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Soll Handball-Drittligist TGS Pforzheim künftig entscheidende Impulse geben: Maris Versakovs, ein 31-jähriger Lette, der bereits seit zehn Jahren in Deutschland Handball spielt.   privat
Soll Handball-Drittligist TGS Pforzheim künftig entscheidende Impulse geben: Maris Versakovs, ein 31-jähriger Lette, der bereits seit zehn Jahren in Deutschland Handball spielt. privat
17.05.2017

TGS Pforzheim: Maris Versakovs wird der Nachfolger von Martin Kienzle.

Mit dem 31-jährigen lettischen Nationalspieler Maris Versakovs hat Handball-Drittligist TGS Pforzheim einen spielstarken und torgefährlichen Spielmacher verpflichtet. Versakovs, der von der HSG Norderstedt/Henstedt-Ulzburg kommt, wird die Position von Martin Kienzle einnehmen, der zum TVB Stuttgart zurückkehrt und dort die 2. Mannschaft in der Württembergliga Nord verstärkt.

Von der Spielanlage sind beide nur bedingt zu vergleichen. Der 1,92 Meter große Rückraumspieler aus Lettland ist eher ein Spielmacher klassischer Prägung, der Räume für seine Mitspieler schafft und vor allem das Zusammenspiel mit den Kreisläufern liebt. Dass er trotzdem auch selbst torgefährlich ist, beweisen seine zehn Einschüsse beim 39:38 in der Relegation zur 2. Bundesliga gegen den TSB Heilbronn/Horkheim. Der Aufstieg gelang seinem Team dennoch nicht.

Lettlands Spieler des Jahres

Versakovs kam in seiner Heimatstadt Dobele zum Handball, später ging er ins Jugendinternat von ASK Riga und debütierte dann 2003 in der ersten lettischen Liga. Mit seinem Team gewann er 2005, 2006 sowie 2007 die nationale Meisterschaft, zweimal wurde er zu Lettlands Spieler des Jahres gewählt. Durch seine Leistungen empfahl sich Versakovs fürs Ausland: 2007 wurde er vom Zweitligisten SG Achim/Baden unter Vertrag genommen. Bei den Niedersachsen avancierte er zum Leistungsträger, sodass er ins Blickfeld von Erstligisten geriet. Zur Saison 2008/09 wechselte er für kurze Zeit zum TUSEM Essen, wo er Nachfolger des Ungarn David Katzirz war. Es folgten die Stationen ASV Hamm und VfL Edewecht. Im Jahr 2011 schloss sich Versakovs dem Drittligisten SV Beckdorf an. In der Saison 2012/13 war er mit 250 Toren bester Werfer aller Staffeln der 3. Liga. 2016 wechselte er dann zum Ligakonkurrenten Henstedt-Ulzburg.

76-facher Nationalspieler

Sein erstes Nationalmannschafts-spiel hat Versakovs bereits mit 18 Jahren absolviert. Bisher hat er es auf 76 Einsätze für die lettische Auswahl gebracht. Die Qualifikation für eine EM oder WM gelang bisher nicht.

Maris Versakovs hat vor zwei Jahren sein Bachelor-Studium zum Physiotherapeuten abgeschlossen. Er wird mit seiner Ehefrau Dina und Labrador-Hund Lucky nach Pforzheim kommen und sucht noch eine Wohnung in der Stadt oder der näheren Umgebung. Dina Bergmane-Versakovs ist ebenfalls Handballerin und spielte zuletzt ebenfalls für Norderstedt/Henstedt-Ulzburg in der 3. Liga. Erste Kontakte für die 1,84 Meter große Rückraumspielerin wurden geknüpft. Es könnte sein, dass auch sie in der kommenden Saison in Pforzheim spielt.

Zum Kontakt der TGS mit Versakovs kam es über Nils Boschen, den ehemaligen Kreisläufer der Pforzheimer. Er erfuhr über seine Kontakte in die regionale Handball-Hochburg vom Wunsch des Letten, in Süddeutschland Handball spielen zu wollen. Da sich die TGS noch keine Profi-Handballer leisten kann, war es von Vorteil, dass der Lette schnell eine Arbeitsstelle fand. pm/rks