man hat die Pflicht sich reinzuhängen für die anderen Mannschaften in der Liga, für die es noch um etwas geht.“

Seit Torjäger Florian Taafel mit einem Kreuzbandriss fehlt, muss sich die TGS noch mehr auf ihre kämpferischen Qualitäten besinnen. Der Ausfall von Spielmacher Sven Kaiser mit einem Mittelhandbruch macht die Sache nicht einfacher.

Der Kampf hat aber auch seinen Preis. Die Partie war gerade zehn Minuten und zehn Sekunden alt, da hatten die Pforzheimer bereits vier Zeitstrafen kassiert. Und weil Oliver Koziol von den Unparteiischen bereits zum dritten Mal vom Parkett geschickt wurde, sah er gleich die Rote Karte hintendrauf. Das ist im Handball sicherlich eine rekordverdächtige Marke.

Umso erstaunlicher, dass die Gastgeber trotz einer fast permanenten Unterzahl in der Anfangsphase die Partie immer offen hielten. Und sie bekamen auch nach und nach ihre Foulprobleme in den Griff. In der restlichen Spielzeit gab es nur noch drei Zeitstrafen für die TGS. Und als Johannes Roming, der Kaiser auf der Spielmacherposition vertrat, seinen dritten Ausschluss und damit Rot kassierte, war die Partie beim Stand von 21:17 bereits entschieden.

Bis zum 11:11 sahen die Zuschauer eine mehrfach wechselnde Führung, dann setzte sich die TGS zum 13:11 erstmals ab. Großartig dann die Abwehrleistung nach der Pause, als die Pforzheimer nur noch fünf Gegentore zuließen. Immer wieder wurden die Gäste zu schwierigen Würfen gezwungen, was dann durchkam war für Torhüter Jonathan Binder eine leichte Beute. Und Binders Kollege Findan Krettek überzeugte bei den Siebenmetern. Fünfmal durften die Kornwestheimer zum Strafwurf antreten, nur einmal verwandelten sie. Einmal hielt Krettek den Siebenmeter ebenso wie den Nachschuss, dreimal trafen die Gäste Latte und Pfosten. Auf der Gegenseite war Tobias Müller mit vier Treffern bei vier Versuchen einer von vier vierfachen Torschützen seines Teams.

TGS Pforzheim: Binder, Krettek – Sydorchuk 4, Müller 4/4, Zergon 4, Koziol, Kusterer 1, Althuon 3, Körner 4, Roming 1, Streichsbier 2, Christensen

Zeitstrafen: Pforzheim 14/Kornwestheim 8 Minuten