760_0900_133619_MR5_4166_jpg_Marco_KIKILLUS_7_TGS.jpg
Musste sich in Haßloch mit einem Punkt begnügen: Marco Kikillus (am Ball) von der TGS Pforzheim.  Foto: Ripberger, PZ-Archiv 

TGS Pforzheim gibt in Haßloch knappen Vorsprung noch aus der Hand

Hassloch. Wohl nur die kühnsten Optimisten gingen davon aus, dass für die TGS Pforzheim am Samstag bei der TSG Haßloch Zählbares zu holen sei. Denn bei dem Handball-Drittligisten aus der Goldstadt sieht es personell nicht gerade rosig aus. Florian Taafel, Lucas Gerdon und Roy James fallen lange aus. Nun verletzte sich auch noch David Kautz beim Spiel der zweiten Mannschaft und fehlt der TGS mehrere Wochen. Zudem meldete sich am vergangenen Freitag auch noch Adam Soos krankheitsbedingt ab.

Unter diesen Voraussetzungen ist das 21:21-Unentschieden gegen die großgewachsenen und routinierten Pfälzer mehr als ein Achtungserfolg für die Pforzheimer, die eine überragende, kämpferischen Leistung an den Tag legten. Doch nicht die Pforzheimer feierten nach dem Abpfiff den Teilerfolg, sondern die Hausherren, die Dank zweier Treffer des 2,03 Meter großen Theo Surblys, die Heimniederlage noch abwenden konnten.

760_0900_133618_Pascal_Kirchenbauer_1.jpg
Sport regional

SG Pforzheim/Eutingen schlägt Handball-Drittliga- Konkurrent Oftersheim/ Schwetzingen mit 31:25

Bei allem Wenn und Aber, es war einer bravourösen Abwehrarbeit der TGSler zu verdanken, die den Teilerfolg erkämpfte. Auffälligster Akteur bei den Rot-Weißen war dabei der 36-jährige Michal Wysokinski sowie erneut Jonathan Binder im TGS-Tor. Insbesondere in der zweiten Spielhälfte hielt Binder nahezu alles, was auf sein Tor kam. Als kurz nach dem Seitenwechsel Haßloch in der 37. Minute mit 15:12 in Führung ging, behielten die TGS-Spieler die Nerven und gingen binnen zehn Minuten nach einem 5:0-Lauf ihrerseits mit 15:17 in Führung. Haßloch konnte bis zum Spielende lediglich immer wieder ausgleichen und sah 67 Sekunden vor dem Abpfiff wohl ihre Felle davon schwimmen, als die TGS mit 21:19 in Front lag.

Ärger über Freiwurf

„Wieder brachten wir einen Zwei-Tore-Vorsprung in den letzen 60 Sekunden nicht über die Ziellinie und müssen uns dabei teilweise selbst an die Nase fassen“, ärgerte sich TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel. „War es im letzten Heimspiel eine Fehlentscheidung des Schiedsgerichts, das uns wahrscheinlich um den verdienten Lohn gebracht hatte, so waren es diesmal die beiden Unparteiischen, die durch eine aus unserer Sicht nicht regelkonforme Entscheidung, uns die Möglichkeit doch noch zum Sieg zu kommen, verweigerten“, so Taafel weiter.

Was war geschehen? Nach dem Ausgleichstreffer der Haßlocher, die zu diesem Zeitpunkt für den Torhüter einen Feldspieler eingewechselt hatten, stürmte Marco Kikillus auf der rechten Außenbahn auf das leere Tor zu und wird auf Höhe der Freiwurflinie gefoult. Die Verhinderung einer klaren Torchance durch einen Regelverstoß ist mit einem Siebenmeter zu ahnden, die Schiedsrichter entschieden aber auf Freiwurf.

„Die Moral und Willensstärke unseres Teams hat mich begeistert. Leider haben wir in den ersten 30 Spielminuten zu viele klare Torchancen ausgelassen, sonst wäre es gegen Spielende wahrscheinlich nicht so spannend gewesen“, meint Taafel. „Allerdings gehen solche Kraftakte an die Substanz der Spieler und sind keine Selbstverständlichkeit.“