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Bester Torschütze der TGS Pforzheim war Marco Kikillus ( beim Wurf).  Foto: Becker 
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Ein starker Rückhalt war einmal mehr TGS-Keeper Daniel Sdunek.  Foto: Becker 

TGS trotzt dem Verletzungspech: Sieg gegen Fürstenfeldbruck

Pforzheim. Achter Sieg in Folge, eine weiterhin lupenreine Heimbilanz und die alleinige Tabellenführung verteidigt. Dies ist das Fazit nach dem 33:27 (16:12)-Erfolg der TGS Pforzheim gegen den nach dem Abzug von 13 Punkten von Abstiegssorgen gebeutelte TuS Fürstenfeldbruck.

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TGS Pforzheim - TuS Fürstenfeldbruck

Der Sieg des Spitzenreiters war am Samstagabend keineswegs selbstverständlich. Denn die Pforzheimer gehen personell auf dem Zahnfleisch. „Als ich am Freitag zum Abschlusstraining kam, lagen mehr unserer Spieler auf den Matten des Physiotherapeuten, als Trainer Andrej Klimovets auf dem Parkett zur Verfügung standen“, war die ernüchternde Feststellung von TGS-Boss Wolfgang Taafel. Weil aber fast alle der Angeschlagenen auf die Zähne bissen, fehlte neben dem Langzeitverletzten Martin Kienzle beim Anpfiff lediglich Felipe Soteras Merz, der nach einer Verletzung im Bereich der Atemwege von den Ärzten Sportverbot verordnet bekommen hat und wohl längerfristig ausfallen dürfte. Auch Hagen Körner saß mit seiner Entzündung an der Achillesferse nur als Notnagel und Standby am Spielfeldrand.

Weil der Rückraum der überaus offensiv deckenden Gäste mit ihrem Tempospiel zunächst besser und vor allem auch konsequenter in die Gänge kam, lagen diese nicht nur in der an Toren armen Startphase, sondern auch noch bis zur 20. Minute vorn. Angeführt von Evgeni Prasolov, der zusammen mit Florian Taafel die Fäden zog, und mit dem Rückhalt eines wieder ganz starken Daniel Sdunek im Tor, legten die Wartberger dann mit einem sehenswerten Heber von Marco Kikillus erstmal mit 10:9-Toren vor und gaben die Führung auch nicht wieder ab. Weil Wirbelwind Kikillus auf der rechten Außenbahn nunmehr auf Betriebstemperatur war und Filip Prsa jetzt auch treffsicherer aus dem Rückraum agierte, bauten die Turngesellen den Vorsprung in den zehn Minuten bis zur Pause auf komfortable 16:12-Treffer aus.

Nach einem Übersteiger des abgeklärten Evgeni Prasolov, einem Trickwurf von Nils Boschen und einem erfolgreich absolvierten Tempogegenstoß von Marco Kikillus schien bereits nach drei Zeigerumdrehungen in Halbzeit Nummer zwei und einer 19:12-Führung alles klar.

Die Rechnung war aber ohne den spielstarken und eigentlich der Spitze zuzurechnenden Gegner aus Bayern gemacht, der zwei Zeitstrafen gegen Boschen und Prasaolov und eine 6:4-Überzahl zu einem 4:0-Lauf nutzte. Und weil die TGS-Abwehr in dieser Phase den erforderlichen Biss vermissen ließ, waren die „Brucker“ beim 24:22-Spielstand in Minute 45 urplötzlich wieder da. Als der mit einer Wadenverletzung ins Spiel gegangene Filip Prsa dann auch noch endgültig runter musste, sah es für den auf Kante genähten Kader der Pforzheimer plötzlich wieder kritisch aus. Kapitän Florian Taafel übernahm dann Verantwortung und Initiative und sorgte mit den nächsten vier TGS-Treffern dafür, dass schon fünf Minuten später bei einem 28:23-Vorsprung wieder alles im Lot war. Ganz wichtig war in dieser Phase auch, dass Andrej Klimovets noch einmal das Trikot überzog und den Abwehrblock stabilisierte.

„Ein Sonderlob an unsere Mannschaft, die in der personell schwierigen Lage das letzte aus sich herausgeholt hat“, verteilte Wolfgang Taafel nach dem Abpfiff an das gesamte Team Streicheleinheiten, wohl wissend, dass „diesmal nicht nur einer, sondern deren gleich fünf die Kastanien aus dem Feuer geholt haben.“ Gemeint waren damit sicher Keeper Daniel Sdunek, Spielmacher Evgeni Prasolov, Abwehrchef Nils Boschen sowie die Torjäger Marco Kikillus und Florian Taafel.