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Beim phänomenalen 32:30 gegen Tabellenführer HSG Konstanz hielt es TGS-Trainer Andrej Klimovets und Co. nicht mehr auf den Sitzen. Foto: Ripberger
Beim phänomenalen 32:30 gegen Tabellenführer HSG Konstanz hielt es TGS-Trainer Andrej Klimovets und Co. nicht mehr auf den Sitzen. Foto: Ripberger
Das Publikum in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle bekam viel geboten: Zum Sieg der Hausherren steuerte Maris Versakovs (rechts) nicht weniger als zehn Tore bei. Foto: Ripberger
Das Publikum in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle bekam viel geboten: Zum Sieg der Hausherren steuerte Maris Versakovs (rechts) nicht weniger als zehn Tore bei. Foto: Ripberger
10.02.2019

TGS Pforzheim schafft Sensation gegen HSG Konstanz

Pforzheim. Die Spieler des Handball-Drittligisten TSG Pforzheim und die meisten der rund 900 Zuschauer im Hexenkessel Bertha-Benz-Halle sind am Samstagabend aus dem Häuschen gewesen: Der zuletzt 15-mal hintereinander siegreiche Tabellenführer HSG Konstanz musste nach einer 30:32-Niederlage die Heimfahrt an den Bodensee antreten.

Pforzheims Kapitän Florian Taafel geriet geradezu ins Schwärmen: „Wir hatten einen überragenden Tag und stets daran geglaubt, dass wir die Serie des Spitzenreiters brechen, wenn wir an unsere Leistungsgrenzen gehen.“ Für seinen Vater, TSG-Chef Wolfgang Taafel, steht fest: „Unser Wille war heute größer als der des Gegners.“ Und dennoch sieht er noch Steigerungspotenzial: „Wir haben heute von unseren 100 PS etwa 90 bis 95 PS auf den Boden gebracht.“ Konstanz fehlt dagegen die Konstanz.

„TGS heute mental reifer“

Der am Saisonende scheidende Trainer Andrej Klimovets befand: „Jeder hat gesehen, was in der Mannschaft steckt.“ Selbst der Konstanzer Cheftrainer Daniel Eblen, der in seiner 16. Spielzeit die Verantwortung trägt, musste zugeben: „Die TGS war heute mental reifer und hat ein richtig gutes Spiel gezeigt. Meine Mannschaft war dagegen zu hektisch.“

Dabei schwante dem Anhang des besten Pforzheimer Handballteams nichts Gutes, da die Gastgeber schon nach elf Minuten einem Drei-Tore-Rückstand hinterherlaufen mussten (4:7). Am Anfang klappten manche riskante Anspiele am gegnerischen Kreis nicht und die Abwehr ließ viele Bälle passieren. Immerhin konnten die Seehasen nie mit mehr als eben drei Toren Vorsprung davonziehen. Dass der bisherige Tabellensiebte im Spiel blieb, ist vor allem in der Offensive Maris Versakovs zu verdanken, der zehnmal den Kostanzer Keeper überwand.

Die dramatische Schlussphase zerrte an den Nerven aller Beteiligten. Der später eingewechselte Mann für die entscheidenden Tore, Filip Prsa, traf zwar nur dreimal. Aber: Mit seinem ersten Treffer in der 44. Minute schaffte er nach 28 Minuten endlich den Ausgleich, das 24:24. Mit seinem Tor zwei Minuten später brachte er die TGS erstmals seit der sechsten Minute in Front. Nun hieß es 26:25. Schließlich eroberte Prsa mit seinem wuchtigen Geschoss zum 31:30 exakt 43 Sekunden vor dem Ende die Führung zurück. Taafel baute diese eine Sekunde vor dem Abpfiff auf 32:30 aus, weil sich die hypernervösen Konstanzer im Angriff den Ball stiebitzen ließen. Maßgeblich für den Pforzheimer Erfolg war die Taktikänderung in der zweiten Halbzeit, als Trainer Andrej Klimovets auf 6:0-Deckung umstellte.