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Mit vielen Gegenspielern hatte Pforzheims Andrej Klimovets (Mitte) zu kämpfen. Hier versuchen ihn Hans Jungwirth (links) und Dominic Schaffert zu stoppen.

TGS Pforzheim mit erster Saisonniederlage gegen Kornwestheim

Ganz kurz ging der Blick von Artur Pietrucha nochmal zur Anzeigetafel. 33:37 leuchtete dort oben auf. Direkt daneben tanzten die Oberliga-Handballer des SV Salamander Kornwestheim. Und direkt darüber schmissen die begeisterten blau-gelb gekleideten Fans ihre Nebelmaschine an. Und Pietrucha? Der senkte sein Haupt schnell wieder gen Boden.

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TGS Pforzheim verliert 33:37

„Ich wollte alles geben, um der Mannschaft zu helfen. Es ist richtig schade, dass es heute vor eigenem Publikum mit dem Sieg nicht geklappt hat“, meinte Pietrucha. Der Rückraumspieler, der für den kranken Nils Brandt in die Startformation gerückt war, hatte sich offensiv antrittsschnell und wurfstark präsentiert. Neunmal landeten seine Schüsse im Netz. Doch in der Defensive machte sich das Fehlen Brandts deutlich bemerkbar: „Wir sind mit Nils Brandt und Andrej Klimovets eingespielt“, erklärte TGS-Trainer Damir Lebovic. „Aber Nils fehlt noch lange und Andrej hat große Schmerzen. Das ist äußerst schwierig.“

Kaum Paraden der Torhüter

Der Durchsetzungskraft Klimovets’ war es in erster Linie zu verdanken gewesen, dass das Spiel bis zur Pause noch ausgeglichen war: Ganz gleich, ob zwei oder drei Gegenspieler an ihm hingen: der Ex-Weltmeister war anfangs nicht zu bremsen. Bis zur 13. Minute hatten Klimovets, Pietrucha und Marco Kikillus eine 8:6-Führung herausgeworfen – es sollte die letzte des Tages bleiben. Erst nutzten Kornwestheims Dominic Schaffert und Kevin Wolf zwei Gegenstöße zum Ausgleich. Dann traf die TGS noch einmal, ehe der nicht zu bremsende Dennis Gabriel (zwölf Treffer) mit seinem Tor zum 10:9 den SVK erstmals in Führung brachte (17. Minute).

Obwohl Pforzheim immer wieder durch Zwei-Minuten-Strafen geschwächt wurde, blieb die Partie bis zur Pause eng: In doppelter Unterzahl verkürzte Florian Taafel kurz vor der Halbzeit noch auf 17:18. Zwar wurden die Torhüter auf beiden Seiten munter durchgewechselt. Tolle Paraden waren bis dahin aber weder von Jonathan Binder und Philip Hämmerling (TGS) noch von Tobias Tauterat und Alexander Calvano (SVK) zu sehen. Auch deshalb gelangen in Hälfte eins keiner Mannschaft mehr als zwei Tore infolge.

Indes: Genau dies änderte sich nach der Pause schnell. Beim Stand von 19:20 vergab Sven Kaiser einen Wurf gegen Tauterat (34.), vier Minuten später waren die Gäste davongezogen: Während die TGS Chance um Chance vergab, warf sich Kornwestheim mit 24:19 nach vorne. Und nach Zluhans 20:24 machte der SVK weitere fünf Tore infolge – die Partie war vorentschieden. „Wir hatten ein Problem bei den Torhütern. Zwei, drei Paraden in so einem wichtigen Spiel sind zu wenig“, monierte TGS-Trainer Lebovic.

Moral bewies der designierte Meister, der den Titel nun am nächsten Samstag in Sandweier holen möchte, trotzdem noch: Ihren Neun-Tore-Rückstand reduzierten die Pforzheier bis zur 52.Minute noch einmal auf drei Tore (28:31). Doch Kornwestheim behielt die Nerven – und nahm der TGS in deren 24. Spiel die weiße Weste.

TGS Pforzheim: Binder, Hämmerling – Heintz, Streichsbier, Taafel 6/4, Pietrucha 9, Kikillus 3, Hoffmann, Kaiser 1, Ast, Seydorchuk 1, Klimovets 6, Zergon 1, Zluhan 2