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Mit seiner Beweglichkeit belebte Yanez Kirschner das Pforzheimer Spiel.  Foto: Pz-Archiv/Becker 

TGS Pforzheim verliert dramatische Partie durch eigene Fehler in Heilbronn

Pforzheim/Heilbronn. Zweitbeste Heimmannschaft gegen zweitbeste Auswärtsmannschaft – die Partie zwischen der TSB Heilbronn-Horkheim und der TGS Pforzheim (29:28) hielt über weite Strecken, was sie versprach.

„Ein Unentschieden wäre sicherlich das gerechtere Ergebnis gewesen, aber Gerechtigkeit gibt es natürlich nicht“, ärgerte sich TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel nach der Schlusssirene.

Ein offener Schlagabtausch waren die ersten 30 Spielminuten. Während die Horkheimer Panther immer wieder über den Ex-Profi Oliver Hess aus dem Rückraum und über den Ex-TGSler Nils Boschen am Kreis erfolgreich waren, profitierten die Pforzheimer vor allem über das Kreisspiel und die von Maris Versakovs sicher verwandelten Siebenmeter. Beim 10:7 konnte sich Horkheim nur einmal ein kleines Polster herausarbeiten, doch schon fünf Minuten später führte Pforzheim 13:12. Mit einem Kracher in den Torwinkel stellte Versakovs den Spielstand zur Pause auf 17:17.

Unverändertes Bild in den zweiten 30 Minuten was die Spielstände angeht, das Spiel nahm an körperlicher Intensität aber zu und die TGS-Defensive bekam die starken Rückraumkanoniere Freudl und Hess immer besser unter Kontrolle und unterband zunehmend die Anspiele an den Kreis. Roy James gelang es dabei mit seiner körperlichen Präsenz immer wieder, die druckvollen Angriffsversuche der Panther zu unterbinden.

Neue Taktik der Gastgeber

Neu für die TGS war aber, dass Horkheims Trainer Volker Blumenstein für Pforzheims Spielmacher Versakovs eine Manndeckung verordnete. Dadurch wurde die Partie für die Gäste offensiv ein fünf gegen fünf. Pforzheims Trainer Klimovets brachte nun den wieselflinken Yanez Kirschner im Rückraum und gab dafür die Kreisläuferposition auf. Ab der 48. Spielminute war das Spiel an Dramatik kaum mehr zu überbieten. Trotz personeller Überzahl gestatteten die Pforzheimer ihrem Gegner, ein 22:23 auf 24:23 zu drehen und produzierten in dieser Spielphase haarsträubende Fehler im Angriff oder vergaben beste Chance. So bauten die Heilbronner ihren Vorsprung bis auf 26:23 (51. Minute) aus. Doch das Duo Kirschner/Zweigner hielt dagegen. Mit seinem Zug zum Tor gelang es Kirschner ein ums andere Mal, für Zweigner Lücken zu schaffen, der dann innerhalb von knapp zwei Spielminuten gleich dreimal erfolgreich durchbrach. Hinzu waren Versakovs per Strafwurf und Salzseeler von Linksaußen erfolgreich – und die TGS war nach einem 5:0 Lauf fünf Minuten vor Spielende bei einer Zwei-Tore-Führung vermeintlich auf der Siegerstraße. Dann aber vertändelten die Gäste einen Tempogegenstoß in aussichtsreicher Position und Heilbronn-Horkheim verkürzte trotz Unterzahl. Zeitstrafen gegen Versakovs und Taafel bescherten den Panthern eine doppelte Überzahl, die sie zum umjubelten Siegtreffer durch Pierre Freudl nutzten.

„Herzblut investiert“

„Wir haben uns diese Niederlage selbst zuzuschreiben, haben wir doch in entscheidenden Phasen im Angriff immer wieder unerklärliche, technische Fehler gemacht. Diese Niederlage tut mir richtig weh, wie kaum eine andere in dieser Saison, da wir sehr viel Herzblut investiert haben“, analysierte Wolfgang Taafel.