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Zehn Tore glückten Hagen Körner (rechts) für die TGS. gössele 

TGS Pforzheim entdeckt erst in der zweiten Halbzeit ihr Kämpferherz

Langenau. Nach einer völlig verschlafenen ersten Halbzeit holte die TGS Pforzheim in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg dank einer erneut kämpferischen Bravourleistung in den zweiten 30Spielminuten noch ein 27:27(10:17)-Unentschieden gegen die abstiegsbedrohte HSG Langenau/Elchingen.

Als das Team von Trainer Hans Christensen nach knapp 20 Spielminuten mit 5:13 schier aussichtslos im Rennen lag, gab wohl keiner der zahlreichen Zuschauer in der Pflegehofhalle auch nur einen Pfifferling auf den Gast aus Pforzheim. Trotz einer Handverletzung wurde nun Sven Kaiser in seiner alten Wirkungsstätte aufs Feld geschickt, um seine sowohl in der Abwehr als auch im Angriff lethargisch und einfallslos agierenden Mannschaftskameraden in gewohnter Manier anzutreiben.

Doch bis zum Halbzeitpfiff beim Stande von 17:10 für Langenau gelang es dann lediglich, nicht noch weiter ins Hintertreffen zu gelangen. Wie verwandelt präsentierte sich ab Beginn der zweiten Spielhälfte der Gast aus Pforzheim. Mit einer offensiven 3:2:1 und zeitweise sogar 3:3

Deckung setzen die vorgezogenen TGS`ler Kaiser, Streichsbier und Althuon dem Team von Altmeister Hartwig Schenk mächtig zu und erzielten

ein ums andere mal erfolgreich Ballgewinne. Da sich die Langenauer nun auch weniger vorbereitete Abschlüsse nahmen und immer irgend ein

TGS-Spieler störend an seinem Gegenspieler dran war, kam nun auch Jonathan Binder immer besser ins Spiel. Tor um Tor holte die TGS auf

und war beim 20:17 wieder auf Schlagdistanz zu den Schwaben. Überragend präsentierte sich bei dieser Aufholjagd Sven Kaiser, der wohl durch

einen gehörigen Adrenalinschub seine schmerzende Handverletzung völlig ignorierte und seine ehemaligen Mannschaftskameraden förmlich vor sich

her trieb. In einer zunehmend ruppiger werdenden Partie hatten nun die Unparteiischen alle Hände voll zu tun und zeitweise standen auf beiden

Seiten nur noch 4 Feldspieler auf dem Platz. So wurde beispielsweise Jan Althuon beim Wurf mit einem Fausthieb förmlich erlegt und blieb zum Entsetzen der Pforzheimer Schlachtenbummler schreiend am Boden liegen. Sein anschließendes Weitermachen wurde mit Pfiffen von den Rängen begleitet.

Nach der Pause spielte die TGS wie verwandelt. Bis zur 50. Spielminute hielt Langenau einen Zwei-Tore-Vorsprung, bis der zehnfache Torschütze Hagen Körner mit seinem sechsten verwandelten Strafwurf in der 51. Spielminute den 24:24 Ausgleich erzielte. Langenau konterte und ging wieder mit 2 Toren in Front. Wild gestikulierend trieb Florian Taafel seine Mannschaftskameraden von der Seitenlinie aus an und 45 Sekunden vor Spielende erzielte Hagen Körner nach einem weiten Pass von Jonathan Binder die umjubelte 27:26-Führung für sein Team. Noch drei Sekunden waren zu spielen, als Jan Schaden ungehindert zum Wurf kam und TGS-Keeper Binder bravourös hielt. Doch die Unparteiischen entschieden zur Verwunderung der TGS auf Strafwurf, den Altmeister Hartwig Schenk verwandelte. pm

Wie beim letzten Heimspiel gegen Kenzingen versöhnten die zweiten 30 Spielminuten die mitgereisten Fans, doch bleibt es unverständlich, warum sich das Team vom Wartberg nicht über 60. Spielminuten ihrer eigentlichen Stärken, nämlich der Laufbereitschaft und dem Kampfgeist besinnen kann und über ihre bekannt gute und offensive Abwehrarbeit Spiele gewinnt. TGS Pforzheim: Krettek, Binder – Heintz, Körner 10/6, Streichsbier 4, Müller 3, Christensen 1, Kaiser 2, Althuon 1, Koziol, Kusterer 1, Sydorchuk 1, Zergon 4