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Mit breiter Brust startet die TGS Pforzheim in die Oberliga-Saison. Hinten von links: Trainer Damir Lebovic, Phillip Ast, Moritz Faaß, Dymitro Sydorchuk, Nils Brandt, Florian Taafel, Physiotherapeut Sebastian Firniss. Mitte von links: Freddy Zergon, Marco Kikillus, Sven Kaiser, Christian Zluhan, David Hofmann. Vorne von links: Leon Abrecht, Findan Krettek, Philip Hämmerling, Jonathan Binder, Artur Pietrucha. Auf dem Bild fehlen Tim Kusterer, Christian Streichsbier und Steven Heintz.  Foto: Verein 

TGS Pforzheim startet gut verstärkt in die Oberliga-Saison

Die Handball-Fans in der Region wollen nicht mehr länger warten. Der Saisonstart ist ganz nahe gerückt - und die TGS Pforzheim will gut verstärkt in die neue Oberliga-Saison starten. Florian Taafel ist wieder fit, mit Nils Brandt ist ein ehemaliger Bundesligaspieler an Bord, dafür fehlen Christian Streichsbier und Tim Kusterer zu Beginn.

„Ich will gesund sein und Spaß haben“ – das waren die beiden Wünsche für die neue Saison, die Florian Taafel im Mai im PZ-Interview äußerte. Mit dem Spaß soll es für den Handballer der TGS Pforzheim am Samstag (19.30 Uhr) wieder losgehen, wenn gegen den TSV Schmiden die neue Oberliga-Runde beginnt. Die Hoffnungen, gesund zu bleiben, musste der 26-Jährige indes schnell ad acta legen: Erst zog er sich einen Mittelhandbruch zu, danach musste er wegen Kniebeschwerden nach einem Zusammenprall beim Osada-Cup pausieren, berichtet TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel. Und doch: Heute ist sein Filius körperlich wieder fit, hinzu kam mit Nils Brandt unter anderem ein ehemaliger Bundesligaspieler. Auch deswegen ist man bei der TGS selbstbewusst: „Wir wollen ins vordere Drittel“, bekennt Wolfgang Taafel.

„Auf den meisten Einzelpositionen sind wir sicherlich besser besetzt als letztes Jahr“, glaubt er – und bremst zugleich zu hohe Erwartungen. Zwar wolle die TGS Rang sieben aus der Vorsaison toppen. Doch das Zusammenspiel ließ in der Vorbereitung ab und an noch zu wünschen übrig: „Wir brauchen noch ein paar Spiele, um uns einzuspielen“, prognostiziert Taafel. Gerade in der Defensive habe man Schwächen ausgemacht, an denen in den letzten Wochen intensiv gearbeitet wurde.

Ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zu den Top-Plätzen der Handball-Oberliga Baden-Württemberg: In den ersten Monaten muss die TGS auf Christian Streichsbier und Tim Kusterer verzichten, die ein Auslandssemester absolvieren. Auch deswegen wird der junge Neuzugang Philipp Ast von Anfang an als Kreisläufer gefordert sein: „Er macht seine Sache schon gut“, lobt Wolfgang Taafel den 19-Jährigen zwar. Doch klar sei auch, dass man mit Ast sowie Moritz Faaß aus dem Landesligateam einen Klassemann wie Christian Streichsbier nicht ersetzen könne.

Weniger Zeit zum Eingewöhnen wird wohl der Neuzugang im rechten Rückraum benötigen: Der gebürtige Pforzheimer Nils Brandt, der bereits für Frischauf Göppingen und die TSG Ludwigshafen/Friesenheim spielte, kehrte in die Goldstadt zurück. „Er macht kaum Fehler, ist überragend in der Abwehr“, schwärmt Taafel von dem 29-jährigen Linkshänder. Jedoch merke man bei ihm auch, dass „zehn Jahre Profitum an seinem Körper genagt haben“.

Wie Brandt wird wohl auch Florian Taafel gesetzt sein. Zum einen wegen seiner unbestrittenen Torjägerqualitäten. Zum anderen aber auch, weil er nach seinen Kreuzbandverletzungen und seinem Mittelhandbruch nur durch Spielpraxis zu alter Form finden kann: „Er ist wieder fit, das ist jetzt auch eine Kopfsache“, erklärt Wolfgang Taafel: „Florian muss den Kopf wieder frei und Vertrauen in seinen Körper kriegen.“

Altbekannter neuer Coach

Gelingt ihm das, dürfen sich die TGS-Fans bald wieder über die altbekannten, berühmt-berüchtigten Würfe des linken Rückraum-Spielers freuen. Altbekannt und trotzdem neu ist auch der Mann, der in dieser Saison auf der Trainerbank sitzt: Ein Jahr lang coachte Hans Christensen die TGS, nun kehrt Damir Lebovic nach einem Jahr Abwesenheit zurück.

Live sind er und seine neuformierte Mannschaft erstmals am Samstag um 19.30 Uhr gegen den TSV Schmiden zu sehen – und das an traditionsreicher Stelle: Wie auch das letzte Saisonspiel sowie das Derby gegen die SG Pforzheim/Eutingen steigt der Saisonauftakt in der Fritz-Erler-Halle. Dort trug die TGS bis 1992 ihre Spiele aus. Alle weiteren Heimpartien finden jedoch in der Sporthalle am Benckiserpark statt.