760_0900_22235_.jpg TGS verliert Drittliga-Premiere
Nicht aufzuhalten war die HBW Balingen-Weilstetten II von Pforzheims Sven Kaiser, Nils Brandt und Florian Taafel (linkes Bild, von links). Hart attackiert wurde Neuzugang Michal Wysokinski (rechtes Bild, in der Luft) von Jan Remmlinger und Co. Doch am Ende musste der Kreisläufer selbst drei Zwei-Minuten-Strafen hinnehmen.  Fotos: Becker 

TGS verliert Drittliga-Premiere

Pforzheim. Von der Spielstätte Fritz-Erler-Halle bis zum neuen Sponsorenbereich. Vom Online-Spielbericht bis zu neuen Bildschirmen. Und natürlich vom neuen Trainer Andrej Klimovets bis zur neuen Spielklasse, der dritten Handball-Liga: Abseits des Parketts ist bei der TGS Pforzheim nach dem Oberliga-Titel kaum ein Stein auf dem anderen geblieben.

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TGS Pforzheim verliert knapp gegen Balingen-Weilstetten

30 Minuten lang hatten die 400 Zuschauer ein „typisches erstes Saisonspiel“ gesehen, wie es Gästetrainer Eckard Nothdurft beschrieb. Beide Seiten waren auf Sicherheit aus und erlaubten sich kaum Fehler. Eingewöhnungszeit brauchten die Spieler allenfalls in Sachen Chancenverwertung: Nach 20 Minuten stand es gleich doppelt 7:7 – sowohl was die Tore als auch was die Paraden der Keeper Jonathan Binder (TGS) und Karim Ketelaer (HBW) anging.

Während die Gäste mit ihrer aggressiven 5:1-Verteidigung und gefährlichen Rückraum-Würfen auftrumpften, machte Pforzheim die fehlende Drittligaerfahrung durch hohen Einsatz wett. Symbolcharakter hatte eine Szene in der 11. Minute: Jonathan Binder hatte gerade das 4:6 verhindert, der Ball sprang dem Seitenaus entgegen. Doch mit einem Hechtsprung rettete Sven Kaiser die Kugel, leitete einen Angriff ein und schloss diesen schließlich selbst zum 5:5 ab. Eine Binder-Parade und drei Minuten später machte Marco Kikillus per Siebenmeter sogar das 6:5 – es sollte die letzte TGS-Führung bleiben.

Mehr als ein Tor konnte in der ersten Hälfte aber auch die HBW nicht zwischen sich und den Gegner legen. Das änderte sich nach der Pause – und wie: Nachdem Pforzheims neuer Kreisläufer Michal Wysokinski das 13:13 erzielt hatte, war bei der TGS der Wurm drin. Vorne erlaubte sich der nun unkonzentriert wirkende Aufsteiger leichtfertige Ballverluste, hinten machten Unachtsamkeiten den Balingern das Leben leicht. Sechs Tore in Folge erzielten die Gäste, es war die Vorentscheidung. „Die 15 Minuten, in denen wir in der Deckung geschlafen haben, waren der Knackpunkt“, meinte TGS-Kapitän Taafel nach der Partie. „Das ist der größte Unterschied zur Oberliga: Der Gegner ist abgezockter, nutzt die Fehler gnadenlos aus.“

Neu-Trainer Klimovets erkannte zudem, dass „uns die Kraft gefehlt hat. Gerade Valentin Hörer“, der Neuzugang fiel aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig aus, „hätte uns gutgetan.“ Dass sich Wysokinski, Neuzugang Nummer zwei, just dann seine dritte Zwei-Minuten-Strafe und die Rote Karte abholte, als er besser ins Spiel gefunden hatte, passte zur zweiten Hälfte (46.). Zwar kam die TGS noch etwas heran. Doch auf mehr als 24:27 konnten die Pforzheimer in ihrer Drittliga-Premiere nicht mehr verkürzen.