760_0900_15980_.jpg TGS Pforzheim besiegt im Handball-Spitzenspiel Pfullingen klar mit 34:26
Nicht aufzuhalten: Die TGS Pforzheim warf sich mit Frederik Zergon (weißes Trikot) auch gegen Pfullingen zum Sieg.  Foto: Gössele 
Andrej Klimovets
 

TGS Pforzheim besiegt im Handball-Spitzenspiel Pfullingen klar mit 34:26

Pforzheim. Wer soll diese Oberliga-Mannschaft stoppen? Das fragen sich die Gegner der TGS Pforzheim nun schon seit mehreren Monaten. Und eine Antwort auf den rot-weißen Wahnsinn ist noch immer nicht gefunden. An der Überlegenheit des Pforzheimer Tabellenführers konnten auch die Handballer des VfL Pfullingen nicht rütteln.

Beim Spitzenspiel im Benckiser-Park bekam die Truppe von Trainer Alexander Job vor allem in der zweiten Halbzeit ihre Grenzen aufgezeigt und unterlag am Ende klar mit 26:34. Nur ein einziger Wermutstropfen blieb für die Gastgeber: „Wir hätten gut und gerne doppelt soviele Karten verkaufen können, wenn die Halle nicht so klein wäre“, klagte TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel, der mit seinem Team zur neuen Runde in die größere Fritz Erler-Halle umziehen darf.

Nach dem Spitzenspiel und bei mittlerweile 40:0 Punkten für die Turngesellen zweifelt augenblicklich niemand mehr daran, dass dort künftig Drittliga-Handball zu sehen sein wird. Auch der Gegner nicht, dessen Rückstand auf den Tabellenführer jetzt zehn Zähler beträgt. „Die TGS ist definitiv zu stark für diese Klasse“, erkannte VfL-Trainer Job neidlos an und wollte seinen Spielern keinerlei Vorwürfe machen.

Angriffslustig startete das Team von der Schwäbischen Alb in das Kräftemessen mit dem Spitzenreiter. Binnen weniger Minuten warfen die Gäste eine 4:1-Führung heraus, wurden aber schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn spätestens beim 9:5 hatten die Pforzheimer den Spieß umgedreht. „Unsere Krisen dauern immer nur ein paar Minuten“, betonte TGS-Trainer Damir Lebovic. Gefährlich blieben die Pfullinger jedoch über ihren starken Rückraum. Deshalb schmolz der Pforzheimer Vorsprung Ende der ersten Hälfte auf 18:17 zusammen.

Spannung beim 22:22

„Gerade in kritischen Situationen, wenn das Spiel auf der Kippe steht, sind wir zum Glück aber sehr stabil“, versicherte TGS-Torjäger Florian Taafel (elf Treffer), der sich genauso wie seine Mitspieler nach der Pause steigerte. Selbst in Unterzahl erzielten die Pforzheimer wichtige Tore. Trotzdem gelang Till Fernow mit einem gewaltigen Wurf genau in den Torwinkel der 22:22-Ausgleich. „Da hatten wir das einzige Mal die Chance, das Spiel zu drehen“, resümierte Alexander Job. Doch die Hoffnung überdauerte nur wenige Minuten. Das lag in erster Linie daran, dass sich die Pforzheimer Abwehr immer besser auf den Pfullinger Rückraum einstellte. Hinzu kam eine Gala-Vorstellung des eingewechselten Torhüters Philip Hämmerling, gegen den es als „Hexer“ zwischen den Pfosten kaum ein Durchkommen gab. „Das war unsere stärkste Viertelstunde“, urteilte Nils Brandt, der während dieser Phase gleich fünfmal mit seinem wuchtigen linken Arm einlochte. „Unser Tempo ist für jede Mannschaft in der Liga zu hoch. Früher oder später lässt der Gegner automatisch nach.“

So erging es auch Pfullingen. Auf 23:24 kämpften sich die Schwaben zwar noch einmal heran, mussten die Partie aber spätestens beim Stand von 23:29 verloren geben. „Meine Mannschaft hat einen tollen Charakter und ist immer torhungrig. Diese Mentalität brauchen wir auch für die 3. Liga“, lobte TGS-Coach Lebovic.

TGS Pforzheim: Binder, Hämmerling – Heintz, Taafel 11/4, Pietrucha 1, Kikillus 1, Hoffmann, Kaiser 4, Ast, Klimovets 5, Zergon 2, Brandt 7, Zluhan 3