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Ende der Zusammenarbeit: Die TGS Pforzheim wird sich am Saisonende von Hans Christensen (großes Bild, links) trennen. Das teilte Abteilungsleiter Wolfgang Taafel (großes Bild, rechts) dem Trainer mit. Dafür wird Damir Lebovic (rechtes Bild) wieder die Oberliga-Mannschaft der TGS übernehmen. Gössele, Hennrich/PZ-Archiv 
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TGS Pforzheim: Christensen geht, Lebovic kehrt zurück

Paukenschlag bei den Pforzheimer Handballern: Die TGS Pforzheim trennt sich am Saisonende nach nur einem Jahr von Trainer Hans Christensen, dafür wird Damir Lebovic wieder die Oberliga-Herren der Turngesellschaft betreuen.

Am Montag wird Hans Christensen 39 Jahre alt. Vier Tage vorher gab es für ihn schon eine schöne Bescherung. „Ich habe es nicht kommen sehen. Und ich hätte gerne weiter gemacht. Schließlich habe ich das Gefühl, dass ich hier eine vernünftige Arbeit mache“, sagt der Trainer freimütig und fügt hinzu: „Das ist schon ein bisschen komisch.“

Das kann man durchaus so sehen. Die TGS ist Tabellensechster, obwohl das Team einen Großteil der Saison auf seinen Top-Torjäger Florian Taafel verzichten musste.

„Wir mussten abwägen“

Da herrscht Erklärungsbedarf. Wolfgang Taafel liefert die Erklärungen. Der Handball-Abteilungsleiter kann verstehen, dass Christensen verschnupft ist, zumal ihm der Verein vor einigen Monaten noch eine weitere Zusammenarbeit in Aussicht gestellt hatte. „Aber wir mussten abwägen. Und da passiert es auch einmal, dass man jemand wehtun muss.“

Abwägen musste die TGS Pforzheim vor allem, weil die Personalie Damir Lebovic zur Entscheidung stand. Lebovic hatte die TGS-Herren vor Christensen drei Jahre betreut und in die Oberliga geführt. Doch dann wurde der Kroate, der von den Einkünften aus seiner Trainertätigkeit seinen ganzen Lebensunterhalt bestreiten muss, der TGS zu teuer.

Der Verein trennte sich zunächst schweren Herzens von Lebovic. Als der Trainer aber keinen passenden neuen Verein fand, stellte ihn die TGS wieder ein – als Übungsleiter für die zweite Mannschaft und die Junioren. Zugleich bekam Lebovic einen „Nebenjob“: Er betreut seit dem Herbst auch die Oberliga-Frauen des Lokalrivalen HSG Pforzheim. Doch diese Teilzeitbeschäftigung bei der HSG läuft nun aus. „Wir verstehen uns mit Damir gut, aber die Tätigkeit bei zwei Vereinen lässt sich auf Dauer nicht vereinbaren“, sagt Klaus Händler von der HSG. Weil die Oberliga-Frauen für die nahe Zukunft selbst ehrgeizige Pläne haben, wollen sie keinen Teilzeittrainer, bei dem sie im Zweifelsfall nur „die zweite Geige spielen“, wie Händler sagt.

Diese Entscheidung wiederum brachte Taafel in Zugzwang. „Wir wollen Damir Lebovic unbedingt halten. Er will auch hier bleiben. Und für mich es er zweifelsfrei der beste Trainer im weiten Umkreis.“ Lebovic soll künftig die 1. Mannschaft (Oberliga), die 2.Mannschaft (Landesliga) und die Junioren parallel betreuen.

Und wie geht es nun mit Hans Christensen weiter. Der will bei der TGS bis zum Saisonende so gute Arbeit abliefern, „dass es dem Verein ein bisschen weh tut, wenn ich gehe“, sagt der Däne.

Ein naheliegender Gedanke wäre, dass Christensen dann nahtlos zum Lokal- und Ligarivalen SGPforzheim/Eutingen wechselt, der gerade auf Trainersuche ist. Schließlich war Christensen viele Jahre Spieler bei der SG. Doch beim Verein vom Buckenberg wurde man gestern von der Entwicklung überrascht. „Wir dachten, dass Hans bei der TGS weitermacht“, sagt der SG-Vorsitzende Jörg Lupus. Sein Verein arbeite auf der Suche nach einem neuen Trainer eine Namensliste ab. Und auf der stand laut Lupus bislang der Name Christensen nicht.