760_0900_15775_.jpg TGS erteilt Lehrstunde: 34:22 gegen MTG Wangen
Einfach nicht zu bremsen: Andrej Klimovets zählte zu den Pforzheimer Spielern, die mit ihren Toren den Gegner Wangen das Fürchten lehrten. Ripberger 

TGS erteilt Lehrstunde: 34:22 gegen MTG Wangen

Es ist schon meisterlich, was die Handballer der TGS Pforzheim in der noch jungen Rückrunde aufs Parkett zaubern. Während in Altenheim zuletzt auch das Glück des Tüchtigen benötigt wurde, demonstrierte der Oberliga-Tabellenführer nun beim 34:22 daheim über die MTG Wangen zeitweise Handball der Extra-Klasse.

„Für uns war das hier eine ganz andere Welt“, zog auch der gegnerische Spielertrainer Timo Feistle den Hut, und fügte lächelnd hinzu: „Glückwunsch zum Aufstieg.“

Soweit ist es bei der TGS aber noch nicht. „Wir waren aber zumindest spielerisch auf dem entsprechenden Niveau. Heute bin ich von A bis Z zufrieden,“ lobte TGS-Trainer Damir Lebovic.

Dass sich der kroatische Handball-Fachmann derart mit Kritik zurückhält, kommt selten vor und spricht für sein Team. Bis zum 7:1 bekam der Gegner aus dem Allgäu sogar eine Lehrstunde erteilt. Im Angriff wurde das Tempo hochgehalten. Hinten wirkte die vielarmige Pforzheimer Abwehr wie eine Beton-Wand.

Die fantastischen Vier treffen

Zwar holte der Gegner auf zwischendurch auf (8:6) doch bis zur Pause (16:9) war Pforzheim wieder deutlich weg. Dabei glänzte vor allem das Trio Florian Taafel, Nils Brandt und Andrej Klimovets mit zum Teil sehenswerten Spielzügen. Aber auch Linksaußen Christian Zluhan (8 Treffer) gefiel mit einem Traumtor per Kempa-Trick und zahlreichen Tempogegenstößen, die Torhüter Jonathan Binder zentimetergenau einleitete. Zusammen waren die „fantastischen Vier“ für 29 der 32 Tore verantwortlich. „Wir haben zeitweise fantastisch gut harmoniert und gezeigt, zu welchem Handball wir fähig sind, obwohl es uns die Gegner nie leichtmachen“, urteilte Nils Brandt. „Dass es zurzeit überragend läuft, macht auch mir Riesenspaß. Wenn das nicht so wäre, würde ich zu Hause bleiben“, verriet Handball-Weltmeister Andrej Klimovets, der nach wie vor offen lässt, ob er eine weitere Runde bei der Turngesellschaft dranhängt.

Schaulaufen nach der Pause

Die zweite Halbzeit war nur noch Schaulaufen, beim 25:15 (40.) war die Partie bereits entschieden. Selbst die mitgereisten Wangener Fans, die als die besten und lautesten der Liga gelten, konnten ihre Mannschaft nicht mehr zu einer Aufholjagd animieren. Das lag auch daran, dass die Pforzheimer 6:0-Abwehr bestens funktionierte, zunächst mit Jonathan Binder im Tor, später mit Philip Hämmerling, der einige Glanzparaden zeigte. „Heute war das unsere beste Waffe“, befand Lebovic.

Die Wangener lebten im zweiten Durchgang fast nur von der individuellen Klasse ihres Torjägers Timo Feistle (8 Treffer). Durch den überzeugenden Heimsieg hat die TGS Pforzheim auch ein Zeichen für das kommende Spitzenspiel gegen Pfullingen gesetzt. „Wenn wir auf demselben Level bleiben, dürfte es kaum Probleme geben“, glaubt Damir Lebovic.

TGS Pforzheim: Binder, Hämmerling – Heintz, Taafel 10/5, Pietrucha, Kikillus 1, Hoffmann, Kaiser 3, Ast, Klimovets 6, Zergon 1, Brandt 5, Zluhan 8