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Gegen den Tabellenführer Fürstenfeldbruck ließ die TGS Pforzheim (im Bild Davor Sruk) den Teamgeist vermissen.  Foto: Ripberger 
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Florian Taafel kann den Pforzheimer Drittligisten nur als Trainer unterstützen und fehlt auf dem Feld als Spieler.  Foto: Ripberger 

TGS Pforzheim ratlos nach Heimpleite gegen Fürstenfeldbruck

Pforzheim. Fangen wir mit dem Positiven an: Die zweite Halbzeit konnten die Handballer der TGS Pforzheim in der 3. Liga Süd gegen den Tabellenführer TuS Fürstenfeldbruck ausgeglichen gestalten, zumindest was das Ergebnis betrifft. Und die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft am Samstagabend in der Bertha-Benz-Halle trotz einer 25:35 (10:20)-Niederlage mit aufmunterndem Applaus.

Ansonsten bot die Partie aus Pforzheimer Sicht wenig Erfreuliches. Die Spieler waren nach der Partie ratlos. Yanez Kirschner bekennt: „Ich kann eigentlich nicht sagen, woran es liegt.“ Trainer Florian Taafel stand mit hängendem Kopf an der Spielfeldseite, die Hände auf zwei Stuhllehnen gestützt. Er wirkte, als trüge er eine viel zu schwere Last. Seine Analyse fiel schonungslos aus: „Das war von Fürstenfeldbruck eine Machtdemonstration und von uns eine Demonstration der Schwäche.“

Zeitweise wie gelähmt

Vor allem die erste Halbzeit hatte die TGSler in Schockstarre versetzt. Bis zum 4:4 durch Davor Sruk war alles paletti, dann ging plötzlich nichts mehr. In der Offensive häuften sich Ballverluste und schwache Abschlüsse, in der Defensive bekamen die Gastgeber nie Zugriff auf die agilen Spieler des Tabellenführers. Weil sich die TGS-Spieler immer öfter im Netz verstrickten, das die Gäste mit ihrer offensiven Abwehr spannten, versuchten sie es mit immer riskanteren Zuspielen. Das resultierte in noch mehr Ballverlusten, die Fürstenfeldbruck in einfache Kontertore umwandelte. Während der Tabellenführer körperlich und geistig wacher wirkte und immer wieder aktiv Bälle eroberte, wirkten die Gastgeber zeitweise wie gelähmt. Das galt auch für den Positionsangriff, wo Fürstenfeldbruck seine Schützen fast immer in gute Wurfposition brachte.

„Unsere Ballverluste haben den Gegner stark gemacht“, ärgerte sich TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel, der aber auch die klassischen Rückraumtore vermisste. Klassische Sprungwürfe und Schlagwürfe? Fehlanzeige. Das erleichterte den Gästen aus Bayern die Arbeit natürlich ungemein. Das Fehlen von Florian Taafel auf dem Feld, der sich verletzungsbedingt auf seine Arbeit an der Seitenlinie konzentrieren muss, war offensichtlich.

Trainer vermisst den Teamgeist

Der Spielertrainer vermisste am Ende in der Defensive vor allem das, was die Mannschaft in der Vorsaison ausgezeichnet hatte. „Wir sind als Mannschaft des Jahres gewählt worden, weil wir immer für- und miteinander gekämpft haben“, bezog er sich auf den Erfolg bei der PZ-Sportlerwahl. Dieses Miteinander habe am Samstag gefehlt.

Muss man sich nun um die TGS Sorgen machen? Mit 11:17 Zählern sind es zum vorletzten Tabellenplatz nur noch drei Punkte. Und wie kann man gegensteuern? „Weiter trainieren, weiter arbeiten“, sagt Yanez Kirschner. Aber dabei schaut er immer noch ein wenig ratlos drein.