760_0900_21738_.jpg TGS-Trainer Andrej Klimovets macht auch am Grill gute Figur
Der Chefcoach als Chefkoch: Andrej Klimovets (rechts) mit seinen Spielern Nils Brandt (links) und Florian Taafel. Fotos: Koller
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Die Neuen bei der TGS: Kreisläufer Michal Wysokinski, Rückraumspieler Valentin Hörer und Nachwuchs-Ass Raphael Blum (von links).

TGS-Trainer Andrej Klimovets macht auch am Grill gute Figur

Pforzheim. Es gilt ja gewöhnlich als Gütesiegel für einen gastronomischen Betrieb, wenn der Herr des Hauses persönlich am Herd steht. „Hier kocht der Chef“, heißt es dann stolz. So ähnlich war es am Dienstagabend bei der TGS Pforzheim. Bewirtet wurden die Mitglieder und Fans im Vereinsheim von den Handballern der ersten Mannschaft. An Grill und Fritteuse stand der neue Cheftrainer Andrej Klimovets, assistiert von den Rückraumgrößen Nils Brandt und Florian Taafel. Spielmacher Sven Kaiser war gewohnt flink unterwegs, um Würste und Steaks an den Mann zu bringen.

Ob die TGS-Handballer nach dem Aufstieg in die 3. Liga sportlich Feinkost oder Hausmannskost servieren, weiß noch niemand zu sagen. Doch die Fans konnten sich schon mal davon überzeugen, welche Zutaten der neue TGS-Chefkoch Klimovets künftig zur Verfügung hat. Denn am traditionellen TGS-Dienstag im Vereinsheim wurden in dieser Woche die Neuzugänge der Pforzheimer präsentiert: Der polnische Kreisläufer Michal Wysokinski (28), Rückraumspieler Valentin Hörer (29), der vom künftigen Konkurrenten Haslach-Herrenberg-Kuppingen kommt, und der Brötzinger Raphael Blum (17) aus der Nachwuchstruppe JSG Goldstadt, an der auch die TGS beteiligt ist.

Der Chefkoch machte auf jeden Fall schon mal klar, was er von seinem Personal erwartet: „100 Prozent Einsatz bei jedem Training und in jedem Spiel.“ Und: „Egal ob jung oder alt, jeder kann noch etwas lernen.“ Und was steht ganz oben auf dem Lehrplan? „Wir müssen die Abwehrarbeit verbessern.“

Weil sich der Weltmeister von 2007, der kürzlich als Nachfolger von Damir Lebovic vorgestellt wurde, bei der TGS künftig ganz auf seinen Trainerjob konzentrieren will, musste für die Kreisläuferposition Ersatz her. Fündig wurde die TGS in Polen. Michal Wysokinski spielte in seiner Heimat in der ersten Liga. Nach Deutschland kam der frischverheiratete Ehemann auch seiner Frau wegen. Die Nationaltorhüterin spielt in Bietigheim und spricht als Germanistikstudentin im Gegensatz zu ihrem Mann auch Deutsch.

Am Dienstagabend musste noch Wysokinski polnischer Mannschaftskollege Artur Pietrucha dolmetschen, doch der Neuzugang versprach: „Ich will so schnell wie möglich die Sprache lernen.“ Auch handballerisch ist er für Neues offen. Sein Trainer wird es gerne hören. TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel jedenfalls ist vom Neuzugang angetan: „Er ist ein Kraftpaket und ein Supergewinn für uns.“

Das könnte auch auf Valentin Hörer zutreffen. Für den ist die 3. Liga kein Neuland, schließlich war er vergangene Saison der beste Torschütze aus dem Feld in dieser Spielklasse. Und wie viel Tore waren das? „Ich weiß es gar nicht so genau. Aber 150 müssten es schon gewesen sein.“ Kann sich die TGS in der neuen Klasse behaupten? „Ich denke, wir haben eine gute Mannschaft“, sagt Hörer. Der Rechtshänder wird im Rückraum in der Mitte oder auf links spielen, wo mit Florian Taafel auch schon der TGS-Torschützenkönig seinen Platz hat. Irgendwann könnten die beiden Konkurrenz von Raphael Blum bekommen. Doch der 17-jährige Hüne wird Zeit brauchen. „Ich hatte in meiner Jugendzeit viele Verletzungen und Rückschläge“, sagt er, ehe er hinzufügt: „Es kann nur besser werden.“

Echte Herausforderung

Wie gut es für die Turngesellen in der neuen Liga wird, zeigt sich bald. Die Liga ist eine echte Herausforderung, gilt als stärker als in den Vorjahren. „Wir müssen kämpfen. Mit dem Klassenerhalt wäre ich schon zufrieden“, sagt Wolfgang Taafel.

Kämpfen muss auch der Abteilungsleiter, vor dem Rundenstart müssen die Hausaufgaben erledigt sein. Denn die 3. Liga ist auch organisatorisch eine Herausforderung. Weite Auswärtsfahrten, Online-Spielbericht, Liveticker, teure Zeitnehmer vom Verband und teure Strafen bei Vergehen – vieles ist zu beachten. Und dann ziehen die TGS-Handballer ja auch noch um: von der Halle am Benckiserpark in die größere Fritz-Erler-Halle. Dort hat sich der Verein in Eigeninitiative daran gemacht, das Ambiente mit Renovierungsarbeiten etwas freundlicher zu gestalten. Das gilt auch für den gastronomischen Bereich abseits des Spielfeldes. Schließlich soll nicht nur auf dem Spielfeld Feinkost serviert werden.