760_0900_12105_.jpg TGS muss für den Sieg bis an die Leistungsgrenze
Auf harte Gegenwehr stieß TGS-Kreisläufer Andrej Klimovets.  Foto: Hennrich

TGS muss für den Sieg bis an die Leistungsgrenze

Pforzheim. Ende gut, alles gut! Die Anspannung, dass seiner TGS Pforzheim im Spiel mit dem TV Willstätt die ersten Spritzer auf der blütenweißen Weste drohten, konnte TGS-Boss Wolfgang Taafel bei der Spielbeurteilung kurz nach dem Abpfiff nicht überspielen. Denn der Gegner aus der Ortenau hatte über die gesamte Spielstunde hinweg verdeutlicht, dass die Zielsetzung Aufstieg, die der vorjährige Tabellen-vierte zu Beginn der Runde ausgegeben hatte, keine Phrasendrescherei war.

Dass sich die Truppe von Martin Valo jetzt sogar am Rande der Abstiegszone der Handball-Oberliga Baden-Württemberg befindet, ist nach deren starker Vorstellung in der Benckiserhalle am Samstag nur schwer nachzuzvollziehen.

Stehaufmännchen

Immer dann, wenn sich Florian Taafel und seine Mitstreiter abzusetzen schienen, präsentierten sich die Willstätter Spieler als Stehaufmänner, drehten sogar zweimal einen Drei-Tore-Rückstand in eine eigene Führung. Selbst als deren Spiritus Rector Matthias Riedel in der 52. Minute mit der Roten Karte vom Parkett geschickt worden war, machten sich die Ortenauer auf, einen 27:30-Rückstand wieder aufzuholen. Gut für die Turngesellen, dass in dieser Phase das runde Leder gleich zweimal an deren Aluminiumgestänge landete und einmal Philipp Hämmerling gegen den frei werfenden Schlampp parierte.

Die Szene in der 52. Minute, als Riedel beim Spielstand von 27:26 nach einer Abwehraktion ins Gesicht von Sven Kaiser die Rote Karte präsentiert bekam, wurde schon deshalb zur spielentscheidenden Szene, weil unmittelbar darauf mit Halmagy ein weiterer Willstätter auf die Strafbank folgte und Taafel, Brandt und Kikillus in den folgenden zwei Minuten die 6:4-Überzahl nutzten, um die „Roten“ mit 31:28 wieder nach vorne zu bringen. Diesen Vorsprung verteidigten die Nordstädter bis zum 32:29-Schlusspfiff gegen einen nie aufgebenden Gegner.

In der Anfangsphase des Spiels fand Sven Kaiser vor allem in Andrej Klimovets die Anspielstation und den Vollstrecker vom Kreis. Gleiche Taktik aber auch auf der Gegenseite, in der Matthias Riedel nicht wie erwartet die Rolle des Rückraumbombers, sondern mehr den Part des Kreisanspielers übernahm. Weil dort vor allem der körperlich starke Winogrozdzki die neuralgischen Stellen in der Pforzheimer Deckung ausmachte und konsequent nutzte, war bis zum 14:14 alles offen, Taafel und Brandt sorgten dann mit Distanztreffern dafür, dass die Nordstädter doch einen Drei-Tore-Vorsprung mit in die Kabine nahmen.

Willstätt zeigte sich von diesem Zwischenspurt aber unbeeindruckt, war beim 20:20 bereits in der 37. Minute wieder dran, um die Partie bis zur besagten 52. Minute auch weiter offen- und vor allem für die Zuschauer in der Benckiserhalle spannend zu halten.

Druck beim Gegner

Wolfgang Taafel sieht seine Truppe zum bevorstehenden Derby mit der SG Pforzheim/Eutingen gerüstet, wobei er den größeren Druck in dem Lokalspiel auf der anderen Bergseite sieht. Für seine „Roten“ zählt nicht nur der Vergleich am kommenden Samstag, die fast noch wichtigeren Spiele folgen unmittelbar darauf, denn dann geht es erst zu Salamander Kornwestheim, anschließend kommt Oftersheim/Schwetzingen in die Benckiserhalle. Dem „goldenen Oktober“ folgt wahrlich ein „stürmischer November“.

TGS Pforzheim: Binder, Hämmerling – Klimovets 9, Taafel 6/1, Brandt 8/2, Kaiser 1, Pietrocha, Ast, Hoffmann, Kikillus 5, Zluhan 3, Zergon, Sydorchuk, Heintz.