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Augen zu und durch – oder eben nicht: Wie hier Jan Althuon (Nummer 10) wurden die Handballer der TGS Pforzheim immer wieder von ihren Kenzinger Kontrahenten gestoppt. Becker 

TGS Pforzheim macht gegen TB Kenzingen aus einem 5:11 noch ein 18:18

Dass die Handballer der TGS Pforzheim den Ausfall ihres besten Akteurs Florian Taafel verkraften können, haben die Nordstädter seit der Verletzung ihres Torjägers Anfang Dezember letzten Jahres schon bewiesen. Dass den Wartbergern mit Sven Kaiser nun auch noch der Spielmacher ausfällt, ist von dem BW-Oberligisten aber fast nicht mehr zu stemmen. Auch deswegen musste sich die TGS gegen den TB Kenzingen mit einem 18:18 zufrieden geben.

Ohne Kaiser, der sich am Freitagabend im Abschlusstraining vermutlich einen Mittelhandbruch zuzog, wirkten die Wartberger im Spiel gegen den um den Ligaverbleib bangenden TB Kenzingen in der ersten Hälfte der Begegnung vor allem im Angriff konzept-, streckenweise sogar hilflos.

Nach der enttäuschenden Vorstellung in der ersten Spielhälfte setzte beim 5:11-Pausenstand kaum noch einer auf den Rängen einen Pfifferling auf die Gastgeber. Gerade dreimal von den Kreis- und Außenpositionen und zweimal vom Siebenmeterstrich hatten Körner, Zergon und Streichsbier den starken Kenzinger Zerberus Frank Klomfass überwinden können.

Überhaupt nicht „klingeln lassen“ hatten es bis zu diesem Zeitpunkt die Pforzheimer Rückraumwerfer. Der TGS hatte auch nicht weiter geholfen, dass Hans Christensen schon ab Minute zehn der Begegnung wieder einmal selbst mit in die Speichen griff. Auch er konnte seinem Angriff keine entscheidenden Impulse und Ordnung verleihen.

„Wir wollen euch kämpfen sehen“ hatten die Fans von den Rängen gefordert, als den Gastgebern beim 4:10-Rückstand gegen die klar das Geschehen bestimmenden Breisgauer sogar die Schlappe drohte.

Dass sie fighten können, zeigten die Pforzheimer dann gleich nach dem Wiederanpfiff. Nach Treffern von Althuon, Zergon und Körner binnen der ersten drei Minuten der zweiten Spielhälfte blies Hallensprecher Anton Schlebrowski mit seiner Feststellung „da waren’s nur noch drei“ zur weiteren Attacke.

Recht erfolgreich – zum einen, weil „Hexer“ Jonathan Binder im Gegensatz zum ersten Abschnitt die Würfe der Kenzinger häufig parierte. Zum anderen, weil er Zergon und Körner so mustergültige Anspiele servierte, dass diese bei ihren Tempogegenstößen mit einem furiosen 8:1-Zwischenspurt bis zur 40. Minute den 5:11-Rückstand in eine 13:12-Führung drehten. Danach war das Pulver aber wieder nass. Während die Pforzheimer immer wieder vorlegten, ließen sich die Südbadener aber nicht abschütteln ließen. Rückgrat im TGS-Trikot war in dieser Phase Tobse Müller, der mit letztem Einsatz gleich dreimal erfolgreich abschloss und seinen Farben damit die den beiden Seiten gerecht werdende Punkteteilung sicherte. Dieter Glauner

TGS Pforzheim: Binder, Krettek – Althuon (2), Koziol, Müller (3), Christensen, Streichsbier (2), Körner (5/1), Sydorchuk, Kusterer, Roming (1), Schmitterer, Zergon (5).