760_0900_22375_.jpg TGS und SG schon in Zugzwang
Die 3. Liga ist ein heißes Pflaster. TGS-Trainer Andrej Klimovets (links) und die Spieler Artur Pietrucha (rechts) und Philip Ast haben am ersten Spieltag schon mal einen Vorgeschmack davon bekommen. Becker, PZ-Archiv 

TGS und SG schon in Zugzwang

Das war nicht der insgeheim erhoffte Saisoneinstand der Pforzheimer Spitzenmannschaften im Männerhandball. Die TGS Pforzheim bekam gleich zu spüren, welch rauer Wind in der 3. Liga herrscht. So kompakte, zupackende Abwehrreihen und so ausgebuffte Torhüter, wie sie Balingen/Weilstetten am Samstag präsentierte, wird auch künftig von den anderen Kontrahenten zu erwarten sein. Da ist es geradezu Pflicht, die sich bietenden Torchancen ohne Wenn und Aber zu nutzen.

Der Aufsteiger aus der Pforzheimer Nordstadt war bei seiner Premiere aber auch nicht vom Glück verfolgt. Der Ausfall von Valentin Hörer, der noch am Vorabend ohne erkennbare Probleme das Abschlusstraining mit absolvierte, traf die „Roten“ wie ein Keulenschlag. Es ist kaum anzunehmen, dass sich der Gegner von der Alb beim Mitwirken von Hörer eine solch offensive Deckung, wie am Samstag praktiziert, erlaubt hätte. Das Spiel ohne Hörer zeigte aber auch auf, dass Andrej Klimovets neben seiner Stammsieben keine allzu großen Alternativen besitzt. Schon aus diesem Grunde ist wichtig, dass Hörer am Samstag beim Auswärtsauftritt bei der SG Köndringen/Teningen dabei ist.

Hinter seinem Einsatz steht wegen einer Bänderdehnung doch wieder ein Fragezeichen. Sicher fehlen wird Keeper Philipp Hämmerling, der sich das rechte Außenband im Knie gerissen hat und drei, vier Wochen pausieren muss.

Der Einsatz von Hörer wäre schon deshalb eminent wichtig, weil die Ludwig-Jahn-Halle in Teningen als heißes Pflaster gilt.

In der Kommandozentrale der SG Pforzheim/Eutingen rätselt man immer noch, warum Manuel Mönch und seine Sportkameraden gegen die SG Nußloch, eine 18:10-Führung noch aus der Hand gaben. Es war fast Harakiri von Nußlochs Trainerfuchs Kalabic, zu einem solch frühen Zeitpunkt den Torwart aufzulösen und dafür einen siebten Feldspieler ins Gefecht zu schicken. Das Pokern ging auf und nachdem die Pforzheimer völlig von der Rolle waren, endete „der Rest vom Schützenfest“ mit 9:21-Treffern und einer 27:31-Niederlage. Was die Neuzugäng der SG zu leisten vermögen, muss abgewartet werden. Frank Eisenhardt fehlte verletzt, Sven Biselli kam nur in der Schlussphase zum Einsatz. Torhüter Max Schneider kam zu einem Zeitpunkt, als der Faden schon gerissen war.

Zeit zum Wundenlecken bleibt der SG nicht, denn am Sonntag geht es zur TSG Söflingen, die als langjähriger Regional- und Drittligist auf den Wiederaufstieg spekuliert, aber gleich zu Beginn überraschend vom Aufsteiger Heddesheim ausgebremst wurde. Nun gilt es genauso, einen Fehlstart zu vermeiden. Der Saisonauftakt von Söflingen war im übrigen fast genauso kurios, wie der von Eutingen. Die Ulmer schienen an der Bergstraße schon auf der Siegerstraße, kamen dann aber völlig aus dem Rhythmus, als ein mit angereister und der Mannschaft bekannter Fan auf der Tribüne kollabierte und reanimiert werden musste. Ab diesem Zeitpunkt war die Mannschaft mit dem Kopf in der Klinik und nicht mehr auf dem Spielfeld.