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„Hände hoch, wenn Sven Kaiser schießt“, scheint hier der Langenauer Patrick Fischer (rechts) anzudeuten. Der Pforzheimer traf nicht nur selbst zwei Mal, sondern wurde auch wegen seiner uneigennützigen Spielweise hoch gelobt. Gössele 

TGS Pforzheim gewinnt sechstes Spiel in Folge

Die TGS Pforzheim gewinnt auch ihr sechstes Handballspiel in Folge. Christensen und Taafel loben besonders den Vorbereiter Kaiser.

Die TGS Pforzheim tischt weiter schmackhaften Handball von der feinsten Sorte auf. Dass der Oberligist am Samstagabend mit dem 29:26 (13:12)-Erfolg gegen die HSG Langenau/Elchingen die Tafel-Freuden in vollen Zügen genießen darf, liegt maßgeblich am gefährlichsten Torjäger der Liga, Florian Taafel. 17 Treffer, darunter drei Siebenmeter, versenkte er im Tor des Abstiegskandidaten aus dem Ulmer Umland.

Doch der 25-jährige Lehramts-Student in Karlsruhe ist nur ein Teil des Erfolgsgeheimnisses der Sieben um Trainer Hans Christensen, die vor rund 200 Zuschauern in der heimischen Halle im Benckiserpark die Partie eigentlich sicher beherrschte.

Da ist zunächst einmal Torhüter Jonathan Binder zu nennen, dessen Hände und Beine immer dort klärend eingriffen, wo der Ball des Gegners den Weg zum Gehäuse fand. Allein drei der fünf Siebenmeter der HSG entschärfte er. Christensen schwärmte: „Der zeigt ein überragendes Niveau.“ Doch noch für andere Akteure hatte der Däne ein dickes Lob parat: „Oliver Koziol leistete gute Abwehrarbeit und Sven Kaiser ist ein begnadeter Kämpfer. Der macht Lücken für seine Mitspieler frei.“

Bescheiden lenkte auch Florian Taafel von seiner eigenen Super-Leistung ab („die war okay“) und verwies lieber auf Kollege Kaiser: „Der hat Räume geschaffen, Tempo aufgenommen und sich geopfert.“ Für den Ex-Langenauer Kaiser ist es immer wieder etwas Besonderes gegen den Verein anzutreten, für den er schon in frühester Jugend das Trikot überstreifte: „Das macht Spaß.“

Dabei war das Duell gegen Langenau/Elchingen kein Selbstläufer. Zwar führten die Gäste des württembergisch-bayerischen Fusionsvereins nur zum Auftakt mit 1:0 und 3:2, dennoch konnten sie später immer mal wieder an einem Punktgewinn schnuppern.

Dass die HSG nach einem 16:20-Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal auf 26:26 zwei Minuten vor dem Ende herankam, lag aber nicht an deren Stärke, sondern an dem einen oder anderen Abwehrschnitzer der Pforzheimer mit unnötigen Ballverlusten. Erschwerend kam hinzu, dass die pfeifenden Brüder Edwin und Roland Buhl aus Mühlheim alles unternahmen, um nicht als Heimschiedsrichter eingestuft zu werden. Auf der Habenseite der TGS steht dagegen: Selbst in Unterzahl machte das Team Dampf, was durch Treffer von Kaiser, Streichsbier, Körner und Taafel eindrucksvoll unterstrichen wurde

Trotz des sechsten Siegs in Folge nach den beiden Auftaktniederlagen bremst Coach Christensen eine allzu große Euphorie: „Unser Ziel lautet nach wie vor Klassenerhalt. Wenn wir das erreicht haben, können wir uns vielleicht über neue Ziele unterhalten.“ Doch zumindest zu der Begegnung am morgigen Feiertag beim SV Salamander Kornwestheim kann die TSGPforzheim mit breiter Brust und Selbstvertrauen reisen.

Die TSG spielte mit: Jonathan Binder – Hagen Körner (3 Tore), Christian Streichsbier (2), Florian Taafel (17, darunter 3 Siebenmeter), Tobias Müller (3/2), Sven Kaiser (2), Jan Althuon (2), Oliver Koziol, Tim Kusterer, Dymtro Sydorchuk und Kai Drosen.